Alpen-Donald träumt vom Umsturz

Eine Revolution beschreibt das Online-Lexikon Wikipedia als einen grundlegenden und nachhaltigen strukturellen Wandel eines oder mehrerer Systeme, der meist abrupt oder in relativ kurzer Zeit erfolgt. Das steht jetzt wieder an. Der geschäftsführende Verkehrsminister Alexander Dobrindt hat im Namen seiner CSU eine „bürgerliche Revolution“ ausgerufen. Was meint er bloß? Was könnte da passieren?

Bei freundlicher Betrachtung dienen bürgerliche Revolutionen dem Zweck, die Willkür der Herrschenden zu beschränken und diese gegebenenfalls zu beseitigen. Die gescheiterten Bauernkriege ab dem 14. Jahrhundert waren entsprechende Versuche. Ein wahrhaftiger Umsturz, der von „Bürgern“ angezettelt wurde, war die Französische Revolution.  Hier haben viele Menschen den Kopf verloren.

Derartiges schwebt Alexander Dobrindt wohl nicht vor. Zumal die Frage bleibt, warum es nach 16 Jahren Helmut Kohl und 12 Jahren Angela Merkel ausgerechnet eine bürgerliche Revolution geben müsste. Soll Horst Seehofer die Kanzlerin stürzen? Kaum.

Was also dann? Sollen wir von Ikea-Regalen zur Eichen-Schrankwand zurückkehren? Wird Sauerkraut statt Döner zur Pflicht? Beginnt der Aufklärungsunterricht in der Schule wieder bei den Bienen? Waltet drinnen wieder die züchtige Hausfrau? Sind soziale Netzwerke nur dann erlaubt, wenn sie sich in Wirtshaus-Hinterzimmern bilden?

Alles Kokolores – weshalb ein Verdacht bleibt. Dobrindt geht es darum, im Auftrag der CSU das Bauchgefühl der Menschen zu kitzeln. Mit einer inhaltsfreien Parole, die aber ein „Jawoll, endlich sagt es mal einer!“ provoziert. Ein Politiker namens Trump ist so US-Präsident geworden. Alpen-Donald spielt zwar in einer anderen Liga. Aber er probiert’s.