„Hintern hoch!“ ist die beste Devise

Spricht man mit anderen mit anderen Leuten über die magischen Themen Ernährung, Gewicht und Bewegung, bekommt man den Eindruck, dass niemand mit sich und seinem Leben so richtig zufrieden ist. Aber vielleicht ist diese Selbstkritik nur der allgemeinen Small-Talk-Regeln geschuldet, dass man sich selbstkritisch und somit veränderungsbereit präsentieren sollte. Denn anonym erzählen die Menschen etwas anders.

Anlässlich einer Umfrage der Deutschen Sporthochschule haben sich die Befragten erstaunlich vergnügt gezeigt. 61 Prozent bezeichneten ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut. Sehr schön, denkt man sich, doch beim näheren Hinsehen packte die (von Berufs wegen) sportgläubigen Fragesteller das Grauen. Zeigte sich doch, dass sich die Menschen viel zu wenig bewegen. Der/die durchschnittliche Deutsche sitzt in Beruf und Freizeit täglich 7,5 Stunden. Zugleich wir weniger verschlafen, Vor allem junge Menschen wachen müde auf.

Das als gesund betrachtete Mindestmaß an Bewegung, nämlich 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive Bewegung pro Woche konnten nur 43 Prozent vorweisen. Was die Experten der Sporthochschule nicht nur deshalb schockte, weil dieser Wert 2010 noch bei 60 Prozent gelegen hat. In einer anonymen Umfrage äußern sich Menschen in eigener Sache meist günstiger als die Lage wirklich ist.

Jedenfalls soll die Umfrage ergeben haben, dass nur neun Prozent der Einwohner Deutschlands einen gesunden Lebensstil pflegen. Am meisten die Hamburger und Sachsen, schlampig leben demnach die Hessen.

Was lehrt uns diese Umfrage? Zunächst einmal, dass wir unseren Hintern zeitlich länger einsetzen, als wir schlafen. Dies zeigt, dass all den Fitness-Armbändern, die so supergenau unsere Schritte zählen, die Gesäßdruck-App als Pendant fehlt.

Diese müsste piepsen und „Hintern hoch!“ fordern. Stufe 2 würde „Beweg Dich!“ lauten. Und das ist doch schön, weil dieser Aufforderungen auch die notorisch Bewegungsfaulen nutzen können. Denn auch politisch sind es die besten guten Vorsätze. Alsdenn, befolgen wir sie.