Wir werden alt. Wir brauchen Roboter.

„Tut mir leid. Ausverkauft.“ Diese Entschuldigung höre ich, wenn bei der Schreibwaren-Zeitschriften-Lotto-Frau meines Vertrauens nach der neuesten Ausgabe der „Landlust“ frage. Die Sehnsucht nach sattem  Grün, fröhlichen Schweinen und nach Bauerngärten, in denen die wackere Landfrau das Arzneipflanzenbeet nach den Visionen von Hildegard von Bingen pflegt, hat uns kollektiv erfasst. Wir wandeln auf Asphalt und wünschten, es wäre ein mit Jaucheresten aromatisierter Feldweg. Natur ist groß in Mode. Technik ist uns zuwider.

Diese Einstellung ist ganz nett. Aber, meine Herrschaften, sie muss schleunigst geändert werden. Denn wir alle werden älter, noch älter, am ältesten. Zwar lassen wir uns schon heute unseren Spargel von Wanderarbeitern aus früheren Ostblockstaaten stechen. Aus Bequemlichkeit. Aber es kommt die Zeit, in der wir auch objektiv den Rücken für diesen Job nicht mehr krümmen können. Dann brauchen wir Hilfe. Doch von wem?

Denn andere Menschen betreuen oder gar pflegen – das wollen nicht mal Schlecker-Frauen. Bereits in wenigen Jahren werden für die entsprechenden Job bis zu 300.000 Arbeitskräfte fehlen. Das wird kaum zu vermeiden sein. Die wenigen Könner werden so viel Geld kosten, dass das bisschen Rente futsch ist.

Was kann da noch helfen? Klar doch, mehr Produktivität. Klar doch, unser guter deutscher Maschinenbau. Wir sollten uns dringend daran machen, Maschinen zu konstruieren, die Routinearbeiten in der Pflege übernehmen. Und vielleicht ein bisschen kommunizieren. Das können wir, mit technischen Produkten ist die Wirtschaft dieses Landes groß geworden.

Seien wir stolz auf unsere Pflege-Ingenieure. Und freuen wir uns auf die ausverkauften neuen Zeitschriften der Zukunft: „Roboter und Hund“, „Focus-Humanoid“, „“Pflegen und Blinken“ oder „Welt der Wunder – Robo Sapiens“. Das Leben wird schön.