Stolze Frauen tragen keine Leggings

Eine der großen Verheißungen des Feminismus ist es, dass sich fast alles zum Guten änderte, sobald die Frauen an der Macht wären. Die Revierkämpfe eitler Chef-Gockel wie auch das versoffene Klüngeln in den Männerbünden wären passé. Zählen würden fortan Fachwissen und emotionale Intelligenz. Der Himmel über uns würde rosa getüncht, dem Paradies auf Erden wäre der Weg bereitet.

Auf der ganz großen Weltbühne verlaufen Versuche mit mächtigen Frauen allerdings ernüchternd. Margaret Thatcher, frühere englische Premierministerin, glänzte nicht nur durch eine sagenhafte Betonfrisur, sie zermörserte komplett humorlos die Gewerkschaften ihres Landes. Schließlich führte sie gegen Argentinien Krieg um eine nebensächliche Inselgruppe am Rand der Antarktis. Unsere Bundeskanzlerin gibt sich zuletzt ziemlich locker. Authentisch wirkt Angela Merkel aber dann, wenn sie mit ihrer Sekundenkleber-Geste dasteht und mit hängenden Mundwinkeln die neuesten Alternativlosigkeiten verkündet.

Genau das ist das Erfolgsrezept. Frauen werden als führungsbereiter wahrgenommen, wenn sie nicht fröhlich wirken, sondern Stolz auf ihre eigene Leistung zeigen. Dies ist eines der ersten Ergebnisse eines langfristigen Forschungsprojekts, bei dem Wirtschaftswissenschaftlerinnen der Technischen Universität München die Auswahl und Beurteilung von Führungskräften untersuchen. Selbst Frauen erwarten demnach noch immer mehr Führungskraft von Männern. Diese sollen durchsetzungsstark, dominant und hart auftreten. Frauen hingegen sollen ausgleichend, freundlich und sozial auftreten. Andererseits wurde Emotionsfreiheit bei Frauen als Indiz für Führungswillen wahrgenommen.

Stolz und unnahbar sollen sie also sein, die Business-Ladies. Aber bitte bloß im Beruf. Denn auch eine große Online-Partnerschaftsagentur hat die Wirkung des weiblichen Geschlechts untersucht. Die Traumfrau hier: 76 Prozent der Männer finden kochende Frauen sexy, Frauen mit Doktortitel aber nur 18 Prozent. 70 Prozent der Männer klickten beim Favoritinnen-Quiz auf “attraktive Frauen”, nur 27 Prozent auf “Karrierefrauen”. Schlank, brünett und blauäugig sollen sie auch sein.

Das alles zeigt, dass es Frauen wirklich nicht leicht haben. Zumal sie, wie die Kuppelagentur ermittelt hat, auf keinen Fall Leggings und Hippiekleider tragen sollen. Zumindest diese Anforderung sollten Büro-Herrscherinnen erfüllen. Es gibt also Hoffnung. Nicht viel. Aber immerhin.

Pille danach? Okay, aber nicht für alle Fälle

Wie nett: Da hat sich eine Runde von alten Männern tiefgründig mit dem gebärfähigen Körper der Frau befasst. Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich ein Thema vorgenommen, das ihre Mitglieder eigentlich ganz und gar nichts angeht. Aber immerhin: Es ist Hirn vom Himmel gefallen. Deutschlands oberste Katholiken haben ihren grundsätzlichen Widerstand gegen die “Pille danach” aufgegeben. Frauen müssen den Zorn Gottes nicht mehr fürchten, wenn sie das Kind ihres Vergewaltigers nicht austragen wollen. Sagen seine angeblichen Stellvertreter auf Erden.

Da hat in aller Nachhaltigkeit die Barmherzigkeit gesiegt, möchte man jubeln. Aber dafür gibt es keinen Grund. Denn es ist eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen selbst über eine Pille gegen eine ungewollte Schwangerschaft entscheiden. Auch ohne Rücksprache mit dem jeweils diensthabenden Exorzisten. Aldenn: Es ward geredet. Es ward gut. Und Gott sah es mit Wohlgefallen. Punkt.

Träumen wir lieber ein bisschen von den vielen wunderbaren Möglichkeiten, die uns die “Pille danach” noch schenken könnte. Wie etwa sähe unser Showbusiness, wie unser RTL-Programm aus, wenn sie gleich nach der ersten Produktion von Dieter Bohlen geschluckt worden wäre? Wie unsere Kommunikation, wenn sie bereitgelegen wäre, als Mark Zuckerberg sein Facebook scharfgestellt hat?

Wie schön wäre diese Pille, wenn sie der Fußballfan nach dem Abstieg seines Lieblingsclubs schlucken könnte? Wie gut wäre es für unser geliebtes Nachbarland Italien, wenn sie nach dem nächsten Wahlerfolg von Berlusconi wirken würde?

Die Einsatzmöglichkeiten wären unbegrenzt. Aber erstmal geben wir die “Pille danach” den Frauen. Doch nur in wirklich bösen Fällen. Was Frauen wirklich wünschen, ist ja klar. Eine Pille danach, die nach sieben Jahren Ehe automatisch zugeteilt wird und optional verwendet werden kann. Hier gilt jedoch: Das gibt es nicht. Das geht zu weit. Das ist Teufelszeug. Sakrament!

Der Mann schrubbt – leider oft vergebens

Männer, auch begabte Sexisten, müssen sich damit abfinden: Die einzige sichere Eigenschaft von Frau ist ihre Widersprüchlichkeit. Da läuft seit gut 30 Jahren unter dem Stichwort “Feminismus” ein riesiger gesellschaftlicher Feldversuch mit dem Ziel der Umerziehung des Mannes zu einem kooperativen, gerechten, sanften, hilfsbereiten Wesen. Und nun das: Ehemänner, die Hausarbeit leisten, verlieren die Lust auf Sex und werden von ihren Frauen als weniger attraktiv eingeschätzt.

Das behauptet Medien zufolge das Center for Advanced Studies am Juan-March-Institut in Madrid. Mittels einer Befragung von 7002 Teilnehmern will es herausgefunden haben, dass insbesondere das Erledigen von Arbeiten, die als typisch weiblich gelten, die Libido beeinträchtigen. Wogegen Männer, die im Garten arbeiten oder Rechnungen bezahlen, gemäß dieser Studie häufiger Tanzkarten verteilen.

Ich gebe zu bedenken: Hinter den meisten Umfragen steckt ein Auftraggeber. Und selbst Professoren sind bestechlich. Einen Geldgeber wird es auch hier gegeben haben, zumal es sich bei diesem bislang völlig unbekannten Institut entweder um eine frische Existenzgründung oder um eine betrügerische Briefkastenfirma handeln könnte. Wer weiß, vielleicht stecken die Baumärkte in der Umsatzkrise und wollen Hornbach-Erotik mit Nachdruck salonfähig machen. Eventuell wollen uns die darbenden Handelskonzerne einbleuen, dass das Abzeichnen von Quittungen ein majestätischer, mega-männlicher Akt ist. Oder die von einbrechenden Verkaufszahlen gebeutelte Autoindustrie wollen den Männern wieder klar machen, dass das Einseifen der verdreckten Karre schärfer macht als das Schrubben der Toilettenschüssel. Zumal Letzteres zwangsläufig den Anteil der Sitzpinkler steigert.

Vielleicht aber leben wir nur in seltsamen Zeiten. Wenn das RTL-Dschungelcamp für einen angesehenen Fernsehpreis nominiert wird, kann es ja sein, dass in unserer Wahrnehmung die Grenzen zwischen blöd und originell verwischen. Was auch für Umfragen gelten könnte.

Zumal es auch andere Studien gibt. Demnach hängt die Zufriedenheit von Frauen in der Ehe stark davon ab, ob und wie stark sich ihre Männer im Haushalt beteiligen. Tja. Frauen sind eben so – unbestimmt. Und für den Mann des 21. Jahrhunderts gilt wohl ein schöner fränkischer Satz. “Wäimers machd, is verkährd.” (Wie man es macht, ist es verkehrt) Und so putzen wir vergebens. Das ist die Tragik des Lebens.

Lothar, Du Sysiphus der Silikonhügel

Liebe Leute, Ihr könnt lästern, schwatzen und flüstern wir ihr wollt. Ich stecke den Sand nicht in den Kopf. Ein Hirndübel lässt sich seine Meinung nicht von der Schwarmintelligenz der Boulevardpresse diktieren. Für mich ist Lothar Matthäus ein Held. Ein tragischer zwar, aber er ist einer. Punkt. Aus. Ende.

Wie jetzt bekannt wurde, ist auch sein Dessous-Model Joanna Tuczynska nach gut eineinhalb Jahren gemeinsamer Zusammengehörigkeit beziehungstechnisch dahingeschieden. So wie vor ihr Ariadne, Liliana, Marijana, Maren, Lolita und Silvia. Wieder war es nix. Und was sagt Loddar dazu? “Wir haben uns einvernehmlich getrennt. Ich hege keinen Groll und wünsche Joanna alles Gute für die Zukunft.”

Genau das ist die dem Franken eigene Größe in Reinkultur. Schauen wir doch einmal herum, wie andere Männer reagieren, wenn sie verlassen werden. Sie randalieren, demolieren Autos,  zertrümmern Wohnungseinrichtungen, brechen die Nasenbeine der Nebenbuhler oder fallen in Suff und Depression. Gute Wünsche für die Ex? Nie und nimmer.

Wir lernen daraus: Lothar Matthäus geht mit verflossener Liebe extrem großzügig um. Er ist eine wahre Diva, gewissermaßen die Zsa Zsa Gabor des Weltfußballs. Nein, dieser Mann glaubt an sich und sein Glück. Er wird nie aufgeben, wird nie zweifeln – und doch immer wieder scheitern. Man könnte ihn auch den Odysseus der Schlauchbootlippen oder den Sysiphus der Silikonhügel nennen. Dieser unverbesserliche Romantiker steht parabelhaft für das Leben und Leiden von uns allen, für unser immerwährendes suchen, finden und verlieren.

Nur eines kann ihn erlösen: Wenn der Sexualtrieb der Altersweisheit weicht. Das dauert noch ein bisschen. Gebt ihm also erstmal einen netten Verein, wie etwa 1860 München. Loddar braucht jetzt Fußball. Denn wie heißt es so schön? Ein Tor würde dem Spiel gut tun.

 

 

 

 

Arme Heidi Klum: Die Krise vermiest uns die Bulimie

Sie ist schon arm dran, unser Germany’s First Top-Model, Heidi Klum. Nicht nur ihr Ehemann, sondern auch scharenweise Fernsehzuschauer sind ihr davongerannt. Und bestimmt fragt sich die gestrenge Modetante: Was ist bloß in diesem Land? Die Antwort kommt aus London. Schuld sind die Griechen, Spanier, Italiener und andere. Denn in der Wirtschaftskrise erstirbt der geheime Charme der Bulimie.

Forscher der Westminister-Universität haben das Phänomen in einer Studie mit dem Titel “The Impact of Psychological Stress on Men’s Judgements of Female Body Size” untersucht. Es geht also darum, wie Psychostress das Beuteschema von Männern verändert. Normalerweise sind Heidis zarte Wesen in ihren Kleidchen in Größe 34 und darunter die Inkarnation des Glamourösen. Entsprechend viele Männer träumten davon, mit einer solchen Begleiterin auf einer Party aufzutauchen. Sie waren bereit, dafür so richtig Geld rauszuhauen.

Doch das gilt nur, wenn ihre Seele  intakt ist und wenn die Zukunftsperspektiven stimmen. Doch heute wirkt die Finanzkrise als purer Stress, die Angst vor Geld- und Jobverlust macht Männer fertig. Dann heißt es:  Ade, schöne Zicke. Hallo, Mama. Im wissenschaftlichen Versuch bedeutete das, dass die unter Stress gesetzten Probanden üppige Frauen auf vorgelegten Fotos attraktiver fanden.

Damit bestätigten die Forscher die Hypothese, dass Menschen wie auch Tiere in Stresssituationen einen erhöhten Bedarf an Sicherheit haben. Evolutionsgeschichtlich gesehen signalisieren rundere weibliche Formen ausreichenden Zugang zu Nahrung, eine bessere Gesundheit und einen stabileren weiblichen Zyklus als dünne Frauenkörper, erläuterten die Forscher.

Und damit drohen Heidi Klum ganz schwere Zeiten. Sie hat das bereits gemerkt, und zu einem der letzten Mittel gegriffen. Sie ließ sich unter den Rock fotografieren und präsentierte lachend ihr mit Photoshop bearbeitetes Hinterteil.

Hilft bloß nix. Denn die Krise wird noch stärker werden. Also, Heidi: Lerne endlich, was es heißt, anständig zu essen. Oder gib deinen  Sendeplatz an ein erfolgversprechenderes Format ab: Tine Wittler und Dirk Bach präsentieren “Germany’s Next  Top-Moppel”.  Wir werden uns auf dem Sofa amüsieren und noch mehr Chips und Nüsse futtern als bisher. Denn das Signal zum unbegrenzten  Zugang zu Nahrung gefällt uns – in diesen schweren Zeiten.

Die Liebe lässt uns mächtig rudern

Wo die Liebe hinfällt, bleibt nicht selten ein Krater zurück. Aber muss man eine Frau dafür bestrafen, dass sie mit einem Deppen zusammen ist? So wie im Rudersport? Und was ist schön daran, jeden Abend Helmut Schmidt zuzuhören? Denken wir darüber nach…
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Alkohol macht schön!?

Welcher einsame Großstadt-Wolf  kennt das nicht? Er sitzt an der Bar. Irgendwie hormonell aufgeladen, aber angesichts der anwesenden Ladys nicht übermäßig motiviert. Er trinkt was, und schließlich wird der Wolf zum Jäger. Er reißt seine Beute, erlebt eine heiße Nacht – und erschrickt beim Aufwachen. Wie kommt einer wie er zu dieser hässlichen Frau?

So stellen wir uns gemeinhin den Akt und die Folgen des Schönsaufens vor. Der pirschende Mann trübt seine Sinne, damit sie ihm Attraktivität vorgaukelt, wo gar keine ist.

 Bloß: So stimmt das nicht. Durch Alkohol wird nämlich der Wolf sexy. Französische Wissenschaftler wollen dies in einer Studie mit dem Titel “Die Schönheit liegt im Auge des Biertrinkers” herausgefunden haben. Demnach ist der verklemmte und/oder verschüchterte  Nachtschwärmer, der sich ansonsten schon dann erotisch wähnt, wenn er auf Facebook mit zitternden Fingern auf “Anstupsen” drückt , zunächst hilflos. Männer haben ja Probleme, Lustsignale von Frauen zu empfangen und zutreffend zu bewerten.

Der Alkohol jedoch fließt nicht nur in die Leber, sondern offenbar auch ins Rückgrat. Unser Jäger strafft sich und beginnt, sich selbst immer attraktiver zu finden. Schön, wie er sich nunmehr fühlt, ist er bereit zum zielführenden Gespräch.

Soweit die Forscher. Nicht untersucht haben sie allerdings, wie sich die Attraktivität eines zunehmend besoffenen Menschen in der Wahrnehmung der Umgebung verändert. Es liegt sicher am Ausmaß des Saufens und am Mundgeruchfaktor des jeweiligen Getränkes. Wodka oder Wein haben da bestimmt eine bessere Prognose als fränkisches Landbier.

Zwei Probleme aber bleiben: Auf jeden Rausch folgt der Kater. Und jeder Depp bleibt Depp. Ohne Alkohol leben, aber über lange Strecken einsam sein, ist alles in allem gesünder. Man nennt es auch Marathonlauf. 

Hurra, die Liebe bricht herein!

Geldbeutel raus! Heute muss alles weg! Es ist doch schön, dass es in all dem Leid, in all dem Stress, der auf dieser Welt ist,  Tage gibt, an denen die Liebe dramatisch über uns hereinbricht. So auch heute. Es ist Valentinstag. Überall werden die Sendboten der Innigkeit zu Bündeln verschnürt und in Papier oder Folie verpackt.

Man kann am Sinn dieses Tages zweifeln. Mann sowieso, denn ein solches Ereignis bringt die eigene Routine völlig durcheinander. Schließlich muss  zu Arbeitsplatz, Heimweg, Sofa, Abendessen und Champions League ein Abstecher zum Floristen hinzugefügt werden. Immerhin, man leistet etwas für ärmere Regionen. 30 Prozent der in Deutschland verkauften Schnittblumen kommen aus Entwicklungsländern. Das findet Dirk Niebel gut, den im Pestiziddampf arbeitenden Frauen und Kindern hilft es wenigstens zum Teil.

Ein weiteres Gegenargument: Blumen schenken hat etwas vom Jahr der Behinderten oder vom Jahr der Frau. Man(n) geht, besorgt etwas, bringt es durch Schnee und Matsch nach Hause. Frau freut sich. Aber dann muss es auch wieder gut sein. Bis zum Muttertag. 

Auf jeden Fall sollten Schenkende die Sprache der Blumen kennen. Es hat eine bittere Ironie wenn der Sofahocker, der jeden Abend nach dem dritten Bier vergisst, dass er nicht alleine lebt, mit roten Rosen daherkommt. Die damit signalisierte Leidenschaft ist vermutlich schwer einzulösen, weshalb die Beschenkte dazu neigen könnte, ein schlechtes Gewissen zu vermuten. Nelken sind modern, werden aber auch gerne  für Trauerkränze benutzt. Das kann falsch verstanden werden.

Die Gerbera sieht hübsch aus, ist aber eine Blume, die man völlig leidenschaftslos auch an die eigene Oma verschenken kann. Recht clever ist es, die Iris in den Valentinstag-Strauß einzubauen. Sie steht für echte Liebe, worunter man ja durchaus auch den gemeinsamen Kartoffelchips – und Erdnussverzehr verstehen kann. Wer aber ganz sicher nichts verkehrt machen will, sollte zur Kamille greifen. Diese Blume steht für Hoffnung. Die können alle brauchen, Mann und Frau, zu jeder Zeit, an jedem Ort.

Wie dem auch sei: Ich war, Stand heute, 13.30 Uhr, noch nicht im Blumenladen. Aber ich werde tun, was ein Mann tun muss. Und vielleicht werde ich sogar überrascht, wenn Bier und Chips schon bereitstehen. Das ist dann mein schönes Geschenk. Bis zum Vatertag.

Ein Leben als Frau? Lieber nicht!

Franz Beckenbauer redet davon, dass er sich vorstellen könnte, als Frau wiedergeboren zu werden. Ich sage: Hier irrt die Lichtgestalt. Denn das Leben der Frau ist viel zu kompliziert und viel zu ungerecht. Weiter lesen

Frau am Steuer – einfach unsexy

Völlig unverständlich: Männer finden Taxifahrerinnen unsexy.

Völlig unverständlich: Männer finden Taxifahrerinnen unsexy.

“Tomatensaft bitte!” Kürzlich hatte eine Umfrage aufgedeckt, dass diese Aufforderung bei vielen Männern mit einer hohen Testosteron-Ausschüttung einhergeht. Kurz gesagt, Stewardess gilt den Herren in Deutschland als erotischter Beruf. Es war klar, dass die Gegenfrage kommen musste. Welcher Beruf ist unsexy? Die Antwort: Es ist die Frau am Steuer.

Aber der Reihe nach: Wir erfahren zum Beispiel, dass laut Umfrage die Restaurantwirtin auf dem zehnten Platz des Unsexy-Rankings liegt. Also fragt man sich doch, warum ein Frau, die Pils zapft und Schnitzel serviert, langweiliger ist, als eine Frau, die in einem Flugzeug Kaffee ausschenkt. Rätselhaft. Die Erotik-Studie ist auch eine klare Absage an “Mädchen in Männerberufen”. Handwerkerinnen und Kfz-Mechanikerinnen landen auf den Plätzen 9 und 8. Na gut, hier ist wohl die natürliche Autorität des Durchschnittsmannes tangiert.

Erstaunlich hingegen ist der siebtletzte Platz der Verkäuferinnen. Das kann eigentlich nur daran liegen, dass Männer zu selten sehenden Auges zu Douglas oder in Schuhgeschäfte gehen. Hormontechnisch unbedeutend sind ebenfalls Schaffnerinnen und Büroangestellte, die keine Sekretärinnen sind.

Dass Macht und gegebenfalls Klugheit Frauen nicht sexy machen zeigen die Plätze vier bis zwei: Sie gehen an Programmiererinnen, Beamtinnen und Politikerinnen.

Die Anti-Sex-Frau schlechthin ist jedoch die Taxifahrerin. Logisch: Sie dringt in die Männerdomäne des Fahrens ein, trägt ausschließlich bequeme Kleidung, muss nicht mal nach dem Weg fragen, soll möglichst nicht zu sehr vollgequatscht werden und verlangt für ihre Dienstleistung in aller Regel viel zu viel Geld. Schlechte Papiere. Allerdings geht es den Herren am Steuer nicht besser. Auch Frauen gilt der Taxifahrer als besonders unsexy.

Ich stelle also abschließend fest, dass ich Liebesbeziehungen von Taxifahrerinnen und -fahrern für sehr wahrscheinlich halte. Sonst will sie ja keiner.