Der neue Massensport: SPD verhauen

Neue Zeiten bringen neue sportliche Herausforderungen. Im Koalitionsvertrag für eine mögliche neue Große Koalition haben die potentiellen Partner festgelegt, dass E-Sport (Computerspiele) gefördert werden und eine olympische Perspektive bekommen. Eine Disziplin wird gerade eifrig erprobt: SPD-Boxen.

Vor allem die Bild-Zeitung gibt sich in diesen Tagen alle Mühe, den Mitgliederentscheid der Sozialdemokraten zur Regierungsbeteiligung für fragwürdig oder gar gefährlich zu erklären. Da wird eine von einer Satire-Zeitschrift verschickte E-Mail über eine Einmischung böser Russen in  bekannt großen Buchstaben verarbeitet. Man ruft „Skandal“, weil die SPD auch Menschen aufnimmt, die nicht wahlberechtigt sind. Ausländer oder Jugendliche, die frisch der Pubertät entsprungen sind, dürften über das Schicksal unseres stolzen Landes mitentscheiden. Das dürfe doch nicht sein.

Und dann ist es der Redaktion sogar gelungen, eine Hündin namens „Lima“ als Parteimitglied anzumelden und ihr die Abstimmungsunterlagen zukommen zu lassen. Dazu werden – erst print, dann digital – GroKodils-Tränen geweint. Wie, bitteschön, könne so etwas bloß passieren?

Die Antwort ist einfach: Das kann passieren, wenn betrügerisch gearbeitet wird. Ein Online-Beitritts-Formular unter falschem Namen ist schnell ausgefüllt. Diese Satire ist eine billige Aktion. Gar nicht mehr lustig wäre indes eine Teilnahme von „Lima“ am Mitgliederentscheid. Hier muss die eigene Existenz per eidesstattlicher Erklärung bestätigt werden. Wer hier falsche Späße treibt, muss im Falle einer Anzeige mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe rechnen.

Es ist unwahrscheinlich, dass ein Bild-Journalist Dauerknast akzeptiert. Muss auch nicht sein. Der Job ist ja erledigt. Eine gebeutelte Partei steht noch blöder da, Genosse Anti-Trend ist bedient.

Vergessen werden zwei Aspekte: Erstens erscheint, wenn man die Umfragen so anschaut, mancher Hund als intelligenter als die Masse der Wahlberechtigten. Und dann ist unsere Boulevardzeitung das Schwesterblatt der SPD. Die Auflage schwindet dramatisch, das Vertrauen in das Produkt auch.

Bloß, dass man es bei Bild richtig gut verstehen kann.