Vernichtungs-Donald auf der Insel

Noch ist Wahlkampf in Deutschland. Aber unser Leben normalisiert sich. Denn unser Lieblings-Bösewicht hat wieder geliefert. US-Präsident Donald Trump hat vor den Vereinten Nationen darüber schwadroniert, dass er Nordkorea vernichten lassen könnte.

Da hat er sich einiges vorgenommen. Nordkorea ist, anders als das vielleicht US-amerikanische Provinz-Cowboys glauben, keine aufblasbare Insel im Chinesischen Meer, die man mit ein paar Präzisionsbömbchen versenken könnte. Nordkorea liegt von der Fläche her zwischen Bulgarien und Griechenland. Es hat 25 Millionen Einwohner, also mehr als Australien oder Rumänien.

Und niemand sollte daran glauben, dass sich die von ihrer Diktatur unterdrückten Menschen auf einen Trump als Heilsbringer freuen würden. Die USA werden – dank historischer Erfahrung mit nachgelagerter Gehirnwäsche – eher als Todbringer gesehen. Bei Bombardements ihrer Luftwaffe während des Korea-Kriegs starben rund 1,5 Millionen Menschen.

Das bedeutet: Wie dumm Donald Trump auch daherreden mag – in Nordkorea glauben sie ihm jedes Wort. In Iran sieht es nicht besser aus, in Venezuela sowieso nicht. Great again sollten die USA werden, aber der neue Chef macht sie small.

Falls Trumps geistige Größe der Maßstab sein sollte, dann existiert unsere aufblasbare Insel vielleicht doch. Aber Nordkorea heißt sie nicht.