Was macht reich? Billigwurst und dicke Autos

Es ist doch die große Frage in unserem Leben: Wie werde ich reich? Mancher hofft bis zu seinem Tod auf einen Lottogewinn. Die Cleveren lesen Zeitung. Darin stehen immer gute Tipps für alle Lebensarten.

In meinem persönlichen Leib- und Magen-Blatt, den Nürnberger Nachrichten, ging es heute recht ausführlich um die Milliardäre in Deutschland. Deren Zahl ist auf inzwischen 108 gestiegen. Es gibt also Wachstum.

Wer den Artikel liest, lernt aber auch wie man reich werden könnte. So belegt Aldi-Gründer Karl Albrecht mit einem geschätzten Vermögen von 17,2 Millarden Euro Platz eins der Rangliste. Demnach hat man Erfolg, wenn man Lebensmittel ähnlich liebevoll wie Schrauben oder Waschbecken-Armaturen präsentiert. Und wenn man die Lieferanten in Sachen Preis so brutal knebelt, dass sie nur noch an großen Mengen verdienen können.

Der Esskultur im Lande hat Aldi sicher nicht gedient. Wir haben gelernt, dass auch Schrott den Magen stopft. Außerdem: Wenn das Zeug billig ist, können wir es problemlos wegschmeißen. Denn es gibt wichtigeres als gutes Essen.

Autos zum Beispiel. Weshalb BMW-Großaktionärin Susanne Klatten auf dem zweiten Platz landet. Auf Rang drei ist aber schon wieder ein Billigmacher unterwegs, nämlich Dieter Schwarz von Lidl/Kaufland. Er hat 11,5 Milliarden Euro gesammelt.

Wer also will, dass es über ihm Geld regnet, dass die Scheinwerfer Scheine auf ihn werfen, sollte also Kopfweh-Bier, Sonderangebots-Wurst und Tiefkühlpizza verkaufen und nebenbei Luxusautos unter’s Volk bringen. Man wird es ihm durch Umsatz danken.

Wer auf Geldregen steht, könnte allerdings auch einen Staat ruinieren. Aber das ist jetzt eine andere Geschichte…