Donald Trump – Der Film

Hollywood hat uns gelehrt, dass die US-Präsidentschaft zu den aufregendsten Jobs mit den eigenartigsten Besetzungen zählt. Man ist mächtigster Mann der Welt, man lehrt sogar feindseligen Außerirdischen das Fürchten. Man kann heroisch, aber auch trottelig sein. Die Karriere dieses Donald Trump erscheint uns trotzdem in ihrem Irrsinn unbegreiflich und noch nicht verfilmt. Wer also dreht hier gerade? Quentin Tarantino, Roland Emmerich, George Lucas oder Michael Moore?

Für die Präsidenten-Filme gelten zwei Leitgedanken. Entweder ist der Bewohner des Weißen Hauses ein hoch moralischer Held wie George Harrison in Air Force One. Oder es handelt sich um einen politisch unbedarften Darsteller, der – wie Kevin Kline in Dave – ins Amt hineinstolpert, dann aber einen richtig guten Job macht. Einen Schauspieler im Weißen Haus hatten wir schon. Ronald Reagan hat bis heute viele Fans.

Was aber erwartet uns bei „Donald Trump – Der Film“? Zunächst einige Hinweise zur Besetzung. Der Meister spielt sich selbst, klar. Gattin Melania wird bei Bedarf durch Miley Cyrus, Selena Gomez oder eine bislang unbekannte aserbaidschanische Daily-Soap-Schönheit ersetzt.  Für die Rolle der Clintons kommen nach Lage der Dinge Hellen Mirren und Richard Geere in Frage. Die Nebenrolle von Bernie Sanders übernimmt Woody Allen.

Die Geschichte geht so. Der verrückte neue Präsident nervt schon bald Gott und die Welt. Der CIA-Chef, gespielt von Jack Nicholson, weigert sich jedoch, zum Äußersten zu gehen. Aus Dankbarkeit dafür, dass Trump seinen Mitarbeitern das Waterboarding bei Ladendieben mexikanischer Herkunft oder islamischen Glaubens erlaubt hat. Also wird Trump entführt und auf eine von ihm selbst gebaute, aber unverkäufliche Bungalow-Siedlung in Florida gebracht. Diese wird von militärisch ausgebildeten Kampf-Alligatoren bewacht. Ein vom Establishment geschulter Doppelgänger (gespielt vom famosen Engländer Boris Johnson) führt derweil die Regierungsgeschäfte.

Allerdings gelingt es Donald Trump, eine temporäre WLan-Verbindung zu seinem langjährigen Männerfreund Waldimir Putin aufzubauen. Dieser lässt durch seinen Geheimdienst ein Klein-U-Boot namens „Rosa Oktober“ nach Florida schmuggeln. Und während der Vertretungs-Präsident bei einer Pokerrunde mit Erdogan, Orbàn, Le Pen und Berlusconi in eine Schlägerei verwickelt und K. O. geschlagen wird, taucht Trump mit durchgedrücktem Kreuz und frisch blondiertem Toupet im Oval Office auf.

Aus Rache für sein verletztes Ego will er einen Atomschlag gegen alles Nicht-Amerikanische starten. Weil er jedoch im entscheidenden Moment von Gaststar Lassie verbellt wird, drückt er den falschen Knopf. Dadurch wird das durch Fracking in Nord-Wisconsin gewonnene Friedens-Gas freigesetzt und über die ganz Welt verteilt. Alle Menschen werden Brüder. Trump schreit laut auf, fällt um und bleibt regungslos liegen (Option für Teil zwei).

Sie finden diesen Text albern? Schon, aber es wäre ungemein beruhigend, wenn alles bloß ein Film wäre. Die Kombination aus tumbem Denken und Fanatismus gefährdet hunderttausende Menschenleben. Das wissen wir seit George W. Bush. Hoffentlich erinnert man sich noch daran. Einen Oscar kann Donald T. sehr gerne haben.