Donald Trump: Er bleibt ein Typ zum Fürchten

Es ist doch alles gar nicht so schlimm. So seufzt mancher erleichtert nach 100 Tagen Donald Trump. Der nach eigener Einschätzung tollste US-Präsident aller Zeiten habe einige Dämpfer bekommen. Manches an seiner Politik wirke schon sehr normal. So werde das auch weitergehen. Wenn wir uns da bloß nicht täuschen.

Richtig ist, dass Donald Trump einige Aha-Erlebnisse gehabt hat. Weder ist es leicht, per Dekret Muslime von den USA fernzuhalten oder eine Krankenversicherung zu zerstören. Die von Mexiko bezahlten Mauer bleibt wohl auch eine Illusion. Und setzt der Präsident nicht wunderbare Zeichen, indem er in Sachen Berater den Widerling Bannon abserviert und dafür seine hübsche Tochter hinaus in die Welt schickt?

Trotzdem haben wir allen Grund, uns vor diesem Mann zu fürchten. Er entdeckt nämlich nach und nach, wie er seine Macht wirksam anwenden kann. Und er hat gelernt, dass auch der größte Versager an der Spitze der Weltmacht USA die Menschen hinter sich bringt, wenn er Marschbefehle für Atom-U-Boote gibt, Raketen abschießen oder Bomben abwerfen lässt. Hinter einem Kriegsherrn schart sich das Volk zuverlässig.

Tabus sind nicht sein Ding. Oder hätte er sonst die „Mutter aller Bomben“ über dem Territorium eines verbündeten Staates abwerfen lassen? Fragen wir uns doch, was in Deutschland los wäre, wenn dieses Zerstörungs-Monstrum nach Evakuierung der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern aufschlagen würde, weil die USA dort ein Terroristen-Nest vermutet haben?

Wir würden es kaum so gelassen sehen wie jetzt, wo es bloß um dieses Afghanistan geht.

Dieser US-Präsident wirkt auf uns manchmal wie ein schlechter Soap-Darsteller oder eine Karikatur. Harmlos doof ist er deswegen nicht. Auch Clowns können der Horror sein.

Meine Jahrescharts 2015: Rechte Hetzer und andere Katastrophen

Kein Jahreswechsel ohne Jahresrückblick. Das gilt selbstverständlich auch für mich. Hier sind die Klick-Top-Ten meiner Blog-Einträge in 2015:

Platz 1: Eindeutig am häufigsten gelesen wurde der Beitrag zum Auftritt des AfD-Politikers Björn Höcke bei Günther Jauch. Die Forderung Keine Bühne für die rechten Hetzer  fand großen Zuspruch.

Platz 2: Auch 2015 hat sich meine Erkenntnis „CSU geht immer“ bewahrheitet. Im Beitrag Dobrindt zupft am Gänseblümchen geht es um den herzzerreißenden Einsatz des Verkehrsministers für die Pkw-Maut.

Platz 3: Besonders freut mich der Erfolg von Beiträgen mit gewerkschaftspolitischem Inhalt. So wie dieser mit dem Titel Arbeitgeber sind wie Wasser  …sie finden immer einen Weg.

Platz 4: Zu den erschütterndsten Ereignissen des vergangenen Jahres gehörte der Anschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo. Mein Kommentar hierzu lautete: Das Massaker von Paris – Die Religion ist nicht schuld .

Platz 5: Der mutwillig herbeigeführte Absturz eines Flugzeuges in den französischen Alpen war ein weiteres großes Thema. Der Beitrag Germanwings-Tragödie: Der Mord als Sehnsucht der Medien  befasste sich mit der allzu hysterischen Berichterstattung.

Platz 6: Das furchterregende Gespenst der Griechenland-Krise war ein lässig-rotziger Finanzminister namens Varoufakis. Ihm war der Text mit dem Titel Du böser, böser Souvlaki-Finger! gewidmet.

Platz 7: Ist die kollektive Umarmung der Medien nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo richtig? Oder ist viel falsche Sympathie im Spiel? Darum ging es im Beitrag Die Lügenpresse hat ziemlich falsche Freunde egenpresse-hat-ziemlich-falsche-freunde.

Platz 8: Mutmaßlich ungenießbare Kost gehört fest zur Dramaturgie des RTL-Dschungelcamps. Meine Theorie hierzu: Ekelessen macht uns nur noch stärker.

Platz 9: Franz Beckenbauer hat in Katar keine Sklaven gesehen. Dabei müsste man sich nur in bestimmte Flugzeuge setzen: Du willst Sklaven sehen? Flieg mit Qatar Airways.

Platz 10: Und gestreikt wurde auch noch, insbesondere im Verkehrswesen. In der Zeit vor Ostern lernten wir: Das neue Fastengebet: Mein Freund ist Lokführer