Gibt es den Krieg gegen den Euro?

Der FDP-Humorbeauftragte Rainer Brüderle hat gerade zu Protokoll gegeben, dass er kein Freund von Verschwörungstheorien sei. Aber manchmal falle es schwer, den Eindruck zu widerlegen, dass amerikanische Rating-Agenturen gegen die Euro-Zone arbeiten. Aber wie ist es wirklich? Stellen wir doch einfach ein paar Fragen.

Die Agentur „Standard & Poor’s“ gibt es seit 70 Jahren. Sie wurde von den berühmten Märkten beachtet, war aber nie ein großes Thema für die breite Öffentlichkeit. Wie kommt es, dass sich plötzlich alle Welt für diese Firma interessiert? Wer bringt sie mit solcher Macht in die Nachrichten? Ist diese Agentur wirklich unabhängig vom Staat? Ist es Zufall, dass sie gerade jetzt so massiv auftritt, wo es der US-Wirtschaft so schlecht wie noch nie seit dem Zwiten Weltkrieg geht? Hängt die internationale Bedeutung von „Standard & Poor’s“ und anderen US-Agenturen davon ab, dass der US-Dollar die Welt-Leitwährung bleibt?

Könnte es sein, dass die USA einen starken Euro als Bedrohung für ihre Währung und für ihre Stellung als Weltmacht ansehen? Was würde zum Beispiel ölfördernde Staaten erwarten, wenn sie ihre Kontrakte auf Euro umstellen würden? Was würde es für die USA bedeuten, wenn sich China dem Euro zuwenden würde, zu Lasten des Dollars?

Kann man Krieg auch an den Börsen führen?

Und dann hätte ich noch ein ganz anderes Problem: Was passiert, wenn das globale Finanzgewerbe feststellt, dass Diktaturen wie China mehr Geld generieren als demokratische Staaten?

Ich finde, diese Fragen darf man stellen.