Rettet das Oktoberfest!

Die Botschaft ist deutlich. Wegen des Oktoberfestes sollen die derzeitigen Flüchtlingskarawanen ab sofort an unserer ansonsten gastfreundlichen Landeshauptstadt München vorbeigelenkt werden. Ist das wirklich ernst gemeint? Ja. Und vielleicht ist das ganz gut so.

Das mutmaßlich größte Volksfest der Welt vermag schon bei uns Franken für einen Kulturschock zu sorgen. Es ist ja nicht zwingend nachzuvollziehen, was Menschen dazu bringt, sich freiwillig in überfüllte, dampfende und massiv beschallte Zelte zu drängen.

Als Flüchtling müsste man es erst recht bestaunen, dass sich die Leute für ein schäumendes Kaltgetränk begeistern, für dessen Preis es im Supermarkt 20 Kilogramm Karotten, 30 Becher Joghurt oder fünf Tafeln Schokolade gäbe. Zumal es im tosenden Frohsinn so oft verschüttet wird, dass es penetrant nach diesem klebrigen Bier riecht.

Sollte jemand über das Mittelmeer gekommen sein, würde er sich bei diesem Ereignis außerdem fragen, ob eine Massenflucht aus Italien eingesetzt hat. Und die Tracht der Festbesucher würde den Asylsuchenden mindestens vermitteln, dass es sich bei den Frauen dieser stolzen Bayern um robuste Wesen handeln muss, denen zumindest in Höhe der Lungen keine Kälte etwas anheben kann.

Auch die Zahl der Krankheitskeime spricht nicht für einen für einen Besuch dieser Veranstaltung. Regelmäßig wird nach dem Oktoberfest in München eine Krankheitswelle registriert. Wer von einer langen Reise erschöpft ist, gehört da nicht hin. Und schließlich: Es wird gerne an die Wände der Nachbarhäuser des Festgeländes uriniert und unter freiem Himmel geschnarcht. Wer das nicht sehen muss, muss auch nicht darüber nachdenken.

Alsdenn: Schicken wir die Flüchtlinge erstmal woanders hin und überlassen wir das Oktoberfest den Realitätsflüchtlingen. Jenen, die wir auf dieser Seite wiederfinden:

http://www.muenchenkotzt.de/