Donald Trump, schwächer als die Dänen

„You look at, what’s happening last night in Sweden. Sweden!!!“ Bei einem seiner bizarrsten Wahlkampfauftritte überhaupt erzählte Donald Trump seinen Anhängern von einem dort erfolgten Terroranschlag. Diese Attacke war frei erfunden, die Schweden staunten und lachten sehr. Doch jetzt werden in Skandinavien harte Fakten geschaffen: Die dänische Regierung hat an der Grenze zu Deutschland einen Zaun bauen lassen.

„Denmark? What the fuck is Denmark“, dürfte sich der US-Präsident nun fragen. Während ihm, dem größten Dealmaker und Frauenkenner aller Zeiten, eine 79-jährige Oppositionsführerin hartnäckig das Geld für eine Mauer an der Grenze zu Mexiko vorenthält, schafft dieses kleine Land Fakten. Und es gibt nicht einmal Geschrei.

Donald Trump muss überaus verzweifelt sein. Denn er sagt zu diesem Grenzzaun gar nichts. Anstatt die Dänen zu loben, sendet er über seinen Lieblingskanal Twitter Bilder der wunderschönen Mauer in Israel.

Dabei gilt der dänische Zaun einem tatsächlich gefährlichen Einwanderer, nämlich dem Erreger der afrikanischen Schweinepest. Dieser wurde wohl von einem afrikanischen Frachtschiff mittels Essensresten in die georgischen Hafenstadt Poti eingeschleppt. Und ab da wurde er durch weggeworfene Wurstbrote von Lastwagenfahrern – einem beliebten Menü von Wildschweinen – in Richtung Mitteleuropa verbreitet. Die Migrant ist böse.

Deutsche Wildschweine sollen also vom Auswandern abgehalten werden. Mit einem Zaun, der mit 70 Kilometern freilich herzallerliebst kurz ist. Die Grenze der USA zu Mexiko ist 3.144 Kilometer lang.

Donald Trump sollte sich Spott via Twitter allerdings verkneifen. Denn den Dänen gehören 44.087 Kilometer Küstenlinie von Grönland, die sie, einmal herausgefordert, einzäunen könnten. Es wäre der finale Schlag gegen diesen Präsidenten. Zwar gibt es keine afrikanischen Eisbären. Aber woher soll ein Donald Trump das wissen…