780 Milliarden Euro? Was ist das eigentlich?

Tag für Tag hören wir von der Eurokrise und vom Rettungsschirm. Und – zumindest gefühlt – täglich steigt die Summe, um die es beim Retten hoch verschuldeter Staaten geht. Je mehr Geld dranhängt, desto größer wird die Angst, dass ein möglicher Aufprall umso schlimmer wird. Aktuell sind wir bei 780 Milliarden Euro.

Diese Summe ist so riesig, dass man nicht mehr begreifen kann, was sie bedeutet. Ich habe mir den Spaß gegönnt, diese 780 Milliarden mit Unterstützung meiner Twitter-Freunde zu „übersetzen“. Es war furchtbar. Denn immer wieder kamen Zahlen heraus, die ich selber nicht glauben wollte. Ich habe praktisch jede Rechnung vier Mal überprüft. Aber es blieb unfassbar.

Mit diesem Geld könnte man 38 Millionen mittlere VW Golf kaufen, man könnte bei uns in Nürnberg drei Millionen familientaugliche Wohnungen erwerben. Man könnte zirka 39.000 Schulen bauen oer Angela Merkels Gehalt 280.000 Jahre lang bezahlen. Der Volkfest-Wirt, den ich heute besucht habe, könnte acht Mal die komplette Weltbevölkerung zum Schweinshax’n einladen.

Bei 327 Millionen Menschen in der Eurozone könnte man jedem Einwohner, vom Baby bis zum Greis, 2385 Euro schenken. Ebenso gut könnte man 288 Millionen Mal das deutsche Durchschnittsgehalt von 2.700 Euro auszahlen. Oder 67 Jahre lang den deutschen Bildungsetat bezahlen.

Besonders beeindruckend finde ich aber dieses Rechenbeispiel: Ein Mensch mit genau 100 Tagen Lebensjahren müsste täglich 21,369 Millionen Euro ausgeben, um den Rettungsschirm-Betrag zu erreichen. Wer bitte soll das schaffen? Außer vielleicht Uli Hoeneß während der Transferperiode? Selbst Tatjana Gsell in ihrer Glanzzeit wäre an dieser Aufgabe gescheitert.

Der Wahnsinn in Euroland ist also groß. So groß, dass man Politiker irgendwo verstehen kann, wenn sie selber nicht mehr durchblicken. Vielleicht ist die Sache schon so galaktisch, wie es mir ein Facebook-Freund angedeutet hat (wobei ich da noch bei 750 Milliarden war): „Das ist die unterste Grenze der Sonnenmassen, die man dem Andromeda-Nebel zuschreibt. Es können auch mehr sein. Dazwischen sind viele schwarze Löcher, in den alles verschwindet.“ Schau an, schau an: Griechenland gibt es also auch im All.