Die USA: Das Land, in dem Geldgier geil ist

Die USA, ist das nicht dieses Land, in dem Kinder gestohlen und in Käfige gesperrt werden. So wie das in Nigeria diese widerwärtige Islamistenbande  Boko Haram gemacht hat? Ja, stimmt. America ist inzwischen so great, dass sich der Staat terroristisches Verhalten gegen Familien von Migranten zubilligt.

Was aber hätten wir noch, wenn wir in den USA leben würden? Grenzenlosen Kapitalismus. Nehmen wir unseren Lieblings-Einzelhändler Amazon. Dieser hatte mit Büchern angefangen, verkauft aber jetzt alles, was die Märkte hergeben. Die online bestellte Ware wird in affenartiger Geschwindigkeit geliefert. Was nicht gefällt, wird zurückgeschickt und wandert oft genug beim Absender als nicht mehr brauchbar im Müllcontainer. Wer heute bestellt, bekommt den Abfall von morgen.

Doch Ex und Hopp rentiert sich. Amazon-Chef Jeff Bezos verdient 36.720 US-Dollar. Pro Minute. Bei dieser Zahl ergraut selbst dem kickenden Steuerhinterzieher Cristiano Ronaldo das gegelte schwarze Haupthaar. Mit einem Gesamtvermögen von 112 Milliarden Dollar gilt er als der derzeit reichste Mensch. Das weckt Bewunderung. Kürzlich wurde der Internet-Bonze mit dem Axel-Springer-Award gefeiert. Das Medienhaus würdigt damit  „herausragende Persönlichkeiten, die außergewöhnlich innovativ sind, neue Märkte schaffen und Märkte verändern. Kultur formen und sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen.“

Ach so? Bezos hat kein Problem damit, dass er in einer Minute über 7000 Dollar mehr einnimmt, als seine durchschnittlichen Mitarbeiter pro Jahr verdienen. Der reichste Mann der Welt kann offenbar auch gut damit leben, dass viele seiner deutschen Mitarbeiter_innen mit Familie mit Hartz IV aufstocken müssen, weil die gezahlten Löhne zum Leben nicht reichen. Der Staat hilft beim Amazon-Jobwunder mit. Schließlich ist der für gesellschaftliche Verantwortung dafür bekannt, dass er seine Belegschaft mit üblen Überwachungsmethoden unter Druck setzt.

Sollte neben Erträgen auch Moral interessieren, ist America gar nicht great. Übrigens zahlt jeder normale Buchhändler drei Mal so viele Steuern auf jeden verdienten Euro wie die Firma des modernen Onkel Dagobert. Die Preisfrage lautet also: Wo würden wir lieber einkaufen. Wenn wir nicht so faul wären..