Kinder machen uns kaputt

Unglaublich. Da wendet unser Staat seit vielen Jahren Unmengen an Geld auf, um die nationale Gebärfreude zu steigern. Es gibt Kindergeld, Elterngeld, Betreuuungsgeld, Kindergartenkostenzuschuss, und, und, und… Doch nun kommt der Club of Rome und verkündet Folgendes: Zu viele Kinder tun dem Planeten nicht gut. Frauen, die mit 50 nicht mehr als einen Sohn oder Tochter auf die Welt gebracht haben, sollen mit einer stattlichen Prämie von 71.000 € belohnt werden.

Verrückt, denkt man sich zunächst. Schließlich betrifft uns das Problem mit der schlampigen Geburtenkontrolle gar nicht. Wenn Überbevölkerung produziert wird, dann doch nicht in Deutschland. Hierzulande würde es für ein solche Prämie einen billigen Mitnahmeeffekt geben. Wer plant schon mit zwei und mehr Kindern? Anderswo gibt es deutlich mehr Babys, allerdings: Da das Industrieland-Kind laut Club of Rome 30-mal so viele Ressourcen verbraucht wie seine Altersgenossen in den Entwicklungsländern, ist es potenziell gefährlicher für das Weltklima.

Die Dinge sind vertrackt. Gar nicht kompliziert ist jedoch der Grundgedanke des Club of Rome. Es ist ein Appell zu einer bescheideneren Lebensweise. Das Wirtschaftswachstum soll gedrosselt, Arbeit gerechter verteilt, das Leben entschleunigt werden. Falls das klappt könnte man die problematische Idee der Forscher, die Rente frühestens mit 70 beginnen zu lassen, vielleicht tatsächlich diskutieren. Richtig gut gefällt die Anregung, gesundheitsschädliche Produkte zu besteuern.

Bleibt noch der Vorschlag, die Erbschaftssteuer in mehreren Schritten auf 100 Prozent anzuheben. Wie bitte? Omas Häuschen soll der Staat bekommen? So nicht. Aber keine Bange: Die bei den Geringverdienern so beliebte AfD will die Erbschaftssteuer ganz abschaffen, die CSU wird wenigstens dafür sorgen, dass dieser Steuersatz erst ab einem Erbe von zehn Milliarden € greift.

Das größte denkbare Unrecht ist somit unwahrscheinlich. Allerdings: Wozu muss noch vererbt werden, wenn es eh keine Kinder mehr gibt? Allmählich beginnen wir zu verstehen.