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Nichts ist heißer als Landlust
Was ist schön? Man weiß es nicht. Tatsächlich reagieren Menschen auf sehr unterschiedliche Reize. uf jedem Gebiet. Da ist jemand verzückt beim Anblick einer Walmdachvilla im Grünen, während der andere ein viereckiges Ding aus Glas und Stahl bewundert. Mancher findet ein zweisitziges Cabrio wunderhübsch, während sich ein anderer in ein sechs Meter langes SUV verliebt. Aber wie ist das jetzt mit der Schönheit, wenn es um Mann und Frau geht?
Kluge Philosophen warnen seit jeher davor, dem Reiz des Äußerlichen zu erliegen. Schönheit sei vergänglich. Und entscheidend sei ohnehin nicht das Gesicht, sondern das Licht im Herzen. Trotzdem gibt es ein mutmaßliches Schönheitsideal. Nämlich die 1,80 Meter große Frau mit Größe 34, die auch auf 20 Zentimetern hohen Schuhen unfallfrei unterwegs ist. Das ist Schönheit aus dem Hause Klum.
Der angebliche Traum vieler Männer wiederum sieht so aus: Langhaarig, superschlank, trotzdem mit Doppel-D-BH und den Mund 24 Stunden am Tag zum Kuss geformt. So dass auch der Verzehr eines Hiffenmark-Krapfens lasziv aussieht. Hier handelt es sich um die Schönheit vom Typ Pirelli-Kalender samt seiner meist billigen Kopien.
Seltsam ist allerdings: Nicht die erotischen Jahresplaner sind die Verkaufsschlager. Für größtes Aufsehen sorgen vielmehr die Landjugend-, Landfrauen- oder Bäuerinnen-Kalender. Kaum sind solche Machwerke auf dem Markt, stürmen die Menschen Kioske und Buchhandlungen. Dabei wirken die abgebildeten Frauen selten besonders aufregend. Die Erotik besteht manchmal nur darin, dass an der Arbeitsbluse ein Knopf zuviel geöffnet wird. Oder sie gipfelt, wie im neuen Knoblauchsland-Kalender, darin, dass eine Landfrau ihr Nachthemd mit Karpfenfischer-Stiefeln kombiniert.
Warum also ist “Landlust” nicht nur als Zeitschrift irrsinnig begehrt? Vielleicht denken Männer pragmatisch. Sie wissen, dass schöne Frauen anfangs teuer und später anstrengend sind, wenn sie älter werden. Sie wissen, dass es hilfreich sein kann, wenn eine Frau das Kaminholz hacken kann, falls die eigene Bandscheibe klemmt. Wer ein Herz für Schönheit hat, findet Schönheit überall. Alsdenn, im Kuhstall brennt noch Licht…
Arme Heidi Klum: Die Krise vermiest uns die Bulimie
Sie ist schon arm dran, unser Germany’s First Top-Model, Heidi Klum. Nicht nur ihr Ehemann, sondern auch scharenweise Fernsehzuschauer sind ihr davongerannt. Und bestimmt fragt sich die gestrenge Modetante: Was ist bloß in diesem Land? Die Antwort kommt aus London. Schuld sind die Griechen, Spanier, Italiener und andere. Denn in der Wirtschaftskrise erstirbt der geheime Charme der Bulimie.
Forscher der Westminister-Universität haben das Phänomen in einer Studie mit dem Titel “The Impact of Psychological Stress on Men’s Judgements of Female Body Size” untersucht. Es geht also darum, wie Psychostress das Beuteschema von Männern verändert. Normalerweise sind Heidis zarte Wesen in ihren Kleidchen in Größe 34 und darunter die Inkarnation des Glamourösen. Entsprechend viele Männer träumten davon, mit einer solchen Begleiterin auf einer Party aufzutauchen. Sie waren bereit, dafür so richtig Geld rauszuhauen.
Doch das gilt nur, wenn ihre Seele intakt ist und wenn die Zukunftsperspektiven stimmen. Doch heute wirkt die Finanzkrise als purer Stress, die Angst vor Geld- und Jobverlust macht Männer fertig. Dann heißt es: Ade, schöne Zicke. Hallo, Mama. Im wissenschaftlichen Versuch bedeutete das, dass die unter Stress gesetzten Probanden üppige Frauen auf vorgelegten Fotos attraktiver fanden.
Damit bestätigten die Forscher die Hypothese, dass Menschen wie auch Tiere in Stresssituationen einen erhöhten Bedarf an Sicherheit haben. Evolutionsgeschichtlich gesehen signalisieren rundere weibliche Formen ausreichenden Zugang zu Nahrung, eine bessere Gesundheit und einen stabileren weiblichen Zyklus als dünne Frauenkörper, erläuterten die Forscher.
Und damit drohen Heidi Klum ganz schwere Zeiten. Sie hat das bereits gemerkt, und zu einem der letzten Mittel gegriffen. Sie ließ sich unter den Rock fotografieren und präsentierte lachend ihr mit Photoshop bearbeitetes Hinterteil.
Hilft bloß nix. Denn die Krise wird noch stärker werden. Also, Heidi: Lerne endlich, was es heißt, anständig zu essen. Oder gib deinen Sendeplatz an ein erfolgversprechenderes Format ab: Tine Wittler und Dirk Bach präsentieren “Germany’s Next Top-Moppel”. Wir werden uns auf dem Sofa amüsieren und noch mehr Chips und Nüsse futtern als bisher. Denn das Signal zum unbegrenzten Zugang zu Nahrung gefällt uns – in diesen schweren Zeiten.
Alkohol macht schön!?
Welcher einsame Großstadt-Wolf kennt das nicht? Er sitzt an der Bar. Irgendwie hormonell aufgeladen, aber angesichts der anwesenden Ladys nicht übermäßig motiviert. Er trinkt was, und schließlich wird der Wolf zum Jäger. Er reißt seine Beute, erlebt eine heiße Nacht – und erschrickt beim Aufwachen. Wie kommt einer wie er zu dieser hässlichen Frau?
So stellen wir uns gemeinhin den Akt und die Folgen des Schönsaufens vor. Der pirschende Mann trübt seine Sinne, damit sie ihm Attraktivität vorgaukelt, wo gar keine ist.
Bloß: So stimmt das nicht. Durch Alkohol wird nämlich der Wolf sexy. Französische Wissenschaftler wollen dies in einer Studie mit dem Titel “Die Schönheit liegt im Auge des Biertrinkers” herausgefunden haben. Demnach ist der verklemmte und/oder verschüchterte Nachtschwärmer, der sich ansonsten schon dann erotisch wähnt, wenn er auf Facebook mit zitternden Fingern auf “Anstupsen” drückt , zunächst hilflos. Männer haben ja Probleme, Lustsignale von Frauen zu empfangen und zutreffend zu bewerten.
Der Alkohol jedoch fließt nicht nur in die Leber, sondern offenbar auch ins Rückgrat. Unser Jäger strafft sich und beginnt, sich selbst immer attraktiver zu finden. Schön, wie er sich nunmehr fühlt, ist er bereit zum zielführenden Gespräch.
Soweit die Forscher. Nicht untersucht haben sie allerdings, wie sich die Attraktivität eines zunehmend besoffenen Menschen in der Wahrnehmung der Umgebung verändert. Es liegt sicher am Ausmaß des Saufens und am Mundgeruchfaktor des jeweiligen Getränkes. Wodka oder Wein haben da bestimmt eine bessere Prognose als fränkisches Landbier.
Wo kein Weib, ist immerhin noch Wein
Wenn das keine Verheißung war: „Wer nicht liebt Wein, Weib, Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang“. Dies erklärte unser großer Reformator Martin Luther und machte so der katholischen Lustfeindlichkeit ein Ende. Vor allem aber vermittelte er damit das Bild, dass das alles zusammengehöre. Männliche Fruchtfliegen können da nur süß-sauer lächeln.
Aber zurück zum Motto: Der galante Wiener Walzerkönig Johann Strauß machte den Wahlspruch zum Titel eines seiner Werke. Damals war die Welt von Mann und Frau offenbar noch wohlgeordnet. Als aber ein gewisser Ian Dury 1977 seine Punk-Folk-Version unter dem Titel “Sex and Drugs and Rock´n Roll” herausbrachte, konnte man schon den Eindruck haben, dass alles zusammen schwer erreichbar sein könnte. Der Mann war einfach zu hässlich und hatte auch noch richtig schlechte Zähne.
Außerdem hatten Udo Jürgens mit “Griechischer Wein” und Peter Alexander mit “Die kleine Kneipe” schon 1974 und 1975 davon gesungen, dass Saufen auch mit anderen, ernsteren Themen zu tun haben könnte.
Das Thema “Ersatzbefriedigung” rückt seitdem mehr und mehr in den Blickpunkt der Gelehrten. Womit wir bei der Fruchtfliege wären. Forscher der University of California haben nämlich herausgefunden, dass sich männliche Fruchtfliegen mit Alkohol trösten, wenn sie keinen Sex bekommen. Sie hatten im Labor männliche Fliegen mit Weibchen zusammengebracht, die sich zuvor gepaart und folglich kein Interesse mehr an Sex hatten.
Die zurückgewiesenen Männchen hatten im Anschluss die Wahl zwischen normalem und Ethanol-haltigem Futter. Sie stürzten sich auf den Alkohol.
Nun versprechen sich die Forscher von ihrer Studie neue Erkenntnisse über das Suchtverhalten beim Menschen. Mit Verlaub: Ich mag daran nicht glauben. Dazu ist sie einfach zu unvollständig. So wurde den Fruchtfliegen als Alternative weder Halbmarathon, Harley-Davidson, Bundesliga-Dauerkarte noch eine Mitgliedschaft im Golfverein vorgeschlagen.
Und es fehlen Hinweise auf die geheimen Gelüste verschmähter Fruchtflieginnen. Unser singender Menschenkenner und -freund Udo Jürgens hatte dafür im Jahr 1976 eine Idee. Torte – “Aber bitte mit Sahne!”.
Keine Sorge, die nackten Mädchen wandern nur
So, Haken dahinter: Der internationale Frauentag ist auch wieder geschafft. Jetzt noch amMuttertag Pralinen verschenken. Dann war’s dann wieder mit der Frauenfreundlichkeit, bis zum Valentinstag 2013. Man darf es mit der Gleichberechtigung nicht übertreiben. ZumGlück haben Aktionstage keine Folgen. Ach! Und was ist mit der Revolution bei “Bild”?
Da hat doch Deutschlands größte Boulevard-Zeitung tatsächlich von einem Frauentag auf den anderen das Seite-1-Mädchen abgeschafft. Dabei war doch die Kombination aus nackter Haut und neckischen Texten eines der wichtigsten Kauf- oder zumindest Hinguck-Argumente. Über 5000 Mal waren hüllenlose Schöne zu betrachten. Was haben sich die Herren der Redaktion (die Frauen hatten am 8. März frei) dabei bloß gedacht?
Vielleicht wollten sie beweisen, dass Frauenrechte auch durch Frauenversteher gewährleistet werden können. Wäre das so, könnte man sich die Debatte um Quoten für redaktionelles Führungspersonal sparen. Und kennen wir es nicht auch von Seminaren oder Unternehmensberatungen, dass die besten Ideen meistens “jemand von außen” hat?
Vielleicht plant “Bild” lediglich Brustvergrößerungen. Da auf der Titelseite wegen zurücktretender Bundespräsidenten, fistelstimmiger Castings-Stars, Helden des Sports und sonstigen Katastrophen immer drangvolle Enge herrscht, eröffnet das Verlegen des Nackig-Girls auf Seite 3 neue gestalterische Möglichkeiten. Man kann dann so ein schönes Strapsbild ja auch mal ganz groß bringen.
Vielleicht geht es aber nur ums Geld. Die Verkaufszahl der “Bild”-Zeitung im vierten Quartal ist von 2010 auf 2011 um 6,8 Prozent zurückgegangen. Glaubt man also, dass die Gelegenheitsgaffer zu zahlenden Kunden werden, wenn sie das Blatt am Kiosk in die Hand nehmen und umblättern müssen? (“Lesen verpflichtet zum Kauf”)
Denken wir in Ruhe drüber nach. Sicher dürfte aber sein, dass es sich bei der großen Frauenaktion um Heuchelei handelt. “Bild” ohne nackte Haut und ohne die Sex-Beichten von A- bis F-Promis ist für das breite Publikum so interessant wie ein Fußballspiel ohne Ball und Zalando ohne Schuhe.
Also Männer: Haken dahinter. Die Bild-Zeitung bleibt, wie und was sie ist. Und der nächste Internationale Frauentag kommt ganz bestimmt.
Hurra, die Liebe bricht herein!
Es ist doch schön, dass es in all dem Leid, in all dem Stress, der auf dieser Welt ist, Tage gibt, an denen die Liebe dramatisch über uns hereinbricht. So auch heute. Es ist Valentinstag. Überall werden die Sendboten der Innigkeit zu Bündeln verschnürt und in Papier oder Folie verpackt.
Man kann am Sinn dieses Tages zweifeln. Mann sowieso, denn ein solches Ereignis bringt die eigene Routine völlig durcheinander. Schließlich muss zu Arbeitsplatz, Heimweg, Sofa, Abendessen und Champions League ein Abstecher zum Floristen hinzugefügt werden. Immerhin, man leistet etwas für ärmere Regionen. 30 Prozent der in Deutschland verkauften Schnittblumen kommen aus Entwicklungsländern. Das findet Dirk Niebel gut, den im Pestiziddampf arbeitenden Frauen und Kindern hilft es wenigstens zum Teil.
Ein weiteres Gegenargument: Blumen schenken hat etwas vom Jahr der Behinderten oder vom Jahr der Frau. Man(n) geht, besorgt etwas, bringt es durch Schnee und Matsch nach Hause. Frau freut sich. Aber dann muss es auch wieder gut sein. Bis zum Muttertag.
Auf jeden Fall sollten Schenkende die Sprache der Blumen kennen. Es hat eine bittere Ironie wenn der Sofahocker, der jeden Abend nach dem dritten Bier vergisst, dass er nicht alleine lebt, mit roten Rosen daherkommt. Die damit signalisierte Leidenschaft ist vermutlich schwer einzulösen, weshalb die Beschenkte dazu neigen könnte, ein schlechtes Gewissen zu vermuten. Nelken sind modern, werden aber auch gerne für Trauerkränze benutzt. Das kann falsch verstanden werden.
Die Gerbera sieht hübsch aus, ist aber eine Blume, die man völlig leidenschaftslos auch an die eigene Oma verschenken kann. Recht clever ist es, die Iris in den Valentinstag-Strauß einzubauen. Sie steht für echte Liebe, worunter man ja durchaus auch den gemeinsamen Kartoffelchips – und Erdnussverzehr verstehen kann. Wer aber ganz sicher nichts verkehrt machen will, sollte zur Kamille greifen. Diese Blume steht für Hoffnung. Die können alle brauchen, Mann und Frau, zu jeder Zeit, an jedem Ort.
Wie dem auch sei: Ich war, Stand heute, 13.30 Uhr, noch nicht im Blumenladen. Aber ich werde tun, was ein Mann tun muss. Und vielleicht werde ich sogar überrascht, wenn Bier und Chips schon bereitstehen. Das ist dann mein schönes Geschenk. Bis zum Vatertag.
Frau am Steuer – einfach unsexy
Aber der Reihe nach: Wir erfahren zum Beispiel, dass laut Umfrage die Restaurantwirtin auf dem zehnten Platz des Unsexy-Rankings liegt. Also fragt man sich doch, warum ein Frau, die Pils zapft und Schnitzel serviert, langweiliger ist, als eine Frau, die in einem Flugzeug Kaffee ausschenkt. Rätselhaft. Die Erotik-Studie ist auch eine klare Absage an “Mädchen in Männerberufen”. Handwerkerinnen und Kfz-Mechanikerinnen landen auf den Plätzen 9 und 8. Na gut, hier ist wohl die natürliche Autorität des Durchschnittsmannes tangiert.
Erstaunlich hingegen ist der siebtletzte Platz der Verkäuferinnen. Das kann eigentlich nur daran liegen, dass Männer zu selten sehenden Auges zu Douglas oder in Schuhgeschäfte gehen. Hormontechnisch unbedeutend sind ebenfalls Schaffnerinnen und Büroangestellte, die keine Sekretärinnen sind.
Dass Macht und gegebenfalls Klugheit Frauen nicht sexy machen zeigen die Plätze vier bis zwei: Sie gehen an Programmiererinnen, Beamtinnen und Politikerinnen.
Die Anti-Sex-Frau schlechthin ist jedoch die Taxifahrerin. Logisch: Sie dringt in die Männerdomäne des Fahrens ein, trägt ausschließlich bequeme Kleidung, muss nicht mal nach dem Weg fragen, soll möglichst nicht zu sehr vollgequatscht werden und verlangt für ihre Dienstleistung in aller Regel viel zu viel Geld. Schlechte Papiere. Allerdings geht es den Herren am Steuer nicht besser. Auch Frauen gilt der Taxifahrer als besonders unsexy.
Ich stelle also abschließend fest, dass ich Liebesbeziehungen von Taxifahrerinnen und -fahrern für sehr wahrscheinlich halte. Sonst will sie ja keiner.
Die Saftschubse verleiht den Hormonen Flügel
So allmählich müsste doch auch dem schlimmsten Betonkopf klar sein, dass es keine Frage des Geschlechts ist, ob jemand Spitzenleistungen bringt oder auf der ganzen Linie versagt. Die Weltpolitik etwa hat sich doch nicht wirklich verändert, seit immer mehr Frauen am Ruder sind. Außer vielleicht, dass in immer mehr Ländern das Haushaltsgeld fehlt.
Aber die Männer haben diese Erkenntnis geistig-moralisch noch nicht vollzogen. Dies beweist gerade eine neue Umfrage zum Thema „Welche Frauenberufe finden Männer sexy?“.
Hier zeigt sich, dass es den Herren völlig ausreicht, wenn sie die Chefin daheim haben. „Managerin“ kommt in den Top Ten nämlich nicht vor. Dafür beflügelt das Gesundheitswesen die Phantasie der Männer. Wobei das erotische Wesen besser als Krankenschwester (Platz 4) denn als Ärztin (Platz 7) daherkommt. Die Sekretärin (Platz 6) landet erstaunlicherweise hinter der Pilotin.
Naheliegend war die Einschätzung der Umfrage-Teilnehmer, dass Hostessen meistens sexy sind (Platz3). Auf dem zweiten Platz sind die Fitnesstrainerinnen gelandet.
Aber dann, die Siegerinnen: Stewardessen! Da überlegt man sich doch, was so unfassbar scharf ist an Frauen, die gestenreich die Notausgänge erklären, immer den kürzesten Weg zum Klo zeigen können und kistenweise Tomatensaft durch die Gegend fahren.
Ich weiß es nicht. Und finde das Umfrage-Ergebnis sowieso tragisch. Denn wir Männer finden uns damit ab, dass die die tollsten Frauen in 10.000 Metern Höhe herumschweben. Ach, wer verleiht uns Flügel?
Ein alter Depp wird nie mehr schlau
In dieser bösen Welt der irren Diktatoren, streikenden Lokführer und raubkopierenden Minister sehnt sich unser Herz heftig nach Menschen, die uns diebische Freude bereiten, ohne Schaden anzurichten. Zum Glück, es gibt sie. Nämlich alte Männer, die sich wegen junger Frauen zum Deppen machen. So wie Richard Lugner.
Der verknitterte österreiche Baulöwe führt uns den klassischen Verlauf eines Niedergangs vor.
Grüß die Elche, Carl Gustav!
Das hätte sich der Schwedenkönig so gedacht. Zuerst werden ungeheuerlichste Vorgänge in ungeheuerlichsten Sexclubs enthüllt. Dann tritt dieser Carl Gustav am Freitag gemeinsam mit der betrogenen Königin bei einer Benefizveranstaltung namens “World Child and Youth Forum” auf. Weil er meint, dass ein kurzes “Schwamm drüber” reicht? Nein, nein, Majestät. Jetzt wird abgerechnet.
Wir wollen dem Leben dieses Mannes nicht grundsätzlich eine gewisse Tragik absprechen. Da repräsentiert sich einer durch die Weltgeschichte, genau wissend, dass ihn eigentlich niemand braucht. Nicht jeder Vertreter des Adels wird schließlich Verteidigungsminister. Was also soll der oberste Feingeborene des “Konungariket Sverigie” (Königreich Schweden) tun, als sich dramatisch zu langweilen?
Schwer hat er es wegen seines Namens: Die Bedeutung von Karl ist nicht genau geklärt. Erklärungsversuche sind „Mann, Ehemann“ (aus dem Althochdeutschen abgeleitet) oder „freier Mann“ (nach dem mittelniederdeutschen kerle). Das ist, mit Verlaub, ein Widerspruch in sich beziehungsweise eine völlige Unmöglichkeit. Vielleicht hat er sich aber auch an seinem Zweitnamen “Gustav” orientiert.
Und hat die altschwedische Übersetzung – “Stab Gottes” – so verstanden, dass es zu seinem Job gehören würde, gelegentlich ein paar Mädels durchzunudeln? Kann ja eh nicht so schlimm sein. Erstens ist Schweden ein mega-tolerantes Land. Zweitens war es lange genug sowieso ein Qualitätsmerkmal eines respektierten Herrschers, dass er sich jederzeit und in jeder Hinsicht als potent zu erweisen wusste. Hätte sich im 18. Jahrhundert irgendjemand über die Fremdgängerei des Herrschers beschwert? Niemals. Man hätte ihn als tollen Hecht angesehen. Das wäre wahre Tradition!
Alles erklärt und entschuldigt, somit? Nein! Denn da hat einer “unsere” Silvia betrogen. Also erwarten wir Wiedergutmachung.
Die deutschgeborene Königin sollte sich scheiden lassen. Da es sich bei ihrer Hochzeit mit Carl Gustav um eine Liebesheirat gehandelt haben soll, müssten die beiden in einer Zugewinngemeinschaft leben. Somit stünde Silvia im Falle einer Trennung ein erheblicher Teil Schwedens zu, welcher umgehend nach Deutschland eingegliedert werden sollte. Mit unserer Königin als Ministerpräsidentin auf Lebenszeit.
Schweden ist um ein gutes Viertel größer als Deutschland, kann also was hergeben. Vorschlag zur Güte: Wir nehmen den Süden mit schönen Städten wie Malmö oder Helsingborg. Was die Hauptstadt Stockholm und den menschenleeren Norden angeht, wollen wir mal nicht so sein. Grüß die Elche, Carl Gustav!
Kristina S., die Schutzheilige der Männer!
Und wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Ja, so ist es im Leben. Da war ich quasi gerade fertig mit meiner Betrachtung zum gesellschaftlichen und sonstigen Abstieg des männlichen Geschlechts, da schüttet eine wahrhaftige Ministerin ein Füllhorn voller Trost über uns aus. Indem sie der Welt mitteilt, dass es normal ist, wenn Frauen unten liegen. Und dass diese selber schuld seien, wenn sie nicht hochkommen.
Nachdem Frau Schröder îm Juli den monatlichen Treff der Nürnberger Twittergemeinde besucht hatte (siehe hier), waren die Kommentare der Anwesenden geteilt. Sie, die den selbst ernanntenKinderporno-Fahnder Jörg Tauss von Platz 1 der einflussreichsten Twitter-Politiker verdrängt hat, wurde als nett, putzig oder auch als ein bisschen doof erlebt. Keinesfalls aber als Staatenlenkerin, die anderen Menschen nachhaltig Orientierung geben könnte.
Das hat sich jetzt geändert: Es ist nicht überliefert, dass sich vor ihr eine Ministerin oder ein Minister in einer derart schonunglosen Offenheit zum Thema Geschlechtsverkehr geäußert hätte. „Zum Beispiel, dass der heterosexuelle Geschlechtsverkehr kaum möglich sei ohne die Unterwerfung der Frau. Da kann ich nur sagen: Sorry, das ist falsch”, lautete eine ihrer Anmerkung, mit der sie sich scharf von der langjährigen Chef-Feministin Alice Schwarzer abgrenzte. Denn es sei absurd, wenn etwas, das für die Menschheit und deren Fortbestand grundlegend sei, per se als Unterwerfung definiert werde.
“Gut gesprochen”, sagt man da als Mann. Auch wenn man Alice Schwarzer ohnehin nicht unterwerfen möchte und irgendwo schon einmal gelesen hat, dass in einem indischen Buch namens Kamasutra auch unterwerfungsfreie Möglichkeiten der Fortpflanzung bestehen. Aber dieses Wissen des Ostens ist im Wesentlichen nur unter Angehörigen der Esoterik-Fraktion der Stuttgart-21-Gegner verbreitet.
Aber Kristina Schröder salbte die Männer-Seele zusätzlich. Eine Frauenquote im Berufsleben sei Quatsch. Zumal die Damen selbst schuld seien: „Die Wahrheit sieht doch so aus: Viele Frauen studieren gern Germanistik und Geisteswissenschaften, Männer dagegen Elektrotechnik – und das hat eben auch Konsequenzen beim Gehalt. Wir können den Unternehmen nicht verbieten, Elektrotechniker besser zu bezahlen als Germanisten.“
Unsere Ministerin ist Doktorin der Soziologie. Wie also kam sie zum gutbezahlten Job? Mit Glück? Per Zufall? Denken wir mal nach…
Dirty Tatjana: Rettet sie “Penthouse”?
Reden wir mal über Männermagazine. Also über jene Zeitschriften, deren große, weltumspannende Botschaft es immer war, von der mitunter unfassbaren Schönheit der Frauen zu künden. Sie hießen “Playboy” oder “Hustler” , ihre Macher wurden reich und berühmt. Doch wie alle gesellschaftlichen Institutionen haben auch diese Hefte an Glanz verloren und können sich wahre Luxusfrauen nicht mehr leisten.
Es waren doch so tolle Zeiten. Männermagazine wurden als Bückware behandelt, man kaufte sie verstohlen mit gebeugtem Haupt, Sonnenbrille und hochgeschlagenem Jackenkragen. Nur wenn ein Mann an der Kiosk-Kasse stand, tat man es mit einem verschwörerischen Grinsen. Einen Playboy vor Erreichen des 18. Lebensjahres zu kaufen, war für junge Männer eine Mutprobe erster Ordnung. Langjährige Ehemänner wiederum brauchten großes Selbstbewusstsein, um ihr Magazin offen auf ihren Wohnzimmertisch zu legen.
Der Name Hugh Hefner galt uns als wörtliche englische Übersetzung von Rudi Rammler. Aber heute ist der Erfinder der Häschen-Frauen ein 84-jähriges Faltengesicht, dessen Kunden ihr Heft neben der Häkel-Klorolle ins Auto legen können, ohne bei Passanten auch nur einen Hauch von Empörung auslösen zu können. Soweit neue Männermagazine Erfolg haben, weht darin der Hauch der Gleichberechtigung: Wer die Superfrauen betrachten will, muss beim Blättern auf der Fitness-Seite vorbei, auf der er den Weg zum Sixpack erklärt bekommt.
Bei den Traditionsheften dagegen herrschen Not und Elend statt Glanz und Glamour. Oder was soll es uns sonst sagen, dass die November-Ausgabe des Penthouse-Magazins unser aller Tatjana Gsell zum Covergirl und großem Thema macht?
Zwar wurden uns ihrem Fototermin in Wien unter anderem folgende Worte übermittelt: ”Puren Luxus verkörpert Tatjana Gsell in sexy Dessous und in Budka Pelzen. Vor allen Gästen posiert sie hocherotisch auf einem Flügel. Fotograf Lars Graf ist begeistert, ebenso die Gäste, die die Schönheit bei der Arbeit beobachten dürfen.”
Aber diese sprachliche Erregung müssen wir uns nicht so sehr zu Herzen nehmen. Der Mann, der das geschrieben hat, wurde dafür bezahlt. Das wissen wir ganz sicher.
Sex heute: Deutschland massiert sich weg
Weiter und weiter rätseln die Experten, warum es in Deutschland trotz Uschi von der Leyens Familiengeld nicht so recht klappen will, mit der explosiven Steigerung der Geburtenrate. Dabei liegt die Erklärung so nah. Sie findet sich in jeder anständigen Regionalzeitung: Es wird zu viel massiert in diesem Land.
Schaut man nämlich in die Anzeigenteile,
Lothar Matthäus: Er bleibt ein armer Kerl
Ach Loddar! Man kann doch eigentlich nur gaaanz tief seufzen, über unseren großen fränkischen Sporthelden. Aber es zeigt sich immer mehr: Lothar Matthäus hat ein Leben nach dem Fußball. Aber es will ihm einfach nicht gelingen. Stets scheitert er in Liebesdingen, gerät immer an die Falschen. Eigentlich ein Frauenschicksal…





Der Mann schrubbt – leider oft vergebens
Männer, auch begabte Sexisten, müssen sich damit abfinden: Die einzige sichere Eigenschaft von Frau ist ihre Widersprüchlichkeit. Da läuft seit gut 30 Jahren unter dem Stichwort “Feminismus” ein riesiger gesellschaftlicher Feldversuch mit dem Ziel der Umerziehung des Mannes zu einem kooperativen, gerechten, sanften, hilfsbereiten Wesen. Und nun das: Ehemänner, die Hausarbeit leisten, verlieren die Lust auf Sex und werden von ihren Frauen als weniger attraktiv eingeschätzt.
Das behauptet Medien zufolge das Center for Advanced Studies am Juan-March-Institut in Madrid. Mittels einer Befragung von 7002 Teilnehmern will es herausgefunden haben, dass insbesondere das Erledigen von Arbeiten, die als typisch weiblich gelten, die Libido beeinträchtigen. Wogegen Männer, die im Garten arbeiten oder Rechnungen bezahlen, gemäß dieser Studie häufiger Tanzkarten verteilen.
Ich gebe zu bedenken: Hinter den meisten Umfragen steckt ein Auftraggeber. Und selbst Professoren sind bestechlich. Einen Geldgeber wird es auch hier gegeben haben, zumal es sich bei diesem bislang völlig unbekannten Institut entweder um eine frische Existenzgründung oder um eine betrügerische Briefkastenfirma handeln könnte. Wer weiß, vielleicht stecken die Baumärkte in der Umsatzkrise und wollen Hornbach-Erotik mit Nachdruck salonfähig machen. Eventuell wollen uns die darbenden Handelskonzerne einbleuen, dass das Abzeichnen von Quittungen ein majestätischer, mega-männlicher Akt ist. Oder die von einbrechenden Verkaufszahlen gebeutelte Autoindustrie wollen den Männern wieder klar machen, dass das Einseifen der verdreckten Karre schärfer macht als das Schrubben der Toilettenschüssel. Zumal Letzteres zwangsläufig den Anteil der Sitzpinkler steigert.
Vielleicht aber leben wir nur in seltsamen Zeiten. Wenn das RTL-Dschungelcamp für einen angesehenen Fernsehpreis nominiert wird, kann es ja sein, dass in unserer Wahrnehmung die Grenzen zwischen blöd und originell verwischen. Was auch für Umfragen gelten könnte.
Zumal es auch andere Studien gibt. Demnach hängt die Zufriedenheit von Frauen in der Ehe stark davon ab, ob und wie stark sich ihre Männer im Haushalt beteiligen. Tja. Frauen sind eben so – unbestimmt. Und für den Mann des 21. Jahrhunderts gilt wohl ein schöner fränkischer Satz. “Wäimers machd, is verkährd.” (Wie man es macht, ist es verkehrt) Und so putzen wir vergebens. Das ist die Tragik des Lebens.