„Gotteskrieger“: Sollen wir sie Arschlöcher nennen?

Wir alle sollten es gut finden, wenn Sprache das ausdrückt, was wirklich ist. Was also hält uns davon ab, mordende Islamisten als das zu bezeichnen, was sie sind? Nämlich als Arschlöcher?

Ein Ärgernis ist jedenfalls der in den Medien gerne als Synonym für Terroristen verwendete Begriff „Gotteskrieger“. Dieser vermittelt uns das Gefühl, dass es dem Islamischen Staat (schon das eine Bezeichnung, die diese Killer unnötig adelt) und anderen blutrünstigen Gruppen vielleicht doch um höhere Ziele gehen könnte. Schreckensherrschaften dienen aber keinem höheren Wesen, sondern den Interessen der Anführer oder der an ihnen interessierten Mächte.

Tragisch ist bloß, dass Geschichte immer nur einen kleinen Teil der Menschheit etwas lehrt. „Ernenne arme Schlucker zu Herrenmenschen – und sie töten für dich“, lautet das Prinzip. Es funktioniert in einer islamistischen Organisation genau so wie damals im deutschen Faschismus. Tragikomisch ist es deshalb, wenn Neonazis gegen Muslime hetzen. Ohne zu merken, dass deren radikale Vertreter Brüder im Geiste sind. Faschisten und Islamisten haben die gleichen Denkstrukturen. Sie gehören zusammen, eigentlich.

Aber zurück zur Sprache. Wir haben keinerlei Grund, Mördern gegenüber höflich zu sein. Wer daran, glaubt, dass himmlische Jungfrauen auf ihn warten, wenn er sich zuvor mit Sprengstoff in seine Einzelteile zerlegt hat, ist ein Arschloch. Wer wahllos Menschen tötet, sehr oft auch solche, die seines angeblich so heiligen Glaubens sind, ist ein Arschloch. Wer einem selbst ernannten Kalifen willenlos ergeben ist, ist ein Arschloch.

Drei klare Argumente dafür, in Zukunft dieses Synonym zu nehmen. Der Gedanke daran fühlt sich gut an. Aber nachdenklich, wie unsereiner ist, überlegt er, ob dieses Schimpfwort nicht zu harmlos ist. Arschlöcher kennt jeder in großer Zahl, das geht beim mutwilligen Falschparker los. In meiner fränkischen Heimat kann man dieses Wort bei entsprechendem Tonfall sogar freundschaftlich verwenden. Es wird dem Ganzen nicht gerecht.

Wie also sollen wir sie nennen? Mörder, Unmenschen, Barbaren, Schlächter? Es ist seltsam, kein Wort beschreibt treffend die Verachtung, die Terror verdient. Vorschläge sind willkommen. Aber bitte, bitte ohne „Gott“.