"Wetten, dass…?": Wir brauchen ein Casting

Ach, dieses Drama um „Wetten, dass…?“. Wenn es sogar Aufsehen erregt, dass ein Jörg Pilawa absagt, dann hat die angeblich größte Show im deutschen Fernsehen tatsächlich ein Problem. Jetzt hilft nur noch eines: Wir brauchen ein großes Moderatoren-Casting.

Eine letzte Alternative vor einem solchen Showmaster-Roulette wäre der Rückkehr von Thomas Gottschalk. Dieser vertreibt gerade die Zuschauer aus dem ARD-Vorabendprogramm mit einer wirklich seltsamen Sendung. Jenseits von „Wetten, dass…?“ sieht er schlecht aus. Ein Schicksal, das er mit seinem alten Kumpel Günther Jauch teilt. Dieser feiert am 3. Februar die 1000. Sendung von „Wer wird Millionär?“. Als Polit-Talker am Sonntagabend ist er aber nicht sehr überzeugend. Sofern er überhaupt etwas sagt.

Schließen wir also die Marktlücke. Es ist doch seltsam, dass es für alles und jedes und jeden ein Casting gibt. Wir suchen massenweise großartige Sänger, Artisten, Hobbytänzer, Dschungelköniginnen oder Frauen für Bauern. Aber es ist scheinbar noch keiner auf die Idee gekommen, jemand für die Krone der TV-Unterhaltung zu suchen. Traut man dem Volk nicht zu, dass es per Telefon klären kann, wer den Samstagabend am besten totplappern könnte?

Sicher müsste man eine sorgfältige Auswahl treffen. Um zu vermeiden, dass ein hübscher, aber ansonsten unfähiger Teeny-Schwarm gewählt wird. Davon abgesehen hätte das Casting ausschließlich Vorteile. Wir bekämen den Besten der Besten. Und das ZDF käme dank der Einnahmen durch viele Millionen Telefonanrufe in Zukunft mit geringeren Rundfunkgebühren aus.

Ansonsten bliebe nur noch das von der Papstwahl bekannte Konklave. Wobei sich das ZDF, wie das heute modern ist, von einem Privatsender unterstützen lässt. 50 Fernsehmoderatoren werden im Big Brother-Container eingesperrt und erst wieder freigelassen, wenn einer übrig geblieben ist oder freiwillig aufgegeben hat. Und jetzt alle Kandidaten im Schnelldurchlauf…