ADAC: Wir sind Autopapst!

Bescheidenheit ist das Gebot der Stunde. Seit Papst Franziskus vorlebt, dass man andere Menschen auch dann überzeugen kann, wenn man im Mittelklasse-Autos vorfährt, schwindet der Reiz einstmals gängiger Statussymbole. Wer Erfolg haben will, macht in Demut. Diese Erkenntnis soll jetzt auf den ADAC ausstrahlen. Der reichste Automobilclub aller Zeiten macht sich klein und lieb.

Der Vergleich zur Kirche drängt sich sowieso auf. 19 Millionen Mitglieder sind eine Hausnummer, bei der nur die großen Glaubenskonzerne mithalten können. Selbst der FC Bayern München dürfte diese Zahl erst im nächsten Jahrzehnt erreichen. Zudem war der ADAC lange Zeit hoch ideologisch, indem er den Glauben an die allzeit paradiesisch freie Mobilität freier Bürger propagierte.

Wie einer Sekte gelang es ihm, die Menschen an sich zu binden. Mit Benzingutscheinen, kostenlosen Straßenkarten, Reisekostenrücktrittsversicherungen, Schutzbriefen mit Helikopter-Rückholgarantie, mit Reifentests und vielem mehr. Dieser Automobilclub war glaubwürdiger als der Papst. Seine Zeitschrift erreichte deutschlandweit die größte Auflage – und bot die meisten Inserate für Treppenlifte und Rollatoren.

Dann aber kamen die Skandale. Und jetzt? Wir rechnen damit, dass in der „Motorwelt“ nur noch schadstoffarme Kleinwagen getestet werden. Gelbe Engel werden jede Reparatur mit einem Gebet beginnen. Stauberater werden nicht mehr auf Motorrädern, sondern auf windgetriebenen Bambus-Fahrrädern daherkommen.  Die Piloten am Norisring werden in Kettcars herumdüsen.

Fazit: Was Jorge Mario Bergoglio für den Vatikan, ist für den ADAC der neue Präsident August Markl. Und: Klingt sein  Name nicht wie dieses Städtchen am Inn? Ja, es stimmt: Großmannssucht und Geldgier waren gestern. Wir sind Autopapst!