Merkelgate? Die Leiden des NSA-Manns

Abhängig Beschäftigte wissen es: Nichts beschleunigt Veränderungen mehr, als wenn auch Chef oder Chefin betroffen sind. Somit können wir sicher davon ausgehen, dass nach dem Anzapfskandal um Angela Merkels Handy das Thema Datenschutz mit Macht auf die politische Agenda kommt. Bis hin zum Verbot von Smartphones – man denke an Fukushima – scheint derzeit alles möglich zu sein. Schließlich leben wir in einem Land, dem das Abhören befreundeter Mächte ganz und gar fremd ist. Das macht kein BND nicht, oder????

Aber hier geht es um etwas anderes, nämlich um Mitgefühl. Der NSA-Skandal sollte uns auch an jene Menschen denken lassen, die diesen dreckigen Job erledigen. Da wird also dieser kurzgeschorene Jüngling, den Sie bei den Marines wegen einer Bandscheibenverkrümmung aussortiert haben, an seinen neuen Arbeitsplatz geführt. Der Dschennerell ruft ihn und bellt: „Constable, are you ready to attack Germany?“ „Sir, yes, sir, yes!“ „Are you ready to späh out the migthiest women of this world?“ „Sir, yes, sir, yes.“ „So do it!“ „Sir, yes, Sir, yes!“.

Und dann geht es los. Da hört dieser junge Mann 26 Mal pro Tag den Satz „Deutschland geht es gut“. Oder diesen: „Man kann sich nicht darauf verlassen, dass, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt, und wir müssen damit rechnen, dass sich das in verschiedenen Weisen wiederholen kann.“ Oder: “Insofern werden wir Wege finden, die parlamentarische Mitbestimmung so zu gestalten, dass sie trotzdem auch marktkonform ist, also dass sich auf den Märkten die entsprechenden Signale ergeben.” Oder: „Die Beschäftigung mit nicht vorrangigen Dingen darf aber kein Ersatz dafür sein, dass wir auf die eigentlich bedrängenden Fragen keine Antwort haben.“ Oder: „Seehofer ist ein Arsch.“

Am Abend schließlich muss der kurzgeschorene Ex-Marine zum Chef. Er soll die aktuellen weltpolitischen Pläne Deutschlands erklären, aber er wird sich fühlen wie Maybritt Illner, Anne Will, Peter Klöppel und Stefan Raab zusammen. Auf die entscheidende Frage seines Chefs wird er sagen. „Sir, sorry, Sir. I don’t know. And who the fuck is Seehofer?“

Wie der BND soeben meldet, hat sich ein NSA-Mitarbeiter freiwillig für Guantanamo gemeldet. Als Häftling.