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Kinderlos im Duft der Rosen
Da war er also wieder, der „Tag der Liebenden“. Massenhaft sind sich Menschen im Gedenken an Bischof Valentin im Duft der im Pestiziddunst gepflückten Rosen in die Arme gefallen. Aber ob das gegen die Überalterung dieser Gesellschaft wirklich etwas hilft? Eher mal nicht. Die Geburtenquote wird wegen den Blumensträußen nicht explodieren.
Sage keiner, die Regierung habe es nicht probiert. Ursula von der Leyen hat mächtig Geld herbeigeschaufelt, um die Zeugungs- und Gebärfreude im Land zu fördern. Ihre Nachfolgerin Kristina Schröder geht sogar höchstpersönlich mit gutem Beispiel voran. Und stürzt sich ins Abenteuer Elternschaft, obwohl Sie und ihr Ehemann von läppischen knapp 20.000 Euro brutto im Monat leben müssen.
Aber was lässt die Menschen so sehr verzagen, was treibt sie in die Windelphobie?
Festtags-Schock: Die neue Lothar-Matthäus-Passion
Ich gebe zu, irgendwo macht mir die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr Angst. Zu oft haben sich da in den letzten Jahren Katastrophen ereignet. Nehmen wir bloß den zweiten Weihnachtsfeiertag: Da rauschte 1999 ein verheerender Orkan namens Lothar durch Nord- und Westeuropa, 2003 wurde die historische Stadt Bam bei einem Erdbeben im Iran zerstört und 2004 forderten die Tsunamis nach einem Seebeben im Indischen Ozean weit über 200.000 Menschenleben. Ich war also vorbereitet, dass Schlimmes passieren oder bekannt werden würde. So ist es auch gekommen. Und schuld ist Lothar.
Zum Glück für die Menschheit erleben wir aber keinen neuen Orkan, sondern eine – jahreszeitlich unpassende – Matthäus-Passion. Unser fränkischer Fußballgott Lothar/Loddar ist im Hafen der Ehe bereits zum vierten Mal auf Grund gelaufen. Sylvia, Lolita und Marijana sind schon weg. Und jetzt hat Noch-Ehefrau Liliana vermutlich eingesehen, dass ihr Talent nicht für eine große Show-Karriere ausreicht. Trotz ihres weltberühmten Mannes.
Ihres Mannes, der einem auf seiner unglücklichen Suche nach wahrer Liebe so richtig leid tun kann. Was sogar die ansonsten eher unsensiblen Journalisten der “Bild”-Zeitung empfunden haben müssen, als sie ihren Ehe-Abgesang geradezu dramatisch begannen: “Die Gefühle verebbten und brandeten wieder auf, mal schwammen sie auf einer Glückswelle, dann brach alles über ihnen zusammen.”
Nein, hier tobte kein Orkan. Wir wissen nichts von einem Gefühls-Erdbeben. Aber am Ende war es, wie schon einmal an einem zweiten Weihnachtsfeiertag, ein astreiner Tsunami.
Doch einer wie Lothar Matthäus war beruflich lange genug mit Oliver Kahn zusammen, um zu wissen, dass es im Leben immer weiter geht. Was uns auch eine andere Katastrophen-Meldung dieses Tages signalisiert: Playboy-Gründer Hugh Hefner (84) hat sich mit einem 24-jährigen Playmate namens Crystal verlobt.
Lothar Matthäus ist gerade mal 49 Jahre alt. Wir sehen ihn also noch oft in diesem Theater…
Grüß die Elche, Carl Gustav!
Das hätte sich der Schwedenkönig so gedacht. Zuerst werden ungeheuerlichste Vorgänge in ungeheuerlichsten Sexclubs enthüllt. Dann tritt dieser Carl Gustav am Freitag gemeinsam mit der betrogenen Königin bei einer Benefizveranstaltung namens “World Child and Youth Forum” auf. Weil er meint, dass ein kurzes “Schwamm drüber” reicht? Nein, nein, Majestät. Jetzt wird abgerechnet.
Wir wollen dem Leben dieses Mannes nicht grundsätzlich eine gewisse Tragik absprechen. Da repräsentiert sich einer durch die Weltgeschichte, genau wissend, dass ihn eigentlich niemand braucht. Nicht jeder Vertreter des Adels wird schließlich Verteidigungsminister. Was also soll der oberste Feingeborene des “Konungariket Sverigie” (Königreich Schweden) tun, als sich dramatisch zu langweilen?
Schwer hat er es wegen seines Namens: Die Bedeutung von Karl ist nicht genau geklärt. Erklärungsversuche sind „Mann, Ehemann“ (aus dem Althochdeutschen abgeleitet) oder „freier Mann“ (nach dem mittelniederdeutschen kerle). Das ist, mit Verlaub, ein Widerspruch in sich beziehungsweise eine völlige Unmöglichkeit. Vielleicht hat er sich aber auch an seinem Zweitnamen “Gustav” orientiert.
Und hat die altschwedische Übersetzung – “Stab Gottes” – so verstanden, dass es zu seinem Job gehören würde, gelegentlich ein paar Mädels durchzunudeln? Kann ja eh nicht so schlimm sein. Erstens ist Schweden ein mega-tolerantes Land. Zweitens war es lange genug sowieso ein Qualitätsmerkmal eines respektierten Herrschers, dass er sich jederzeit und in jeder Hinsicht als potent zu erweisen wusste. Hätte sich im 18. Jahrhundert irgendjemand über die Fremdgängerei des Herrschers beschwert? Niemals. Man hätte ihn als tollen Hecht angesehen. Das wäre wahre Tradition!
Alles erklärt und entschuldigt, somit? Nein! Denn da hat einer “unsere” Silvia betrogen. Also erwarten wir Wiedergutmachung.
Die deutschgeborene Königin sollte sich scheiden lassen. Da es sich bei ihrer Hochzeit mit Carl Gustav um eine Liebesheirat gehandelt haben soll, müssten die beiden in einer Zugewinngemeinschaft leben. Somit stünde Silvia im Falle einer Trennung ein erheblicher Teil Schwedens zu, welcher umgehend nach Deutschland eingegliedert werden sollte. Mit unserer Königin als Ministerpräsidentin auf Lebenszeit.
Schweden ist um ein gutes Viertel größer als Deutschland, kann also was hergeben. Vorschlag zur Güte: Wir nehmen den Süden mit schönen Städten wie Malmö oder Helsingborg. Was die Hauptstadt Stockholm und den menschenleeren Norden angeht, wollen wir mal nicht so sein. Grüß die Elche, Carl Gustav!
Die Angst der Männer sitzt im Sprachzentrum
Sagen wir es doch einmal ohne falsche Umschweife: Männer in Beziehungen haben Angst. Vor ihrem Chef, vor dem Urologen, vor der Niederlage ihres Lieblings-Fußballvereins… Vor allem aber vor ihrer eigenen Frau. Und das nicht nur, weil diese zuverlässig just in jenem Moment aufwacht, in dem man bei der Heimkehr aus der Kneipe mit einem mühsam erarbeiteten Rausch ins Bett fällt.
Lothar Matthäus: Er bleibt ein armer Kerl
Ach Loddar! Man kann doch eigentlich nur gaaanz tief seufzen, über unseren großen fränkischen Sporthelden. Aber es zeigt sich immer mehr: Lothar Matthäus hat ein Leben nach dem Fußball. Aber es will ihm einfach nicht gelingen. Stets scheitert er in Liebesdingen, gerät immer an die Falschen. Eigentlich ein Frauenschicksal…
Ein dicker Mann ist oft ein Werk der Frau
Männer sind zu dick. Es handelt sich fürwahr um ein Problem, das unserer Gesellschaft wachsende Sorgen bereiten sollte. Um es lösen zu können, muss man an die Wurzeln gehen. Und diese ist weiblich.
Das Thema ist das Bauchfett: Vor wenigen Tagen hat das Statistische Bundesamt verbreitet, dass mehr als jede(r) zweite Deutsche zu dick sei. Überproportional betroffen seien mit 60 Prozent die Männer. Bei der letzten Erhebung im Jahr 1999 seien es noch 56 Prozent gewesen.
Wie aber kann es sein, dass sich beim Blick auf eine x-beliebige Gruppe von Männern der Eindruck ergibt, als seien Scheinschwangerschaften eine hierzulande weit verbreitete Krankheit?
Erotik 2010: Twitter, Facebook und Xing
Oft schießt uns diese Frage durch den Kopf: Sind die Computer wirklich gut für uns? Jedenfalls haben sie unser Leben massiv verändert, steuern unsere Leidenschaften in eine ganz neue Richtung. “Wein, Weib und Gesang” lautete das männliche Lebensideal bei Goethe, “Sex, Drugs and Rock`n Roll” etwas wilder bei Mick Jagger und Co. “Twitter, Facebook und Xing” heißt es heute bei einem wachsenden Teil der fortpflanzungsfähigen Bevölkerung.
Ring der Wiederkehr (2): Loddar wieder bei Liliana. Käßmann lauert
Der Ring der Wiederkehr macht alles immer nur schlimmer? Wem immer ich mit meinem jüngsten Beitrag zu Nietzsche, DSDS und Merkel den Blick in den gähnenden Schlund der Hoffnungslosigkeit gelenkt habe, sage ich nun: Ich bereue, ziehe zurück, dementiere. Denn Lothar Matthäus ist wieder bei Liliana.
Es gibt also auch die fröhliche Wiederkehr. Ja, es gibt hoffnungsvolle News aus der Welt der Schönen und Reichen. Loddar stellte in einem Interview klar: “Unsere Liebe war nie erloschen.” Und fügte an: “Die Liebe ist doch keine Glühbirne, die man einfach so ausknipsen kann.” Die süße, zuletzt gar wenig fotografierte Liliana wiederum beschwor: “Ich benutze ihn nicht als Sprungbrett.” Nein, hier haben wir kein unerotisches Energiesparlampen-Gefunzel. Hier kocht es, brodelt es, bis auch die allergrößte Osram platzt. Endlich mal was anderes als Drogenexzesse von Britney Spears, Schulden von Nicolas Cage oder zufällig vergessene Slips von Paris Hilton.
Gut, eigentlich brauchen wir diese Seifenopfer nicht. Trost schöpfen wir ja normalerweise daraus, dass das neureiche Gesindel mindestens gleich heftige, wenn nicht sogar größere Beziehungs- und Geldprobleme hat wie wir selbst. Aber manchmal, wenn nach gefühlten 28 Wochen Wolkenhimmel plötzlich die Sonne scheint und gülden der Vollmond am Firmament funkelt, dann werden wir ganz weich. Es ist, als würde uns André Rieu mit dem Bogen seiner Fidel über den Herzmuskel streichen. Dann freuen wir uns.
Und wie groß wird die Freude erst sein, wenn ein anderes Gerücht wahr wird. Der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, rechnet fest mit einem Comeback seiner Vorgängerin Margot Käßmann. Ihre Stimme werden bald wieder zu hören sein, sagte er in einem Interview.
Auch für diesen Tag fordern wird Vollmond und einen klaren Sternhimmel. Damit uns bloß nichts die Freude vernebelt…
Lange Namen? Ja, bitte!

Sein Name ist länger, als das Bundesverfassungsgericht erlaubt. Otto von Habsburg. Extented Version, siehe unten
Sollten Sie nicht mehr so ganz jung sein, werden Sie diesen Namen vielleicht aufsagen können: Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah. Als “Winnetou”-Erfinder Karl May seine Romane schrieb, gab es noch kein Bundesverfassungsgericht. Sonst hätte er sich vielleicht sagen lassen müssen: Solche Endlos-Namen sind verboten. Dem Volk zuliebe.
Das Problem mit den Mehrfach-Namen musste irgendwann kommen. Früher hatte eine Frau den Namen ihres Mannes anzunehmen. Basta, keine Widerrede. Dann kamen die zumeist bei den Grünen oder in den linkeren Teilen des SPD verorteten Doppelnamen-Frauen. Und weil ja längst auch Männer den Namen ihrer Frau annehmen und Doppelnamen führen, war klar, dass irgendwann die Frage des Dreier- oder Vierer-Namens auftauchen würde. Jetzt also war es bereit – und das Gericht sagte Nein. Man wolle, so die Begründüng, “die vom Gesetzgeber gewünschte Eindämmung von Namensketten erreichen.”
Fragt sich halt bloß: Was gehen unsere Namen den Staat an? Wenn eine Frau Leutheusser-Schnarrenberger einen Herrn Müller-Westernhagen heiraten und dessen Namen ohrem hinzufügen möchte – soll sie doch schauen, wie sie ihre Unterschrift auf dem Formular des Paketboten unterbringt. Auch brasilianische Fußballer sind häufig Menschen mit überlangen Namen. Sie suchen sich dann eben einen Künstlernamen und nennen sich Pele oder Ailton.
Und welcher Jurist stört sich eigentlich daran, dass Vertreter des gehobenen Landadels Namen wie “Wittekind Adolf Heinrich Georg-Wilhelm zu Waldeck und Pyrmont” oder “Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg” tragen? Oder (auf kaiserlicher Ebene) gar “Franz Joseph Otto Robert Maria Anton Karl Max Heinrich Sixtus Xaver Felix Renatus Ludwig Gaetan Pius Ignatius, Kaiserlicher Prinz, Erzherzog von Österreich, Königlicher Prinz von Ungarn” (der ehemalige CSU-Europa-Abgeordnete Otto von Habsburg)?
Nein, was den feingeborenen Herrschaften recht ist, sollte uns Bürgerlichen billig sein. Wer Lust auf lange Namen hat, soll sie kriegen. Sind wir jetzt das Volk/der Staat? Oder wer eigentlich?
Adieu, ihr Autos. Eine große Liebe ist vorbei
Seufz, eine große Liebe geht dahin. Was gab es nicht an Hingabe, tiefen Gefühlen, an Bereitschaft, großzügig viel Geld zu investieren?Alles vernichtet in den Schrottpressen dieser Republik: Unsere Autos haben ihr Sex-Appeal verloren. Sie werden abgewrackt.
Es war doch vorneherein klar, dass mit dieser Aktion etwas nicht stimmen konnte. Schrotthändler reiben sich verwundert die Augen, dass TÜV-taugliche Autos einfach weggeworfen werden, Menschen verjubeln ihr Erspartes, um künftig einen koreanischen Kleinwagen zu fahren. Es wird bunter auf unseren Straßen, und vielleicht mangels PS-Zahlen langsamr gefahren. Das mag ein Vorteil der Prämie sein. Aber sonst?
Hier geht etwas an unseren Seelen kaputt. Ich hatte schon vor vier Monaten eine Studie des Kompetenzzentrums “Frau und Auto” aufgegriffen, wonach modernen Fahrzeugen aus weiblicher Sicht die Emotionen verlorengegangen seien. Zu perfekt, zu kalt, zu lösungsorientiert – so werden die Audis und BMW`s von heute gesehen. Wenigstens konnten sie so noch die Männer begeistern. Aber die müssen ja jetzt auf Kia und Co. umsteigen.
Noch wüsste ich nicht, was wir in Zukunft lieben werden. Überzeugt bin ich bloß davon, dass die nächste Abwrackprämie kommen wird. Gestern bei “Hart aber fair” durfte unsere berühmte Freie Wählerin Gabriele Pauli ihre Idee von der “Ehe auf Zeit” propagieren. Wie das geht, wissen wir. Autos wirft man nach neun Jahren weg, der Ehepartner darf gleich drin sitzenbleiben.
Ob das alles glücklich macht, ist freilich eine andere Frage. Wie auch die bereits vorhandene Abwrackprämie zeigt: Was nachkommt ist nicht zwingend besser.
Die wahre Liebe ist wie Knoblauch
Jetzt mal unter uns Männern: Natürlich wäre jeder von uns gerne mal Hasibär. Oder Fruchtzwerg, Märchenprinz, Öläffchen oder Eberschweinchen. Aber manchmal sind wir dann doch eher Monsterbacke oder Problembär. Und das wäre gar nicht schlimm, wenn unsere Frauen auf Arnold Retzer hören würden. Er hat gerade medienwirksam festgestellt, dass langjährige Partner im Grunde genommen wie Knoblauch sind. Man muss sie ertragen. Der Mann hat recht.
Unser aller Problem im Leben ist doch der “Forderungsüberschuss”, wie wir das unter uns Therapeuten nennen. Unsere Geldanlage muss mindestens zehn Prozent Profit bringen, der Club und Fürth sollen gleichzeitig in die Erste Liga aufsteigen, unser Körperfettanteil allerdings soll entgegen der Natur mit zunehmendem Alter keinesfalls wachsen. Wir wollen immer ein bisschen mehr als eigentlich möglich ist. Und so stürzen wir uns ins Unglück.
Würden sich Frauen und Männer, wie das Retzer vorschlägt, von vorneherein darüber einig sein, dass sie unmöglich zusammenpassen, wäre viel gewonnen. In jedem Prinzen steckt ein Frosch, in jeder Prinzessin eine Nervensäge. Wer das weiß, kann über eine falsch ausgedrückte Zahnpastatube oder über einen erfolglosen Marathon-Einkaufsbummel lachen. Für die Aufarbeitung von Krisensituationen empfiehlt Retzer die “Gnade des Vergessens”. Darauf hofft die CSU ja bei Gabriele Pauli. Bisher vergebens.
Fassen wir zusammen: Knoblauch mag lästig sein – er ist aber geschmackstechnisch eine tolle Pflanze, und verspricht bei regelmäßigem Genuss ein längeres Leben. Übrigens gibt es für Männer im Allgemeinen und Spekulanten im Besonderen noch einen klugen Ratgeber:den früheren US-Präsidenten Benjamin Franklin. Nach seiner Erkenntnis gibt es für Männer drei gute Freunde: Eine alte Ehefrau, einen alten Hund und das bare Geld.
“Loddar” bleibt einfach unbesiegbar
Es gehört zum Wesen von uns Franken, dass wir uns gelegentlich selber peinlich sind. Weil wir zum Beispiel beim Reden auf die harten Buchstaben “P” und “T” verzichten oder sie – falls doch – garantiert verkehrt einsetzen. Also gruselt es uns, wenn wir im Fernsehen Menschen sehen, die genauso reden wie wir. Was die Sache erschwert: Unserem Landstrich sind tatsächlich immer wieder wahrhaft peinliche Persönlichkeiten entwachsen. Dazu zählen Tatjana Gsell, Gabriele Pauli in ihrer Endphase als CSU-Landrätin, der 1. FC Nürnberg als solcher immer wieder mal – und eben Lothar “Loddar” Matthäus. Er hat zum vierten Mal geheiratet.
Dem Franken wohnt angeblich das Widersprüchliche inne. Beim Rekord-Nationalspieler ist das nicht anders. In einer düsteren Stunde meinte er einst: “Die biologische Uhr tickt und geht auch an mir nicht vorbei.” Jetzt aber scheint er dieser, seiner Erkenntnis zu folgen: “Ein Lothar Matthäus läßt sich nicht von seinem Körper besiegen, ein Lothar Matthäus entscheidet selbst über sein Schicksal.”
Jedenfalls gehört einiger Optimismus dazu, als 47-Jähriger eine 21-jährige zu heiraten. Klar, Geld ist da, aber ob Loddar die Gymnasiastin Liliana wirklich gut unterhalten kann, ist doch ungewiss. Zur erfolgreichen Nachhilfe in Atomphysik wird es bei ihm definitiv nicht reichen.
Die Frage ist halt, wann ein Mann bei der Wahl seiner Frau als Held oder als alter Depp dasteht. Lother Matthäus steht hart an der Schwelle zu Letzterem, wäre er erst 40 wären die 26 Jahre Altersunterschied garantiert rufschädigend, Andererseits regt sich keiner darüber auf, dass die Frau von Operetten-Ururopa Johannes Heesters noch lange keine 79 ist.
Der Mann braucht endlich einen passenden Job, ansonsten wird er immer wieder für peinliche Schlagzeilen sorgen. Für sein neue Ehe wünschen wir ihm aber alles Gute. Ganz in seinem Stil: “We hope, you’ll have a little bit lucky.”
Wahnsinn: Scheidung killt wie eine Überdosis Schäufele
Was wurde nicht alles gespottet und gelästert über die Ehe? Viele kluge Leute, vorzugsweise Männer, sind zum Fazit gekommen, dass sich da zwei Menschen eher in ein Terrorcamp denn in eine glückbringende Gemeinschaft begeben. Man betrachte nur den letzten Teil des Ehekarussells am Weißen Turm.
“Gott hat die Ehe verbunden. Doch wer verbindet die Ehewunden?”, fragte da der Schriftsteller und Heilpraktiker Erhard Blanck. “Heirat ist ein Entschluss, der die Rechte halbiert und die Pflichten verdoppelt”, ätzte der alte Frauenfeind Arthur Schopenhauer. Andererseits ließ der auch nicht gerade durch Zärtlichkeiten berühmt geworden Philosoph Friedrich Wilhelm Nietzsche seinen Zarathustra irgendwo verständnisvoll über Frauen sprechen: “So sprach mir ein Weib: Wohl brach ich die Ehe, aber zuerst brach die Ehe mich!” Und der russische Poet Iwan Sergejewitsch Turgenjew kam zu dieser klaren Diagnose: “Für einen Künstler ist es nicht ratsam, zu heiraten. Eine unglückliche Ehe kann zwar etwas zur Entwicklung eines Talents beitragen, eine glückliche Ehe ist aber fehl am Platz.”
Aber, lieber Turgenjew und andere: Die Ehe hält gesund. Das Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels hat nämlich untersucht, wie sich eine Scheidung auf die Lebenserwartung auswirkt. Und entgegen aller Single-Propaganda hat sich herausgestellt, dass eine Trennung die Lebenserwartung dramatisch verkürzt. Gemäß der Studie segneten 50-jährige Männer im Vergleich zu nicht geschiedenen Referenzpersonen im Schnitt 9,3 Jahre, Frauen sogar 9,8 Jahre früher das Zeitliche.
Vorbild war eine verheiratete Person in Deutschland, die nicht raucht und nur mäßig Alkohol trinkt, sich guter Gesundheit erfreut, Abitur hat und in einem Angestelltenverhältnis arbeitet. Bei Frauen wurde zusätzlich die Geburt von ein oder zwei Kindern angenommen. Denn auch Kinderlosigkeit erhöht das Risiko eines früheren Todes. 3,2 Jahre verliert frau angeblich.
Konkret betrachtet bedeutet die Studie, dass die Scheidung für einen Mann den gleichen Effekt hat wie 20 Zigaretten und drei Bier täglich plus drei Schäufele pro Woche hat. Das sollte man wissen, wenn man danach lechzt, frei wie ein Vogel zu sein.
Letztlich können wir die vielen philosophischen Geisterfahrer vergessen. Wir müssen nur daran denken, wie alles anfing. Damals, kurz nach dem Urknall. “Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei. Ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.” Tja, manchmal steckt die Erkenntnis immer noch im Alten Testament.




Wenn Frauen zu viel reden
Ab sofort gibt es die Einblicke in meine Gehirnwindungen auch in verfilmter Form. Zum Start geht es um ein “weiches Thema”, um das Wunder der Kommunikation zwischen Mann und Frau. Wenn’s die Leute mögen, soll es alle 14 Tage ein neues Hirndübel-Video geben. Viel Spaß!