Trump und Höcke – wir kriegen eine neue Mauer

Ab heute ist er da: Donald Trump. Und schon melden Geheimdienste, dass es unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel superschnell an den Kragen gehen wird. Der neue US-Präsident verbündet sich mit AfD. Die Bundesregierung schweigt bisher.

Angestachelt zum Geheimplan wurde der Neue im Weißen Haus durch Extrem-Rechtsaußen Björn Höcke. Demnach wird Trumps Unternehmen in Deutschland eine neue Mauer bauen. Dieser „antiislamistische Schutzwall“ soll im Wesentlichen entlang der früheren Ost-West-Grenze verlaufen

Dank dieser Grenzziehung hat die AfD in den befreiten Gebieten die Chance, den Regierungschef zu stellen.  Ein neuer Westteil von Berlin ist vorgesehen, allerdings soll er gezielt aus Stadtteilen mit hohem Ausländeranteil gebildet werden.

Kreuzberg-Friedrichshain und Neukölln werden zwingend eingemauert. Doch auch ein unbedeutendes Viertel am Stadtrand soll einbezogen werden. Es soll – nicht als Herz, sondern als Blinddarm der Stadt – das Holocaust-Denkmal übernehmen.

Dann ist ausgemistet – und selbst Berlin wieder vorzeigedeutsch.

Danke, Mister President, we love you.

Wobei unsere Enthüllung einen kleinen Nachteil hat: Sie ist frei erfunden.

FAKE-NEWS also. Aber das sollte weder Trump noch Höcke stören.

 

Keine Bühne für die rechte Hetze

Hat es Sinn, mit politischen Extremisten zu reden? Müsste es nicht gelingen, sie mit Fakten zu entlarven oder gar zu überzeugen? ARD-Talkmaster Günther Jauch hat das am Sonntagabend versucht. Und ist grandios gescheitert.

Als Gast hatte seine Redaktion den AfD-Fraktionssprecher im Thüringer Landtag, Björn Höcke, eingeladen. Somit einen anerkannt fremdenfeindlichen Hetzer, der selbst seinen Parteifreunden immer wieder peinlich ist. So propagiert er, aus Besorgnis um das langfristige Überleben der Deutschen, die „Drei-Kind-Familie“. Berufliche Karrieren von Frauen zu fördern, sei deshalb falsch. Flüchtlinge brauche dieses Land schon gar nicht.

Als Journalist möchte man die Welt verbessern. Dies wiederum sei, so die idealistische Sichtweise, dann möglich, wenn man diese mit dem Hässlichen und dem Absurden konfrontiere. Man habe genug gute Argumente, um dem Fanatiker die Stirn zu bieten. Erst recht, wenn man diesen als Außenseiter in eine Gesprächsrunde von klugen Demokraten platziere. Diese würden helfen, den braunen Typen zu entlarven.

Soweit die schöne Hoffnung. Der Dialog mit Irren oder Verschwörungstheoretikern läuft aber anders. Wer für sich zum Beispiel beschlossen hat, dass all die Flüchtlinge von Konzernen ins Land geholt werden, um die darbenden Hausgeräteproduzenten zu retten, wird sich das nicht im Laufe einer Fernsehsendung ausreden lassen. Wer Zuwanderer für Außerirdische hält oder wer den Exodus der Syrer nicht mit Fassbomben, sondern mit einer verschobenen Umlaufbahn des Mondes erklärt, wird dies trotz allen Widerspruchs so glaubensfest erklären, dass jeder vernünftige Gesprächspartner irgendwann aufgibt.

Björn Höcke ist ein Verschwörungsspezialist. Seine Marktplatz-These „Die Angstträume für blonde Frauen werden größer“ ließ er sich bei Jauch nicht ausreden. Er erweiterte sie vielmehr auf brünette und rothaarige Frauen. Das musste so kommen, denn Zweifel an noch so absurden Thesen sind bei ihm nicht vorgesehen. Das Warnen vor der großen Bedrohung sowie das Bewahren der schönen Heimat sind ja sein Geschäftsmodell.

Was hat uns der Sonntagabend also gelehrt? Neonazis gehören beobachtet, analysiert und durch Fakten widerlegt. Man sollte ihnen aber keine große Bühne bieten, auch wenn Extremes die höhere Einschaltquote verspricht. Erst recht nicht, wenn dort ein netter, aber schlecht vorbereiteter Frage-Onkel moderiert. Denn so gewinnt der Rattenfänger immer.