Ersauft doch!

Irgendwie haben wir uns daran gewöhnt, dass mit der AfD eine Partei im Deutschen Bundestag sitzt, die Abschottung, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz predigt. Wir staunen über neue Umfragen mit immer günstigeren Prognosen an, zucken aber mit den Schultern. Das  Faktische wird zur Norm. Doch darf diese Resignation sein? Nein, es sei denn, wir sind herzlos und fühlen uns wohl dabei.

Ende vergangener Woche hat Petr Bystron, Obmann der AfD im Ausschuss für Außenpolitik des Bundestags, bei der Staatsanwaltschaft Berlin Strafanzeige wegen illegalen Einschleusens von Ausländern gestellt. Bestraft werden sollen die Vertreter von SOS Mediterranae Deutschland e.V. , von Ärzte ohne Grenzen, von Save the Children Deutschland e. V. und von Jugend rettet e. V.  Es handelt sich durchwegs um ehrenamtlich engagierte Leute, die von den Geretteten gewiss kein Geld verlangen.

Sie sind also keine Schleuser, sondern allenfalls Ungehorsame, die humanitär handeln und dem Hass von Rechts nicht nachgeben wollen. Sie werden sich etwaigen Verfahren stellen, im Vertrauen darauf, dass Gerichte das Verhältnis von Gesetzestreue und Menschlichkeit richtig gewichten werden. Aber ihre Arbeit wird ihnen erschwert.

Doch was sagt uns Bystron in letzter Konsequenz? Nichts anderes, als dass er die Geflüchteten in den Schlauchbooten nicht für gleiche Menschen hält. So wie das die internationale Erklärung der Menschenrechte verlängt. „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“, heißt es ganz am Beginn des Grundgesetzes. Aber gilt das auch für Afrikaner und Araber?

Für Petr Bystron nicht. Seine Botschaft lautet: Keiner darf gerettet werden. Wenn sie zu ertrinken drohen, dann lasst sie doch. Männer, Frauen, kleinste Kinder, ganz egal. Einer wie er, würde auf seiner Kreuzfahrt den Ertrinkenden freundlich zuwinken und vielleicht noch ein Foto schießen, mit der Botschaft: „Seht her! Wir sind sauber geblieben. Wir haben nicht geholfen! Deutschland zuerst!“.

So ist das wohl, wenn Herrenmensch auf Untermensch trifft Das Denken kennen wir. Es wird immer dunkler, im Abendland.