Posts Tagged ‘Berlusconi’

März 11th, 2010

Zwei, die zueinander passen: Westerwelle und Berlusconi

Ach, Guido Westerwelle. Da denkt man, der zum Außenminister aufgestiegene FDP-Lautsprecher werde irgendwann ins seriöse Fach wechseln. Aber dann fliegt er nach Südamerika und liefert schon wieder Aufreger.

Nein, dass er seinen Lebensgefährten mit auf Auslandsreisen mitnimmt, ist bestimmt nicht das Thema. Filmemacher Rosa von Praunheim, der zu einer Zeit für die Rechte der Homosexuellen kämpfte, als diese noch heftig diskriminiert wurden, findet das “großartig”.  Dabei ist das, eigentlich, ganz normal.

Geschmacklos an der Zusammenstellung von Westerwelles Reise-Entourage ist jedoch, dass er befreundeten Unternehmern die Chance gibt, im unmittelbaren Umfeld seiner Begleitung Geschäfte anzubahnen. Der FDP-Chef findet das bestimmt clever und legitim. Ist es aber nicht.

Wenn man an die Hotelspenden-Affäre und an das Ablenkungsmanöver mit der “spätrömischen Dekadenz” zurückdenkt, dann scheint da einer zu sein, der keine Scheu kennt, Politik so zu machen, dass es seiner Klientel, seiner Partei und ihm selbst nützt. Und damit erinnert er an den großartigen Italienier Silvio Berlusconi. Dieser hat gerade in einer Pressekonferenz einen Journalisten aus dem Saal entfernen lassen, weil dieser eine Frage u dem umstrittenen Chef des italienischen Zivilschutzes, Guido Bertolaso, gestellt hatte, ohne aufgerufen zu sein.

Berlusconi beschimpft ihn als “Villano”, also Bauernlümmel oder Flegel, und meint schließlich (Szene bei 2:23 Minuten des Videos), der Journalist sei nur deshalb so aggressiv, weil ihm, wenn er morgens in den Spiegel schaue, der Tag versaut sei. Gut, die Presse hat Westerwelle auf diese billige Art noch nicht angegriffen. Aber das kann ja noch kommen…

YouTube Preview Image
Februar 9th, 2010

SPD protzt in der virtuellen Welt – Rammstein und Rihanna sind aber besser

Seid willkommen, Ihr Massen: Nach neuesten Zahlen präsentieren sich vier von zehn Deutschen im Internet. 46 Prozent der Internetanwender treiben sich in irgendeiner Community herum. Das Web als Plattform für die Selbstdarstellung wäre demnach fast schon erfolgreicher als, sagen wir, die CSU. Wobei es der größten aller bayerischen Parteien virtuell sowieso nicht so gut geht. Wie ein Ausflug in die Welt der Statistik zeigen wird…

Denn: Mit 1157 Fans ist sie im großen Sozialnetzwerk „Facebook“ ein kleiner Fisch. Die CDU sieht mit 1958 Fans auch nicht toll aus. Die Linke hat die Konservativen mit 2820 Fans lässig überholt. Allzusehr freuen dürfen sich die Sozialisten aber nicht. Denn die alte Tante SPD schneidet mit 5824 Fans von allen Parteien am besten ab. Sie liegt allerdings nur ganz knapp vor der Yuppie-Partei FDP, die es auf 5598 Fans bringt sowie vor den Grünen mit ihren 5295 Fans. Die Piratenpartei, von der man seit den Wahlen im Vorjahr nicht mehr ganz so viel gehört hat, ist mit 4266 Fans bestens im Rennen.

Keine der Parteien kann allerdings mit Germany´s Next Top Model 2009, Sara Nuru, mithalten. Sie wird von 11.822 Fans bewundert. Gilt also „Sex sells“ auch bei Facebook? Das nicht unbedingt. Denn schon die beliebtesten deutschen Medienseiten auf Facebook spielen in einer ganz anderen Liga. So kommt „Stromberg“ mit 76.186 Fans auf den fünften Platz. Ansonsten spielt die Musik: Kraftwerk 82.715 Fans, Scorpions 190.562, Tokio Hotel 392.651 und – Industrial Tusch, bitte! – Rammstein mit 502.198 Fans. Ermittelt hat das ein Blogger namens Leander Wattig unter dieser Adresse: http://ow.ly/15wCb.

Nur Lärm statt Erotik also? So schlimm ist es nicht. Frauen dürfte es freuen, dass der als Sexsymbol geltende Schauspieler George Clooney mit 515.047 Fans vor Rammstein und erst recht vor dem italienischen Staatsbock Silvio Berlusconi mit 200.908 Fans liegt.

Aber das alles ist nichts gegen Super-Sexy-Sängerinnen wie Britney Spears mit 2.542.852 Fans, Taylor Swift 3.133.143 oder gar die vom Dasein gar oft geprügelte Rihanna mit 3.147.616 Fans.

Bei Mädels wird eben hingeguckt. Das Internet ist demnach wie das richtige Leben. Ob uns das beruhigt, ist freilich eine andere Frage.

Oktober 8th, 2009

Berlusconi bleibt, Ronald McDonald siecht dahin

Klar, weil Silvio Berlusconi hier schon mehrfach Thema war, schreien die neuesten Nachrichten aus Italien nach einer Betrachtung. Aber man kann sich das vorerst sparen. Denn dieser Mann geht noch lange nicht nach Hause. Er wird dem Volk klarmachen, dass es sich um eine Verschwörung von Kommunisten handelt. Und weil aus der Sicht konservativer Italiener ein Kommunist jeder ist, dessen politische Meinung von der eigenen nur um einen Millimeter nach links abweicht,  wird das auch gelaubt werden.

Anderes hat weniger Bestand. Zum Beispiel Traditionsfilialen der Firma McDonalds. Wie die Kollegen von der Nürnberger Zeitung melden, hat das Hamburger-Lokal am Plärrer für immer zugemacht. Am 20.September, unmittelbar vor “Los Wochos”. Der Grund: Der Umsatz hat nicht mehr gereicht.

Ich habe die Eröffnung des Ladens am 14. Dezember 1974 als Zehntklässler erlebt. Damals war das Ganze eine schlichte Sensation. Und höchst willkommene Alternative zum bekannten Fastfood, also Bratwurst, Brezen oder Wienerle. Man diskutierte nicht über ungesundes Essen oder Gewichtsprobleme. Im damals von Minderwertigkeitskomplexen gelähmten Nürnberg nahm man den neuen Amerikaner vielmehr fast so auf, als wäre ein Stück Weltstadt hierher gekommen.

Aber das ist vorbei. Weil sich die Leute heute so gerne ihre Autositze mit Ketchup und Majo vollschmieren, hat ein McDonalds`s-Laden ohne Driive-In-Schalter heute ähnlich geringe Chancen wie ein Geschäft, das auf den Verkauf gratisdownloadfähiger Musik spezialisiert ist.

Trauern wir also nicht. Es ist der Lauf der Zeit. Und weil McDonald`s eine Spielhalle nachfolgen soll, wird auch der Volksgesundheit ein Dienst erwiesen. Die Menschen fressen sich keine Fettpolster mehr an, sondern werden mit größter Wahrscheinlichkeit dünner. Mindestens wird der Geldbeutel in der Hosentasche weniger spannen.

Die Leute wollen verarscht werden. Bei Berlusconi ist das ja nichts anderes.

August 18th, 2009

Sogar Italien starrt auf Merkels Busen

Über dieses Plkat staunt die Welt...

Über dieses Plakat staunt die Welt…

Es ist vielleicht noch nicht jedem bewusst, aber am 27. September wird der Bundestag gewählt. Wie nimmt das eigentlich das befreundete Ausland wahr?

Im Urlaub in Istrien habe ich in dortige Zeitungen und Fernsehsender beobachtet. Es war wenig zu lesen und zu sehen. Die Strategie der Union, den Wahlkampf möglichst weitgehend totzuschweigen, geht also auch international auf.  Nur einmal wurde überall ausführlich berichtet: Dann nämlich, als Vera Lengsfelds Wahlplakat mit Angela Merkels Mutterbrust aufgestellt wurde. Das ominöse  Foto, das unsere Kanzlerin zweifelsfrei als Frau enttarnt,  entstand im April vorigen Jahres bei der Eröffnung der Staatsoper in Oslo.

“Entdeckt jetzt auch die deutsche Politik die Macht des Dekolletés?”, fragte zum Beispiel “Voce del Popolo” (“Stimme des Volkes”), die Heimatzeitung für die italinienisch sprechenden Menschen in Kroatien und Slowenien. Und auch das Fernsehen sendete eifrig.

Das wundert nun gar nicht, hat es doch schon manche Busen- und Sexgöttin von Berlusconis TV-Showbühnen direkt in die große Politik geschafft. Fernsehen in Italien ist sowieso furchtbar. Nehmen wir die öffentlich-rechtliche Rai. Dort stößt jeden Abend ein Showmaster namens “Pupo” orgiastische Schreie (“che emozionäääää”) aus, weil er nach eineinhalb Stunden Ratespiel 3000 Euro an drei Kandidaten verteilen darf.  Viel mehr gibt`s nie.

Ab 19 Uhr kann man sich zweieinhalb Stunden lang im Halbstundentakt in einem der “Telegiornale” informieren. Was aber  heißt das in Italien, informieren? Zum Beispiel stellt sich das Problem, dass im italienischen Parlament gefühlte 66 Parteien vertreten sind. Weil jede zu allem etwas zu sagen hat, wird jedes Thema nur ganz kurz angerissen. Danach folgen zahllose Statements.  Spätestens nach O-Ton Nummer vier hat man vergessen, worum es gegangen ist.

Berlusconi ist immer ein Thema. Er ist auf seinen eigenen Sendern der Retter der Freiheit schlechthin. Die Rai hält ihm schon mal seine Weibergeschichten vor, weshalb er jetzt ein Gesetz zur besseren Wahrung der “Privacy” anstrebt. Unterdessen dürfen die durchgeknallten Knilche von der “Lega Nord” schalten und walten. Eine der neueren Ideen: Die Mailänder U-Bahn soll nur von Mailändern benutzt werden dürfen.

Ansonsten bestehen alle Nachrichtensendungen vor allem aus Mord und Totschlag. Wenn irgendwo im Land jemand durch Gewalt oder Unfall stirbt oder eine Gruppe von Jugendlichen zuviel säuft, wird das national verbreitet. Bombenattentate und Überschwemmungen aus aller Welt gibt`s als Zutat. Eine unangenehme Besonderheit italienischer Nachrichtensendungen ist, dass innerhalb eines Beitrages diesselben Bilder mehrmals wiederholt und danach tagelang immer wieder gesendet werden.

Dank Frau Lengsfeld werden mütterliche Oberweiten zu tröstenden Bojen in diesem Meer des Verderbens. Wenn die Italiener dieses  brauchen, bitteschön. Die beiden Damen können sie meinetwegen auch gleich haben.

Juli 15th, 2009

Kader Loth – ein großer Coup

Kader Loth, die perfekte Frauenbeauftragte

Kader Loth, zweifellos die perfekte Frauenbeauftragte

Jetzt geht`s los! Der Bundestags-Wahlkampf wird unterhaltsam. Und dies schafft – wer sonst? – Gabriele Pauli. Sie hat die ehemalige “Miss Penthouse” Kader Loth zur Frauenbeauftragten ihrer Partei “Freie Union” gemacht.

Da sagt man(n) doch erstmal ganz arg “Danke”. Schließlich waren wir eingestellt auf eher dröge Rededuelle der Kanzlerin und ihres Stellvertreters. Zweier Menschen, die Konkurrenten sind, aber zuvor eigentlich alles gemeinsam geregelt hatten.  Außerdem war mit einer hyperventilierenden Nervensäge Guido Westerwelle zu rechnen. So kurz vor der Machtübernahme. Aber jetzt kommt Farbe ins Spiel.

Kader Loth könnte man als die intelligentere Ausgabe von Tatjana Gsell bezeichnen. Lippen wie Schlauchboote und eine im Laufe ihres Lebens zusehends gewachsene Oberweite sind ein Aspekt. So wurde sie vor zehn Jahren “Pet of the Year” der “Penthouse”-Leser. Andererseits hat sie auf “Tier TV” eine Literatursendung moderiert und hat bei der Schwachsinns-Reality “Die Alm” das Publikum auch  deshalb begeistert, weil sie den Männern die Zähne gezeigt hat.

Sie also hat sich dem Landesverband Berlin der Freien Union “aus freien Stücken” angeboten , wie Gabriele Pauli ihr Büro verlautbaren lässt. Dort sei sie ehrenamtlich als Leiterin des Arbeitskreises Frauenrechte in Abstimmung mit dem Berliner Arbeitskreiskoordinator und dem Landesvorstand Berlin tätig. Es handle sich somit “um eine rein Berliner Angelegenheit”.

Heißt das, das Pauli die Personalie peinlich wäre? Glaub’ ich nicht, weiß aber nicht genau, was sie sich dabei denkt. Eine Überlegung wäre, dass die Ex-Landrätin längst ins kabarettistische Fach gewechselt ist. Sie will nur Spaß machen und lacht sich insgeheim darüber tot, dass es immer noch Menschen gibt, die ihre Arbeit für Politik halten.

Oder sie kopiert ein überragend erfolgreiches Politikmodell – nämlich Silvio Berlusconi. Der ist ja irgendwo ein Clown und hat es im vergangenen Jahr gewagt, das schön Ex-Nackt-Model Maria Rosaria Carfagna zur Frauenministerin zu machen. Wir erinnern uns. Ergebnis: Er ist der mit Abstand beliebteste Politiker Italiens.

Sollte Gabriele Pauli vorhaben, die Lufthoheit über die Stammtische gewinnen wollen, ist ihr ein großer Coup gelungen. Überzeugende weitere Personalien sind nach unseren Informationen in Vorbeitung: In Paulis Schattenkabinett sollen Lukas Podolski als Bildungs- und Franjo Pooth als Finanzminister fest eingeplant sein…

Juni 22nd, 2009

Schöne Frauen machen Männer dumm (4): Kleine Männer wie Berlusconi

"Ich weiß nichts, ich war nicht dabei."

Ob Silvio Berlusconi gerade eine scharfe Braut begrüßt? In der Körpersprache der Italiener bedeutet dieses Geste allerdings auch dieses: "Ich weiß nichts. Ich war nicht dabei."

Schöne Frauen, dumme Männer – das Thema ist unerschöpflich. Heute geht es um einen gar nicht so seltenen Typ Mann: den altersgeilen Zwerg. Kleinwüchsige sind ja – siehe Napoleon – ansich gefährlich. Wenn sie Erfolg haben, kann das besonders schlimm werden.

Na gut, Mahmud Ahmedinedschad ist beim Thema Frauen kein Thema. Der iranische Staatspräsident gilt als fromm und treu. Er wettert gegen Homosexuelle, reibt sich alllerdings gedanklich am Phallus einer  Mittelstreckenrakete. Aber lassen wir das. Und Nicolas Sarkozy, “Le Président Bling-Bling”, der zweifelsohne zu den legitimen Nachfolgern unserer beiden Testosteron-Politiker Schröder und Fischer gehört, ist durch den guten Einfluss der schönen Carla Bruni ruhiger geworden.

Aber wir haben ja Silvio Berlusconi. Der italienische Ministerpräsident gibt im fortgeschrittenen Alter sexuell noch einmal richtig Gas. Wenn es denn stimmt, was ihm in diesen Tagen nachgesagt wird. Er selbst reagiert mit seiner erfolgreich eingeübten Taktik: Er tut Enthüllungen generell als “Müll” oder “Dreck” ab. als Komplott der Kommunisten.

Hierzulande fragt man sich ja, warum in aller Welt die Italiener diesen Menschen wählen. Sein Gesicht ist inzwischen derart zur Maske geliftet, dass er wahrscheinlich leicht in die Knie gehen muss, um lächeln zu können. Aber trotzdem: Er ist nicht unpopulär. Das wiederum hat damit zu tun, dass er ein hervorragender   Rhetoriker ist. Berlusconi hat eine angenehme Stimme, er setzt die typischen Gesten der Italiener perfekt ein. So wird er als “einer von uns” wahrgenommen.

Das Hauptargument zugunsten des Cavaliere lautet aber: “Er gibt den Menschen Arbeit.” Sein Reichtum und seine Erfolge als Medienzar und Fußball-Präsident werden bewundert. Und zumindest Männer im fortgeschrittenen Alter dürften auch Respekt davor haben, wie dieser 72-Jährige die jüngsten Frauen besteigt.

Das Alter ist aber auch sein Problem. Irgendwann kommt eben der Punkt, an dem auch bei den karrierebewusstesten Bräuten der Ekel über die Gier siegt. Und dann muss sich der Unwiderstehliche eben beim Escort-Service umschauen. Dumm, das.

Auf uns wirkt Berlusconi schon lange peinlich. In Italien ist er in dieser Hinsicht auf einem guten Weg…

Mai 8th, 2009

Münteferings Neue ist gefühlt nur 27 Jahre jünger

Franz Müntefering hat eine Jüngere.

Andrea Ypsilanti schaut wieder in die Röhre: Franz Müntefering hat eine Jüngere.

Mal ehrlich, haben Sie sich im Urlaub nicht auch schon gefragt, woher die Rentner am Strand ihre supergute Laune hernehmen? Eigentlich sollten sie doch ruhiger werden und in aller Demut ihre Schnabeltasse leerschlürfen. Aber nichts da: Sind sind laut, bunt gekleidet und richtig gut drauf.

Also muss man sich weder wundern über Berlusconi, Silvio und seine 18-jährige mutmaßliche Gespielin namens Noemi. Aber auch nicht über Müntefering, Franz und seine neue Lebensgefährtin Michelle Schumann. Sie ist 29, also 40 Jahre jünger als der SPD-Chef.
Aber Münte ist 69. Und da zählen die realen Zahlen nicht mehr. Menschen ab 70 Jahre (die mit 69 nehmen wir jetzt mal mit) fühlen sich nämlich durchschnittlich 13 Jahre jünger als es ihren Lebensjahren entspricht. Zu diesem Ergebnis kommt eine jüngst im Journal of Gerontology: Psychological Sciences veröffentlichte Studie, die von Forscherinnen des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Universität Michigan durchgeführt wurde. Die Studie untersucht Veränderungen der Selbstwahrnehmung des Alters und der Alterszufriedenheit über die Zeit an Daten der Berliner Altersstudie.

Herausgefunden haben die Forscher also, dass viele Senioren ihr wahres Alter einfach ignorieren. Männer sogar noch mehr als Frauen. Münteferings Neue ist demnach maximal gefühlte 27 Jahre jünger.

Das ist ja nicht mehr so arg viel. Aber das ist nicht alles: Wenn es Franz Müntefering nun noch gelingen könnte, die Wahlergebnisse seiner Partei um 13 Prozent besser zu empfinden, wäre er ein glücklicher Mensch. Wahrscheinlich übt er bloß.

Mai 3rd, 2009

Trotz Berlusconi: Intelligenz macht erfolgreich

Ministerin Ilse Aigner mit drei Freunden. Wer ist am intelligentesten?

Ministerin Ilse Aigner mit drei Freunden. Wer ist am intelligentesten?

Wenn man sich so umschaut auf der Welt, fragt man sich manchmal, ob nun wirklich die Intelligenten den Ton angeben. Oder  doch eher die Dreisten und Unverschämten? Silvio Berlusconi hat wegen seiner allzu offensichtlichen Altersgeilheit zwar momentan  mächtig Ärger mit seiner Frau, regiert aber dennoch ein sehr schönes, wenngleich mitunter seltsames Land.

Und wie ist das mit, sagen wir, Ilse Aigner? Für alle, die es nicht wissen: Sie ist Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Und hat jetzt im Starnberger Landratsamt der neuesten Kreation der dortigen Bäcker- und Metzger-Innung gehuldigt, nämlich Weißwurst im Breznmantel. Aigners Fazit: „Sättigend und zumindest geschmacklich eine Investition in die Zukunft“. Unbedarft, das geht halt auch.

Hoffnung kommt aus der Wissenschaft. Allgemeine Intelligenz sei eine wichtige Voraussetzung für eine hohe Arbeitsleistung und beruflichen Erfolg – dies will der Bonner Psychologe Jochen Kramer in einer sogenannten Metaanalyse herausgefunden haben. 244 Studien aus Deutschland in den letzten 80 Jahren hat er dafür nach den neuesten Methoden ausgewertet. Deutsche Personalchefs interessieren sich demnach bisher wenig für die Intelligenz ihrer Mitarbeiter. In den USA sind Intelligenztests als Einstellungskriterium dagegen schon lange anerkannte Praxis.

Laut Kramer zeigte schon vor zwanzig Jahren eine amerikanische Studie dass Intelligenztests in den USA die größte Vorhersagekraft für späteren beruflichen Erfolg eines Mitarbeiters gehabt hätten. Derartige Tests gehörten daher schon lange zum amerikanischen Bewerberalltag. In Deutschland jedoch sind sie als Einstellungskriterium verpönt. Personalchefs zweifeln an ihrer Aussagekraft und sehen auch die schlechte Akzeptanz bei den Bewerbern als Gegenargument. Zudem bewirke das dreigliedrige Schulsystem schon eine Vorsortierung der zukünftigen Bewerber nach Intelligenz und mache somit solche Tests überflüssig.

Der Bonner Psychologe hat nun alles zusammengesammelt, was zum Thema verfügbar war. Und seine Schlussfolgerung ist klar: “Je intelligenter ein Mitarbeiter ist, desto eher liefert er gute Arbeit und ist beruflich erfolgreich.” Wir wünschen uns ja alle, dass das stimmt. Aber wenn man sich die Finanzkrise anschaut oder einfach nur zuhört, wie Menschen über ihre Chefs reden, dann kriegt man Zweifel an seinen Thesen.

Es muss einfach eine große Nische für dumme Chefs geben. Für solche, die keine gute Arbeit leisten. Aber trotzdem erfolgreich sind… Kennen sie einen?

April 8th, 2009

Feuerwehrleute sind Helden – Journalisten holen auf

Auch John Travolta (links) spielte schon Feuerwehrmann.

Auch John Travolta (links) spielte schon Feuerwehrmann.

Und die Frage ist? Wer rettet uns in diesen schweren Zeiten? Wer schützt uns vor dem Fegefeuer der Börsenhölle? Richtig: die Feuerwehrleute. Laut einer Umfrage des Magazins “Reader`s Digest” stellen sie für die Bundesbürger die vertrauenswürdigste Berufsgruppe dar. Ganz übel schaut es dagegen für die Politiker aus.

Vorneweg muss ich aber einen ganz persönlichen Sektkorken abschießen: Journalisten werden immer beliebter. Hatten wir uns früher mit den Buchhändlern um den letzten Platz geblagt, so sagen inzwischen schon 24 Prozent der Bundesbürger, dass sie uns vertrauen. Das passt zwar gar nicht zu den Entlassungswellen, die durch verschiedene Medienhäuser rauschen. Verleger vertrauen uns nicht mehr so. Aber die Bürger mögen uns genauso gerne, wie jene wunderbaren Menschen, die ihnen ein “belebtes Hotel” zubuchen, das sich in der Realität als architektonisch interessanter Mittelpunkt einer Großbaustelle erweist.

Aber die Feuerwehrleute: 93 Prozent der Bundesbürger setzen in sie ein „ziemlich hohes“ oder „sehr hohes“ Vertrauen. Was ja verständlich ist. Es soll zwar in dieser Zukunft einen gewissen Anteil von Pyromanen geben. Dieser ist allerdings äußerst gering, weshalb die Gefahr, dass ein Feuerwehrmann mutwillig Mist baut, sehr gering ist. Schon auf Platz zwei folgen die Piloten mit einem Vertrauenswert von 91 Pro­zent. Naja, Abstürze sind äußerst selten und im Gegensatz zu Bus- und Straßenbahnfahrern bekommt man ihre schlechte Laune als Passagier nicht mit.

Und auch auf den Folgeplätzen heißt es: Wer hilft, gewinnt. Wir finden Krankenschwestern (90), Apo­theker (86), Ärzte (84 Prozent) und Polizisten (75). Die Landwirte werden mit der Traum-Vertrauensquote von 70 Prozent bezahlt, kriegen aber zum Ausgleich viel zu wenig Geld für ihre Milch.

Doch wo lauert das Grauen dieser Gesellschaft? Hier geht es los mit den Finanzberater mit 19 Prozent. Es folgen Gewerkschaftsführer mit 16 Prozent und  Fußball­spieler mit zwölf Prozent und – trotz Abwrackprämie!!! – Autoverkäufer mit zehn Prozent.

Darunter aber gibt es nur noch die Politiker. Nur jeder 14. Bundesbürger vertraut dieser Berufsgruppe. Zwar sind sieben Prozent regierungsfähig, falls man es in die richtige Koalition schafft. Aber den Menschen fehlt allzuoft eben die Übereinstimmung von Reden und Handeln. Wie man es richtig macht, zeigt uns gerade Italiens Regierungschef  Silvio Berlusconi. Er hat Opfern des Erdbebens in den Abruzzen gerade empfohlen, sie möchten den Aufenthalt in den Notzelten als Campingurlaub betrachten. Zynisch? Nein, man weiß, dass Berlusconi andere Menschen verachtet. Da redet also einer, wie er ist. Und das mögen wir!

Mai 9th, 2008

Berlusconi und seine Böcke und Rehe im Garten

Silvio, du bist der Wahnsinn! Es hilft nichts. Wenn man sehen will, wie sich Politik als Realsatire inszeniert, kommt man an Italien und Berlusconi nicht vorbei. Der zum dritten Mal gewählte Regierungschef hat sein Kabinett vorgestellt – und sich wieder mal als (unfreiwilliger?) Spaßmacher erwiesen.

Während sich etliche hundert Kilometer weiter sein neuer Amtskollege Wladimir Putin in seiner Antrittsrede in KGB-geschultem Pflichtbewusstsein an den Investitionen in Russlands Hühnerzucht abarbeitete, schenkte der “Cavaliere” unter anderem erneut Umberto Bossi das Vertrauen. Der Ex-Schlagersänger und -Obsthändler verachtet den Süden Italiens derart, dass er vor einigen Jahren über seine Lega Nord seinen eigenen Nord-Staat “Padanien” ausgerufen hat. Eine Fernsehstation trägt noch heute diesen Namen. Dieser Bossi ist als Minister für den Föderalismus zuständig.

Ist schon Klasse: Einer, der das Land zerlegen will, darf mitregieren. Das ist genauso, als würde ein erklärter Befürworter eines neuen Mauerbaus ins deutsche Kabinett berufen.

Ein anderer Minister, Roberto Calderoli, kommt ebenfalls aus Bossis Seperatisten-Verein. Er hatte vor zwei Jahren im Fernsehen ein T-Shirt mit den Mohammed-Karikaturen getragen, woraufhin es in Libyen zu Massenprotesten mit elf Toten kam. Minister wurde er, obwohl der älteste Sohn des libyschen Diktators Muammar Gaddafi davor gewarnt hatte. Und dieser ist egientlich ein Sportfreund Berlusconis, weil er sich in der Finanzierung italienischer Fußballclubs (z. B. US Triestina) engagiert. Calderoli wird Chef des vom Regierungschef extra erfundenen “Ministeriums für Gesetzesvereinfachungen”. Da möchte man nun auch lachen. Aber nur ganz leise – denken wir daran, was Edmund Stoiber neuerdings macht.

Der neue Innenminister Roberto Maroni wiederum ist für die Zuwanderungsgesetze zuständig, hetzt aber schon seit langem gegen Migranten. Das Land müssen Italienern zuallererst Arbeit geben. Das plakatiert bei uns die NPD, aber gut: Günther Beckstein hatte in seiner stärksten Zeit als Innenminister auch immer das Wort “Ausweisen” auf den Lippen.carfagna2.jpg

Richtig genial ist aber Silvio Berlusconis Besetzung des Ministeriums für die Gleichstellung der Frau: Dieses Amt bekommt ein ehemaliges Showgirl aus Italiens verblödeten Fernsehsendungen. Die bildschöne 32-jährige Süditalienerin Maria Rosaria Carfagna, genannt Mara, belegte bei der Miss-Italia-Wahl den sechsten Platz. Weil sie nach Abschluss ihres Jurastudium keinen Job fand, ging sie ins Fernsehen und wurde “Valletta.” So heißen in Italien die langbeinigen und meist vollbusigen Hingucker, die man braucht, um den Anblick der teilweise über 80-jährigen Moderatoren erträglich zu machen. Wie das aussah, seht Ihr hier.

Werden also Gina Lisa und Gisele aus “Germany`s Next top Model” irgendwann auch “ministrabel”? Andererseits: Man darf Menschen nicht nur wegen ihres guten Aussehens diskriminieren. Auch unsere Ex-Miss-Germany Daniela Domröse wäre beinahe auf der CSU-Stadtratsliste gelandet. Und Wirtschafts-Staatssekretärin Dagmar Wöhrl hat ja auch ein Vorleben mit Schönheitskonkurrenzen und zweifelhaften Filmrollen.

Ist schon komisch: Je mehr ich das schreibe, desto mehr Verbindungen ergeben sich zwischen Italien sowie Bayern und der CSU. Günther Beckstein ist zwar ganz und gar kein Berlusconi. Aber irgendwie sind wir eben auch ein Land im Süden…

April 16th, 2008

Der unfassbare Herr Berlusconi

bush_berlusconi.jpgSeltsames aus aller Welt ist ja das Wesen dieses Blogs. Also komme ich an Silvio Berlusconi unmöglich vorbei. Obwohl zwei Mal als Regierungschef mehr oder weniger gescheitert, haben ihn die Italiener jetzt zum dritten Mal in dieses Amt gewählt.

Berlusconis Erfolg ist – von außen besehen – unfassbar. Wie der Mann selber ja auch. Wen man mal bedenkt, wie viele Staatsanwälte und Richter schon an ihm gescheitert sind. Was sagen eigentlich Italiener, die ihn gewählt haben? Keine Sorge, der Dank für das mit Blödel- und Plappershows gespickte grausame Fernsehprogramm ist es wenigstens nicht. “Er hat vielen Menschen Arbeit gegeben”, lautet ein Hauptargument. Er selbst hebt seine Wandlungsfähigkeit hervor: “Ob ich treu bin? Ich würde sagen, ich war oft treu”, lautet ein Original-Zitat.

Um den Ruhm des “Cavaliere” auch hier zu mehren, bediene ich mich – man muss ja nicht immer alles selber machen – anderswo:

Lupe, ein Schweizer Satire-Blog, hat ein verdienstvolles “Best of Silvio Berlusconi” zusammengestellt.

Besonders hübsch sind zwei YouTube-Videos:

Seine schönsten Momente, “Le Perle”

und

Silvio Nazionale beim Belästigen einer Polizistin.

Viel Spaß damit!