Donald Trump: Ein Männerschnupfen auf zwei Beinen

„Ich liebe mich! Liebst Du mich auch?“ So lautet die Frage des Narzissten an seine Umwelt. Ein solcher Mensch sieht sich im Recht, wenn er anderen weh tut. Retourkutschen oder auch nur leichte Angriffe auf seine Person betrachtet er als unerhört bis grausam. Der größte Narzisst der westlichen Welt ist zurzeit US-Präsident Donald J. Trump. Er fühlt sich verfolgt, so sehr wie kein anderer Politiker vor ihm.

Mit dieser Aussage erweist sich der famose Milliardär als Männerschnupfen auf zwei Beinen. Die Vorwürfe gegen ihn sind ja nicht einmal ungerecht. Sie werden ausgelöst von einer, sagen wir, extravaganten Regierungspolitik. Trump selbst prahlt mit geheimen Informationen, ohne zu bedenken, dass ihm mit dem russischen Außenminister Lawrow ein ausgefuchster Profi gegenübersitzt. Und er feuert den FBI-Chef fristlos, weil dieser drauf und dran war, gegen ihn zu ermitteln. „War doch richtig“, sagt der Narzisst.

Doch definieren wir Verfolgung: Schon wenn es darum geht, dass einer von den Medien gehetzt wird, ist der Neue im Vergleich zu seinem im Watergate-Skandal aufgeriebenen Vorgänger Richard Nixon ein ziemlicher Waisenknabe.

Was aber ist mit den erschossenen US-Präsidenten? In dieser Weise traf es im Jahr 1865 den amerikanischen Übervater Abraham Lincoln während eines Theaterbesuchs. 1881 wurde James A. Garfield hinterrücks getötet, während er auf einem Bahnsteig stand. William McKinley starb 1901 während eines Messebesuchs durch Revolverkugeln und dann wurde der in Berlin und Westdeutschland so verehrte John F. Kennedy im Jahr 1963 im offenen Wagen in Dallas das Opfer eines Todesschützen.

Präsident zu sein ist also schlimmer als der Tod. Das schwerer Stoff für unsere Philosophen. Oder haben wir dieses große Land nicht verstanden? Die US-Waffenlobby wird anmerken, dass ein Erschossener immer in Ehren abtritt. Ob bei Donald Trump davon viel übrig bleibt, darf doch sehr bezweifelt werden.