Posts Tagged ‘Ehe’

Februar 3rd, 2013

Der Mann schrubbt – leider oft vergebens

Männer, auch begabte Sexisten, müssen sich damit abfinden: Die einzige sichere Eigenschaft von Frau ist ihre Widersprüchlichkeit. Da läuft seit gut 30 Jahren unter dem Stichwort “Feminismus” ein riesiger gesellschaftlicher Feldversuch mit dem Ziel der Umerziehung des Mannes zu einem kooperativen, gerechten, sanften, hilfsbereiten Wesen. Und nun das: Ehemänner, die Hausarbeit leisten, verlieren die Lust auf Sex und werden von ihren Frauen als weniger attraktiv eingeschätzt.

Das behauptet Medien zufolge das Center for Advanced Studies am Juan-March-Institut in Madrid. Mittels einer Befragung von 7002 Teilnehmern will es herausgefunden haben, dass insbesondere das Erledigen von Arbeiten, die als typisch weiblich gelten, die Libido beeinträchtigen. Wogegen Männer, die im Garten arbeiten oder Rechnungen bezahlen, gemäß dieser Studie häufiger Tanzkarten verteilen.

Ich gebe zu bedenken: Hinter den meisten Umfragen steckt ein Auftraggeber. Und selbst Professoren sind bestechlich. Einen Geldgeber wird es auch hier gegeben haben, zumal es sich bei diesem bislang völlig unbekannten Institut entweder um eine frische Existenzgründung oder um eine betrügerische Briefkastenfirma handeln könnte. Wer weiß, vielleicht stecken die Baumärkte in der Umsatzkrise und wollen Hornbach-Erotik mit Nachdruck salonfähig machen. Eventuell wollen uns die darbenden Handelskonzerne einbleuen, dass das Abzeichnen von Quittungen ein majestätischer, mega-männlicher Akt ist. Oder die von einbrechenden Verkaufszahlen gebeutelte Autoindustrie wollen den Männern wieder klar machen, dass das Einseifen der verdreckten Karre schärfer macht als das Schrubben der Toilettenschüssel. Zumal Letzteres zwangsläufig den Anteil der Sitzpinkler steigert.

Vielleicht aber leben wir nur in seltsamen Zeiten. Wenn das RTL-Dschungelcamp für einen angesehenen Fernsehpreis nominiert wird, kann es ja sein, dass in unserer Wahrnehmung die Grenzen zwischen blöd und originell verwischen. Was auch für Umfragen gelten könnte.

Zumal es auch andere Studien gibt. Demnach hängt die Zufriedenheit von Frauen in der Ehe stark davon ab, ob und wie stark sich ihre Männer im Haushalt beteiligen. Tja. Frauen sind eben so – unbestimmt. Und für den Mann des 21. Jahrhunderts gilt wohl ein schöner fränkischer Satz. “Wäimers machd, is verkährd.” (Wie man es macht, ist es verkehrt) Und so putzen wir vergebens. Das ist die Tragik des Lebens.

Januar 10th, 2013

Glamour in Großburgwedel

Es ist so furchtbar: Abschied, Trennung, Niedergang, Phantomschmerz, wohin das Auge blickt. Barbie van der Vaart trennt sich von ihrem Fußballer, die FDP in Kürze von Philipp Rösler und Bettina Wulff vom früheren Bundes-Christian. Das Weibliche verstößt das Männliche.

Gerade bei letzterer Trennung frage ich mich, warum das überhaupt jemand interessiert. Angeblich – so wurde es zumindest über die Medien transportiert – handelt es sich bei den beiden um ein “Glamour-Paar”. Was bitte? Christian Wulff, der Mann mit der Kermit-Stimme, verstrahlt so viel Glanz wie eine Milchglasscheibe im sanften Gegenlicht. Manches wäre mir zu ihm eingefallen. Aber Glamour?

Hierbei handelt es sich laut Wikipedia um eine spezielle Attraktivität beziehungsweise ein Faszinosum. Zum Beispiel also ein besonders prunkvolles oder elegantes Auftreten in der Öffentlichkeit, welches sich von Alltag und Durchschnitt abhebt.

Nun mag seine verflossene Bettina, je nach Geschmack des Betrachters, eine hübsche Frau sein. Mehr aber doch nicht. Die glamourösesten Aspekte an ihr sind die Gerüchte über ihr Vorleben oder ihre Tätowierung.  Aber eigentlich würde sie nicht mal auf einem fränkischen Opernball  sonderlich auffallen.

Dieses Paar wird trotzdem glamourös genannt. Weil die interessierte Guckloch-Presse eine Bezeichnung braucht, die nach etwas Besonderem klingt. Ich bleibe lieber sachlich, und stelle im Einvernehmen mit mir selbst fest: Die Wulffs waren das glamouröseste Paar von Großburgwedel. Mehr Faszinosum war aber nicht.

 

 

 

Juli 12th, 2012

122 Millionen Mal Glück ist nicht genug

Wer heutzutage das Glück sucht, dem stehen viele, viele Helferlein zur Seite. Der Suchbegriff „Glück“ führt bei Google zu 122 Millionen Treffern. Beim Internet-Händler Amazon meldet die gleiche Anfrage 44.744 Produkte, für die dieser Begriff verwendet wird. Tipps für die Suche nach seliger Zufriedenheit fehlen also nicht. Warum sind dann viele Menschen so furchtbar unzufrieden?

Ein Grund ist sicher, dass das, woran wir gerade denken, immer woanders ist. Eine neuere wissenschaftliche Studie hat ergeben, dass die meisten Männer beim Aufstehen die Arbeit im Kopf haben. Dort angekommen, denken sie an Sex. Und wenn sie wieder daheim sind, denken sie an Sport, vorzugsweise Fußball. Tatsächlich aber werden sie, falls sie verheiratet sind, mit der Frage konfrontiert: “Wie war Dein Tag?”. Die ehrliche Antwort – prallvoll mit Sexphantasien – verbietet sich. Die sonstige Ratlosigkeit jedoch wird als Kommunikationsverweigerung aufgefasst. Also müssen die Männer erklären, warum während bedeutender sportlicher Begegnungen Gespräche nicht erwünscht sind.

Diese Unterredung endet erst, wenn die spannendsten Momente des Sportereignisses vorbei sind. Unser Mann trinkt einen Absacker, schläft zornig ein – und träumt vermutlich von der Arbeit.

Ja, aber wo ist da die Liebe? Wo ist die Erotik? Braucht es nicht, denn nach einer anderen Studie würden 57,6 Prozent der Frauen lieber ein Jahr lang auf Sex verzichten als auf Fernsehen. Dieser ist zuverlässig vorhanden. Sport läuft ja nicht immer.

Bei Männern soll es übrigens ganz anderes sein: Für 61,6 Prozent ist TV eher verzichtbar als Erotik. Sagen die Männer über sich selbst. Gelegenheiten, den Wahrheitsgehalt dieser Aussage zu untersuchen gibt es in Kürze während der Olympischen Spiele.  Der Test für Frauen geht so: Bestehen Sie auf der Übertragung vom Dressurreite, während zeitgleich Beach-Volleyball der Damen läuft.

Es wird sich – meine Prognose – der große Wahrheitsgehalt einer anderen Studie erweisen: Es gibt einen starken Trend zum Zweitfernseher.

 

Mai 5th, 2011

Wenn Frauen zu viel reden

Ab sofort gibt es die Einblicke in meine Gehirnwindungen auch in verfilmter Form. Zum Start geht es um ein “weiches Thema”, um das Wunder der Kommunikation zwischen Mann und Frau. Wenn’s die Leute mögen, soll es alle 14 Tage ein neues Hirndübel-Video geben. Viel Spaß!

Februar 15th, 2011

Kinderlos im Duft der Rosen

Da war er also wieder, der „Tag der Liebenden“. Massenhaft sind sich Menschen im Gedenken an Bischof Valentin im Duft der im Pestiziddunst gepflückten Rosen in die Arme gefallen. Aber ob das gegen die Überalterung dieser Gesellschaft wirklich etwas hilft? Eher mal nicht. Die Geburtenquote wird wegen den Blumensträußen nicht explodieren.

Sage keiner, die Regierung habe es nicht probiert. Ursula von der Leyen hat mächtig Geld herbeigeschaufelt, um die Zeugungs- und Gebärfreude im Land zu fördern. Ihre Nachfolgerin Kristina Schröder geht sogar höchstpersönlich mit gutem Beispiel voran. Und stürzt sich ins Abenteuer Elternschaft, obwohl Sie und ihr Ehemann von läppischen knapp 20.000 Euro brutto im Monat leben müssen.

Aber was lässt die Menschen so sehr verzagen, was treibt sie in die Windelphobie?

Dezember 26th, 2010

Festtags-Schock: Die neue Lothar-Matthäus-Passion

Ich gebe zu, irgendwo macht mir die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr Angst.  Zu oft haben sich da in den letzten Jahren Katastrophen ereignet. Nehmen wir bloß den zweiten Weihnachtsfeiertag: Da rauschte 1999 ein verheerender Orkan namens Lothar durch Nord- und Westeuropa, 2003 wurde die historische Stadt Bam bei einem Erdbeben im Iran zerstört und 2004 forderten die Tsunamis nach einem Seebeben im Indischen Ozean weit über 200.000 Menschenleben. Ich war also vorbereitet, dass Schlimmes passieren oder bekannt werden würde. So ist es auch gekommen. Und schuld ist Lothar.

Zum Glück für die Menschheit erleben wir aber keinen neuen Orkan, sondern eine – jahreszeitlich unpassende – Matthäus-Passion. Unser fränkischer Fußballgott Lothar/Loddar ist im Hafen der Ehe bereits zum vierten Mal auf Grund gelaufen. Sylvia, Lolita und Marijana sind schon weg. Und jetzt hat Noch-Ehefrau Liliana vermutlich eingesehen, dass ihr Talent nicht für eine große Show-Karriere ausreicht. Trotz ihres weltberühmten Mannes.

Ihres Mannes, der einem auf seiner unglücklichen Suche nach wahrer Liebe so richtig leid tun kann. Was sogar die ansonsten eher unsensiblen Journalisten der “Bild”-Zeitung empfunden haben müssen, als sie ihren Ehe-Abgesang geradezu dramatisch begannen: “Die Gefühle verebbten und brandeten wieder auf, mal schwammen sie auf einer Glückswelle, dann brach alles über ihnen zusammen.”

Nein, hier tobte kein Orkan. Wir wissen nichts von einem Gefühls-Erdbeben. Aber am Ende war es, wie schon einmal an einem zweiten Weihnachtsfeiertag, ein astreiner Tsunami.

Doch einer wie Lothar Matthäus war beruflich lange genug mit Oliver Kahn zusammen, um zu wissen, dass es im Leben immer weiter geht. Was uns auch eine andere Katastrophen-Meldung dieses Tages signalisiert: Playboy-Gründer Hugh Hefner (84) hat sich mit einem 24-jährigen Playmate namens Crystal verlobt.

Lothar Matthäus ist gerade mal 49 Jahre alt. Wir sehen ihn also noch oft in diesem Theater…


November 21st, 2010

Grüß die Elche, Carl Gustav!

So ein König hat`s nicht leicht.

So ein König hat`s nicht leicht.

Das hätte sich der Schwedenkönig so gedacht. Zuerst werden ungeheuerlichste Vorgänge in ungeheuerlichsten Sexclubs enthüllt. Dann tritt dieser Carl Gustav am Freitag gemeinsam mit der betrogenen Königin bei einer Benefizveranstaltung namens “World Child and Youth Forum” auf. Weil er meint, dass ein kurzes “Schwamm drüber” reicht? Nein, nein, Majestät. Jetzt wird abgerechnet.

Wir wollen dem Leben dieses Mannes nicht grundsätzlich eine gewisse Tragik absprechen. Da repräsentiert sich einer durch die Weltgeschichte, genau wissend, dass ihn eigentlich niemand braucht. Nicht jeder Vertreter des Adels wird schließlich Verteidigungsminister. Was also soll der oberste Feingeborene des “Konungariket Sverigie” (Königreich Schweden) tun, als sich dramatisch zu langweilen?

Schwer hat er es wegen seines Namens: Die Bedeutung von Karl ist nicht genau geklärt. Erklärungsversuche sind „Mann, Ehemann“ (aus dem Althochdeutschen abgeleitet) oder „freier Mann“ (nach dem mittelniederdeutschen kerle). Das ist, mit Verlaub, ein Widerspruch in sich beziehungsweise eine völlige Unmöglichkeit. Vielleicht hat er sich aber auch an seinem Zweitnamen “Gustav” orientiert.

Und hat die altschwedische Übersetzung – “Stab Gottes” – so verstanden, dass es zu seinem Job gehören würde, gelegentlich ein paar Mädels durchzunudeln? Kann ja eh nicht so schlimm sein. Erstens ist Schweden ein mega-tolerantes Land. Zweitens war es lange genug sowieso ein Qualitätsmerkmal eines respektierten Herrschers, dass er sich jederzeit und in jeder Hinsicht als potent zu erweisen wusste. Hätte sich im 18. Jahrhundert irgendjemand über die Fremdgängerei des Herrschers beschwert? Niemals. Man hätte ihn als tollen Hecht angesehen. Das wäre wahre Tradition!

Alles erklärt und entschuldigt, somit? Nein! Denn da hat einer “unsere” Silvia betrogen. Also erwarten wir Wiedergutmachung.

Die deutschgeborene Königin sollte sich scheiden lassen. Da es sich bei ihrer Hochzeit mit Carl Gustav um eine Liebesheirat gehandelt haben soll, müssten die beiden in einer Zugewinngemeinschaft leben. Somit stünde Silvia im Falle einer Trennung ein erheblicher Teil Schwedens zu, welcher umgehend nach Deutschland eingegliedert werden sollte. Mit unserer Königin als Ministerpräsidentin auf Lebenszeit.

Schweden ist  um ein gutes Viertel größer als Deutschland, kann also was hergeben. Vorschlag zur Güte: Wir nehmen den Süden mit schönen Städten wie Malmö oder Helsingborg. Was die Hauptstadt Stockholm und den menschenleeren Norden angeht, wollen wir mal nicht so sein. Grüß die Elche, Carl Gustav!

August 5th, 2010

Die Angst der Männer sitzt im Sprachzentrum

Sagen wir es doch einmal ohne falsche Umschweife: Männer in Beziehungen haben Angst. Vor ihrem Chef, vor dem Urologen, vor der Niederlage ihres Lieblings-Fußballvereins… Vor allem aber vor ihrer eigenen Frau.  Und das nicht nur, weil diese zuverlässig  just in jenem Moment aufwacht, in dem man bei der Heimkehr aus der Kneipe mit einem mühsam erarbeiteten Rausch ins Bett fällt.

August 3rd, 2010

Lothar Matthäus: Er bleibt ein armer Kerl

Ach Loddar! Man kann doch eigentlich nur gaaanz tief seufzen, über unseren großen fränkischen Sporthelden. Aber es zeigt sich immer mehr: Lothar Matthäus hat ein Leben nach dem Fußball. Aber es will ihm einfach nicht gelingen. Stets scheitert er in Liebesdingen, gerät immer an die Falschen. Eigentlich ein Frauenschicksal…

Juni 11th, 2010

Ein dicker Mann ist oft ein Werk der Frau

Männer sind zu dick. Es handelt sich fürwahr um ein Problem, das unserer Gesellschaft wachsende Sorgen bereiten sollte. Um es lösen zu können, muss man an die Wurzeln gehen. Und diese ist weiblich.

Das Thema ist das Bauchfett: Vor wenigen Tagen hat das Statistische Bundesamt verbreitet, dass mehr als jede(r) zweite Deutsche zu dick sei. Überproportional betroffen seien mit 60 Prozent die Männer. Bei der letzten Erhebung im Jahr 1999 seien es noch 56 Prozent gewesen.

Wie aber kann es sein, dass sich beim Blick auf eine x-beliebige Gruppe von Männern der Eindruck ergibt, als seien Scheinschwangerschaften eine hierzulande weit verbreitete Krankheit?

Mai 15th, 2010

Erotik 2010: Twitter, Facebook und Xing

Oft schießt uns diese Frage durch den Kopf: Sind die Computer wirklich gut für uns? Jedenfalls haben sie unser Leben massiv verändert, steuern unsere Leidenschaften in eine ganz neue Richtung. “Wein, Weib und Gesang” lautete das männliche Lebensideal bei Goethe, “Sex, Drugs and Rock`n Roll” etwas wilder bei Mick Jagger und Co. “Twitter, Facebook und Xing” heißt es heute bei einem wachsenden Teil der fortpflanzungsfähigen Bevölkerung.

März 2nd, 2010

Ring der Wiederkehr (2): Loddar wieder bei Liliana. Käßmann lauert

Der Ring der Wiederkehr macht alles immer nur schlimmer? Wem immer ich mit meinem jüngsten Beitrag zu Nietzsche, DSDS und Merkel den Blick in den gähnenden Schlund der Hoffnungslosigkeit gelenkt habe, sage ich nun: Ich bereue, ziehe zurück, dementiere. Denn Lothar Matthäus ist wieder bei Liliana.

Es gibt also auch die fröhliche Wiederkehr. Ja, es gibt hoffnungsvolle News aus der Welt der Schönen und Reichen. Loddar stellte in einem Interview klar: “Unsere Liebe war nie erloschen.” Und fügte an: “Die Liebe ist doch keine Glühbirne, die man einfach so ausknipsen kann.” Die süße, zuletzt gar wenig fotografierte Liliana wiederum beschwor: “Ich benutze ihn nicht als Sprungbrett.” Nein, hier haben wir kein unerotisches Energiesparlampen-Gefunzel. Hier kocht es, brodelt es, bis auch die allergrößte Osram platzt. Endlich mal was anderes als Drogenexzesse von Britney Spears, Schulden von Nicolas Cage oder zufällig vergessene Slips von Paris Hilton.

Gut, eigentlich brauchen wir diese Seifenopfer nicht. Trost schöpfen wir ja normalerweise daraus, dass das neureiche Gesindel mindestens gleich heftige, wenn nicht sogar größere Beziehungs- und Geldprobleme hat wie wir selbst. Aber manchmal, wenn nach gefühlten 28 Wochen Wolkenhimmel plötzlich die Sonne scheint und gülden der Vollmond am Firmament funkelt, dann werden wir ganz weich. Es ist, als würde uns André Rieu mit dem Bogen seiner Fidel über den Herzmuskel streichen. Dann freuen wir uns.

Und wie groß wird die Freude erst sein, wenn ein anderes Gerücht wahr wird. Der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, rechnet fest mit einem Comeback seiner Vorgängerin Margot Käßmann. Ihre Stimme werden bald wieder zu hören sein, sagte er in einem Interview.

Auch für diesen Tag fordern wird Vollmond und einen klaren Sternhimmel. Damit uns bloß nichts die Freude vernebelt…

Mai 6th, 2009

Lange Namen? Ja, bitte!

Sein Name ist länger, als das Bundesverfassungsgericht erlaubt. Otto von Habsburg. Extented Version, siehe unten

Sein Name ist länger, als das Bundesverfassungsgericht erlaubt. Otto von Habsburg. Extented Version, siehe unten

Sollten Sie nicht mehr so ganz jung sein, werden Sie diesen Namen vielleicht aufsagen können: Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah. Als “Winnetou”-Erfinder Karl May seine Romane schrieb, gab es noch kein Bundesverfassungsgericht. Sonst hätte er sich vielleicht sagen lassen müssen: Solche Endlos-Namen sind verboten. Dem Volk zuliebe.

Das Problem mit den Mehrfach-Namen musste irgendwann kommen. Früher hatte eine Frau den Namen ihres Mannes anzunehmen. Basta, keine Widerrede. Dann kamen die zumeist bei den Grünen oder in den linkeren Teilen des SPD verorteten Doppelnamen-Frauen. Und weil ja längst auch Männer den Namen ihrer Frau annehmen und Doppelnamen führen, war klar, dass irgendwann die Frage des Dreier- oder Vierer-Namens auftauchen würde. Jetzt also war es bereit – und das Gericht sagte Nein. Man wolle, so die Begründüng, “die vom Gesetzgeber gewünschte Eindämmung von Namensketten erreichen.”

Fragt sich halt bloß: Was gehen unsere Namen den Staat an? Wenn eine Frau Leutheusser-Schnarrenberger einen Herrn Müller-Westernhagen heiraten und dessen Namen ohrem hinzufügen möchte – soll sie doch schauen, wie sie ihre Unterschrift auf dem Formular des Paketboten unterbringt. Auch brasilianische Fußballer sind häufig Menschen mit überlangen Namen. Sie suchen sich dann eben einen Künstlernamen und nennen sich Pele oder Ailton.

Und welcher Jurist stört sich eigentlich daran, dass Vertreter des gehobenen Landadels Namen wie “Wittekind Adolf Heinrich Georg-Wilhelm zu Waldeck und Pyrmont” oder “Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg” tragen? Oder (auf kaiserlicher Ebene) gar “Franz Joseph Otto Robert Maria Anton Karl Max Heinrich Sixtus Xaver Felix Renatus Ludwig Gaetan Pius Ignatius, Kaiserlicher Prinz, Erzherzog von Österreich, Königlicher Prinz von Ungarn” (der ehemalige CSU-Europa-Abgeordnete Otto von Habsburg)?

Nein, was den feingeborenen Herrschaften recht ist, sollte uns Bürgerlichen billig sein. Wer Lust auf lange Namen hat, soll sie kriegen. Sind wir jetzt das Volk/der Staat? Oder wer eigentlich?

April 9th, 2009

Adieu, ihr Autos. Eine große Liebe ist vorbei

dpa

Kann verschrotten, wer sein Auto wirklich liebt? Foto:dpa

Seufz, eine große Liebe geht dahin. Was gab es nicht an Hingabe, tiefen Gefühlen, an Bereitschaft, großzügig viel Geld zu investieren?Alles vernichtet in den Schrottpressen dieser Republik: Unsere Autos haben ihr Sex-Appeal verloren. Sie werden abgewrackt.

Es war doch vorneherein klar, dass mit dieser Aktion etwas nicht stimmen konnte. Schrotthändler reiben sich verwundert die Augen, dass TÜV-taugliche Autos einfach weggeworfen werden, Menschen verjubeln ihr Erspartes, um künftig einen koreanischen Kleinwagen zu fahren. Es wird bunter auf unseren Straßen, und vielleicht mangels PS-Zahlen langsamr gefahren. Das mag ein Vorteil der Prämie sein. Aber sonst?

Hier geht etwas an unseren Seelen kaputt. Ich hatte schon vor vier Monaten eine Studie des Kompetenzzentrums “Frau und Auto” aufgegriffen, wonach modernen Fahrzeugen aus weiblicher Sicht die Emotionen verlorengegangen seien. Zu perfekt, zu kalt, zu lösungsorientiert – so werden die Audis und BMW`s von heute gesehen. Wenigstens konnten sie so noch die Männer begeistern. Aber die müssen ja jetzt auf Kia und Co. umsteigen.

Noch wüsste ich nicht, was wir in Zukunft lieben werden. Überzeugt bin ich bloß davon, dass die nächste Abwrackprämie kommen wird. Gestern bei “Hart aber fair” durfte unsere berühmte Freie Wählerin Gabriele Pauli ihre Idee von der “Ehe auf Zeit” propagieren. Wie das geht, wissen wir. Autos wirft man nach neun Jahren weg, der Ehepartner darf gleich drin sitzenbleiben.

Ob das alles glücklich macht, ist freilich eine andere Frage. Wie auch die bereits vorhandene Abwrackprämie zeigt: Was nachkommt ist nicht zwingend besser.

März 4th, 2009

Die wahre Liebe ist wie Knoblauch

Wer Knoblauch erträgt, ist glücklich.

Nicht nur Ilja Rogoff weiß: Wer Knoblauch erträgt, ist glücklich.

Jetzt mal unter uns Männern: Natürlich wäre jeder von uns gerne mal Hasibär. Oder Fruchtzwerg, Märchenprinz, Öläffchen oder Eberschweinchen. Aber manchmal sind wir dann doch eher Monsterbacke oder Problembär. Und das wäre gar nicht schlimm, wenn unsere Frauen auf Arnold Retzer hören würden. Er hat gerade medienwirksam festgestellt, dass langjährige Partner im Grunde genommen wie Knoblauch sind. Man muss sie ertragen. Der Mann hat recht.

Unser aller Problem im Leben ist doch der “Forderungsüberschuss”, wie wir das unter uns Therapeuten nennen. Unsere Geldanlage muss mindestens zehn Prozent Profit bringen, der Club und Fürth sollen gleichzeitig in die Erste Liga aufsteigen, unser Körperfettanteil allerdings soll entgegen der Natur mit zunehmendem Alter keinesfalls wachsen. Wir wollen immer ein bisschen mehr als eigentlich möglich ist. Und so stürzen wir uns ins Unglück.

Würden sich Frauen und Männer, wie das Retzer vorschlägt, von vorneherein darüber einig sein, dass sie unmöglich zusammenpassen, wäre viel gewonnen. In jedem Prinzen steckt ein Frosch, in jeder Prinzessin eine Nervensäge. Wer das weiß, kann über eine falsch ausgedrückte  Zahnpastatube oder über einen erfolglosen Marathon-Einkaufsbummel lachen. Für die Aufarbeitung von Krisensituationen empfiehlt Retzer die “Gnade des Vergessens”. Darauf hofft die CSU ja bei Gabriele Pauli. Bisher vergebens.

Fassen wir zusammen: Knoblauch mag lästig sein – er ist aber geschmackstechnisch eine tolle Pflanze, und verspricht bei regelmäßigem Genuss ein längeres Leben. Übrigens gibt es für Männer im Allgemeinen und Spekulanten im Besonderen noch einen klugen Ratgeber:den früheren US-Präsidenten Benjamin Franklin. Nach seiner Erkenntnis gibt es für Männer drei gute Freunde: Eine alte Ehefrau, einen alten Hund und das bare Geld.