Hooligans sind schlechte Exportartikel

Deutschland ist eine Export-Nation. Manchmal aber schämt man sich für Deutsches im Ausland. Etwa dann, wenn ultraharte Fußballfans  verreisen.

Diese Hooligans sind erstaunliche Wesen. Sie randalieren immer. Selbst wenn ihre Helden gewonnen haben. Fußball ist demnach für sie tatsächlich  Nebensache. Hauptsache, es findet sich jemand, dem man ordentlich etwas auf die Lichter geben kann. Am besten einen, der noch ein bisschen besoffener, also hilfloser ist.

Fußball-Tourismus ist somit eine Ballermann-Tour mit anderen Mitteln. Es gilt, sich selbst die Birne vollzuknallen und sich so zu benehmen, wie man es zuhause nicht wagen würde. Es kennt einen ja keiner. Also rollt man in einer französischen Stadt die Reichskriegsflagge aus und setzt sich einen Stahlhelm auf. Um zu zeigen: Hier regiert Deutschland.

Man möchte einen vergitterten Transporter chartern und diese Typen seltsamen Menschen zurück nach Hause fahren. Aber andererseits: Waren Fußball-Fans nicht schon immer besonders doof? Von Randale am Rande von Leichathletik-Meisterschaften hat man noch nie gehört. Dagegen hat es eine lange Tradition, dass bei wichtigen Spielen mit dem runden Leder Sicherheitsstufen ausgerufen und Hundertschaften von Bereitschaftspolizisten in Gang gesetzt werden.

Und das Prügeln geht weiter, während sich die Idole in die Gegenrichtung entwickeln. Die Spieler machen ihr Abitur, sie machen Werbung für Hautlotion und tragen bunte Schuhe in Pastelfarben. Schriftsteller und Philosophen ergötzen sich an der Schönheit von Guardiolas Gedanken, während vor den Stadien die gelangweilten Lebensversager nach ihren derben Regeln spielen. Wer nichts zu verlieren hat, tritt besonders heftig zu.

Die Sicherheitskräfte sollten es vielleicht so probieren: Sie sollten die Wasserwerfer mit rosa Farbe füllen und die Springerstiefel umspritzen. Gewalt wirkte dann lächerlich. Vor allem aber: Die Fans wären ihren Helden wieder näher.