Von der Smartwatch zum Apple-Implantat

Das Internet am Handgelenk. Ein Traum wird wahr.

Das Internet am Handgelenk. Ein Traum wird wahr.

Und hier ein Tusch: Ab sofort gibt es eine Armbanduhr, die uns allzeit bereit die überlebenswichtigen Informationen aus dem Internet liefert. Endlich wieder eine revolutionäre Innovation, möchte man sagen. Aber was ist wirklich los? Samsungs neue Smartwatch steht auch für einen sinnentleerten Kapitalismus.

Die weitere Digitalisierung unseres Daseins wird uns neue Probleme schaffen. Nehmen wir Googles Daten-Brille:  Wer in der U-Bahn auf einer Scharfe-Bräute-Seite surft und zu schwer atmet, könnte mit Frau Nachbarin Probleme kriegen. Wer mit dem Tunnelblick auf“s den Online-Stadtplan schaut, wird feststellen, dass Straßenlaternen dort nicht eingezeichnet sind.

Die intelligente Armbanduhr wiederum wird das medizinische Phänomen des Tennis-Arms vergessen lassen. Der Ellbogen wird zum früh verschlissenen Smart-Gelenk. Und die Turnhallen dieser Republik werden anlässlich der Abiturprüfungen gegen das Internet abgeschirmt. Denn sonst läuft Wikipedia mit.

Aber was ist eigentlich der tiefere Sinn solcher Erfindungen? Dass uns sinnvolle Produkte das Leben leichter machen? Dass sie gar ordentlich bezahlte Arbeitsplätze schaffen? Nein, dieses schlichte Denken hat unsere Wirtschaft längst überwunden. Oder überwinden müssen. Die Firmen brauchen immer neue Umsatz-Bringer, damit sie ihre Kosten knapp halten und ihre Schulden abbezahlen können. Und speziell die Internet- und Telekommunikationskonzerne leben davon, dass wir immer und überall für Werbebotschaften und für das Absaugen vermarktungsfähiger Daten auf Empfang sind.

Was also tun? Sich einfach verweigern? Nein, denn die Welt des Großkapitals muss sich weiter drehen.

Wo es hingeht ist eh klar: Effizienter als eine Armbanduhr oder eine Datenbrille sind wohl nur noch Implantate. Sie würden sich so etwas nie im Leben einpflanzen lassen? Warten wir mal ab, bis es Chips von Apple gibt. Dann reden wir weiter.