Posts Tagged ‘Berlusconi’

November 9th, 2011

Silvio, jetzt nimm doch mal die Maske ab

Irgendwann muss jeder gehen...

Irgendwann muss jeder gehen...

Caduto! (Gestürzt!) Finalmente! (Endlich!) Santo subito! (Heilig, sofort!) Halt, ganz am Schluss war ich auf der falschen Baustelle. Kaum jemand käme ja auf die Idee, den italienischen Noch-Regierungschef Silvio Berlusconi heilig zu sprechen. Außer er selbst, versteht sich. Viele, viele andere Menschen sind glücklich über seinen baldigen Rücktritt.

Als Blogger mit einem Herz für Kurioses werde ich den Cavaliere im Falle seines tatsächlichen Verschwindens auch vermissen. Denn er war stets ein zuverlässiger Click-Generator. Bezogen auf die meistgelesenen Beiträge meines Blogs ist er die Kader Loth der europäischen Politik. Ein irrealer Typ, dessen Haare wie aufgeklebt und hingetatscht aussehen und bei dessen maskenhaftem Gesicht man sich inzwischen fragt, ob darin nicht schon mehr Falten weggebügelt wurden als im Gesicht von Cher.

Berlusconi, das ist ein mit Testosteron getunter Gerhard Schröder. Ein Regierungschef, der sich keine Mühe gibt, seine Niveaulosigkeit durch schlaues Gerede zu kaschieren. Eine Beschreibung für Barack Obama wie “Er ist jung, gut aussehend und gut gebräunt” kann nur von ihm kommen. Schließlich ist er ein Medien-Mogul, der seinen Landsleuten auf allen Kanälen vorführen lässt, wie Frauen auszusehen haben: Brünette Mähne, möglichst blaue Augen, Traumfigur und ganz lange Beine auf sehr hohen Schuhen.

Über die Frage, wie er sich überhaupt so lange halten konnte, rätselt die halbe Welt. Ich sehe es so: Die Leute glaubten an ihn, dass er “den Menschen Arbeit gibt”, wie mir ein Italiener mal erklärt hat. Es wurde bewundert, wie er sich aus einfachen Verhältnissen nach oben gearbeitet hat. Berlusconi verkörpert den Typ des Unternehmers, der gegen alle Widerstände von Behörden und/oder Staat sein Ding macht. Er beherrscht die typischen Konversations-Gesten der Italiener perfekt. Und seine Frauen-/Mädchen-Affären? Er arbeitet doch auch viel. Ein erfolgreicher Mann muss sich auch mal etwas gönnen dürfen.

So haben das viele im Volk gesehen. Silvio Berlusconi auch. Ob er geht, ist für mich noch nicht sicher. Da fehlen noch einige Beratungen mit seinen Anwälten. Wenn es aber so kommen sollte, wie er jetzt gerade scheint, dann habe ich einen Wunsch: “Bitte, Silvio, nimm beim Abschied deine Maske ab. Ich möchte wissen, wer du wirklich bist.”

Oktober 16th, 2011

Cindy & Bert sollen Deutschland retten

How, Sie haben gesprochen! Auf meine jüngst gestellte Frage, welches Traumpaar im Stil des Duos Putin/Medwedew Deutschland übernehmen sollte, gab es zwei klare Favoriten. Es siegte das Schlagerpaar Cindy & Bert mit 38,1 Prozent der Stimmen vor Motsi und Mabuse mit 28,5 Prozent. Alle anderen, etwa Angie und Peer, fielen durch.
Ich respektiere das Leservotum, weil sich im gewaltigen Gesamtwerk von Cindy & Bert immer wieder Lieder finden, die sich auf Euro-Krisenstaaten beziehen. “Spaniens Gitarren” zum Beispiel oder “Addio, bella musica” (das Lied, das Berlusconi gerade übt).
Griechenland hat das Duo sein Lied “Rosen aus Rhodos” gewidmet. Nicht eben feurig, dieser Schlager. Aber vielleicht ist just diese träumerische Besonnenheit der richtige Weg aus der Krise. YouTube Preview Image

September 27th, 2011

Putin und Medwedew: Das Prinzip Dick und Doof

Die Zirkus-, Theater-, Film-, Musik-, ja die gesamte Menschheitsgeschichte ist voll von gegensätzlichen und daher (tragi-)komischen Paaren. Denken wir nur an Dick und Doof, Pat und Patachon, Starsky und Hutch, Hänsel und Gretel, Kain und Abel, Dr. Jekyll und Mr. Hyde oder an Don Quichotte und Sancho Pansa.

Sie alle zeigten uns den Facettenreichtum des menschlichen Wesens. Wahlweise nach der Devise “Gemeinsam sind wir unerträglich” oder eben “Gemeinsam sind wir unschlagbar”.

Es war eine Frage der Zeit, bis dieses Prinzip in der Politik erprobt wurde. Nach der Endphase von Helmut Kohl und keinem anderen gaben Gerd und Joschka ein recht schlüssiges Tandem ab. Bei Angela und Philipp klappt das auch ohne Guido nicht so recht.

Ein wahrhaftiges Traumpaar gibt es dafür in Russland. Dort haben der aktuelle Präsident Dmitrij Medwedew und der derzeitige Ministerpräsident Wladimir Putin beschlossen, das Land unter sich aufzuteilen. Da das Volk das Ganze offenbar mitmachen wird, werden zu bestimmten Terminen die Paläste getauscht. Wobei der “lupenreine Demokrat” Putin sehr eindeutig das Krokodil und Medwedew der Kasper ist.

Kann ein solcher ständiger Rollentausch auch bei uns funktionieren? Und falls ja, mit wem? Bitte stimmen Sie ab.

August 12th, 2011

Putin findet Schätze – was kann Merkel?

Kein Zweifel: Dieser Mann ist ein Held.

Kein Zweifel: Dieser Mann ist ein Held.

Geht’s noch dümmer? Da geht also der russische Präsident Wladimir Putin zum Tauchen. Eingepackt in einen famosen Ganzkörper-Anzug schnorchelt er im Asowschen Meer in zwei Metern Tiefe und siehe da: Er stößt auf die Reste von römischen Amphoren, die dort seit vielen Jahrhunderten unentdeckt gelegen haben. Da kann es doch für sein Volk keinen Zweifel geben. Dieser Mann ist ein Held. Ihn müssen wir zum Regierungschef wählen.

Gut, die Mächtigen in Russland sind seit langer Zeit daran gewöhnt, ihre Untertanen mit windschiefer Propaganda zu verblöden. Das war schon lange vor dem Kommunismus so. Der Begriff “Potemkinsche Dörfer” stammt noch aus der Zarenzeit.

Wie aber können wir das auf andere Regierende übertragen? Da fällt uns schon was ein. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy etwa könnte sich perfekt inszenieren, indem er den grausligen Libyer Gaddhafi während es Zwölf-Gang-Gelages mit Beaujolais unter den Tisch säuft und so zum Amtsverzicht bewegt. Silvio Berlusconi wiederum würde seine Vitalität beweisen, indem er in einer Nacht 20 Internatsschülerinnen schwängert.

Aber Deutschland? Da hätten Helden-Storys eher zur früheren Regierung gepasst. Zu Gerhard Schröder hätte es gepsst, sich am Ende eines wüchtigen Spiels der deutschen Fußball-Nationalelf einwechseln zu lassen und unter dem Pseudonym “Acker” das entscheidende Tor zu schießen. Joschka Fischer hätte bewiesen, dass man auch mit 50 Kilo Übergewicht einen Marathon laufen kann.

Aber Angela Merkel? Das geht nicht, oder? Doch. Wie wäre es, wenn unsere gelernte Physikerin im heimischen Hobbykeller gemeinsam mit Ehemann Joachim Sauer ein bislang unbekanntes, irrsinnig energiereiches Elementarteilchen entdeckt, welches fortan alle unsere Versorgungsängste beseitigt.

Und dafür sorgt, dass wir auch das Gazprom-Gas gar nicht mehr brauchen. Dann hätte es Merkel dem Hobbytaucher Putin mal so richtig gezeigt. Da würde er staunen, der Russe.

Juni 18th, 2011

Der Latin Lover ist ein Muttersöhnchen

Wie stellen wir uns den jungen Italiener vor? Am ehesten so: Dunkelhaarig, glutäugig, gepflegt, vielleicht ein bisschen klein geraten, dafür aber mit geschmeidigen Bewegungen und einem Charme, dem keine Frau lange widerstehen kann. Ein Latin Lover eben. Aber dieses Klischee stimmt nicht – sofern diese Nachricht stimmt: Die Zahl der Muttersöhne in Italien steigt alarmierend.

Laut einer offiziellen Studie ist in Italien der Anteil der jungen Menschen zwischen 15 und 29 Jahren, die weder arbeiten noch studieren, auf 22,1 Prozent gestiegen. Der europäische Schnitt liegt bei 14,7 Prozent. Unser südlicher Nachbar ist somit das einzige Land, in dem es mehr Inaktive als Arbeitslose gibt.

Das ist überraschend, aber es gibt Gründe. Da ist die italienische Mama als solche. Keine andere weltweit ist derart fürsorglich wie sie, keine andere vertsteht sich so gut auf die Zubereitung der drei großen P’s (Pasta, Pizza und Polenta). Auf der anderen Seite gibt es für junge Italiener kaum angemessene Partnerinnen. Jene Grazien, die das Frauen-Wunschbild prägen, indem sie durch die Programme der privaten TV-Sender tänzeln, sind derart schön und derart auf Drei-Wetter-Taft de Luxe gestylt, dass im realen Leben nichts Vergleichbares anzutreffen ist.

Und schließlich: Silvio Berlusconi lehrt den jungen Männern, dass es für Amore vor allem und zuallererst eine dicke Brieftasche braucht. Für berufliche Perspektiven hat er allerdings weniger gut gesorgt. Kein Job, kein Geld. Also bleiben viele lieber gleich daheim und ruhen sich vorsorglich aus für den Tag, an dem ihnen bezahlte Arbeit zufliegt.

Sie meinen, dass das bei uns ganz anders ist? Noch ist es so, aber wir sind auf dem Weg dorthin. Wenn sich der Trend zu immer mehr Praktika, Leiharbeit und befristeten Jobs fortsetzt, wird der Mut, auf eigenen Füßen zu stehen, entsprechend nachlassen. Wir wären dann so verzagt wie die Italiener – höchstwahrscheinlich aber weniger chic.

Mai 19th, 2011

Über Männer mit zu viel Testosteron



April 20th, 2011

Die bösen Finnen und der Zorn bei uns

Europa hat ein neues Schreckgespenst: Die “Wahren Finnen”. Sie also sind es, die unseren geliebten Euro weich machen, die wie einst die Hardrock-Monster beim Eurovision Song Contest aus Wäldern und mückenumtosten Seen auftauchend in unsere beschaulichen Städte stürmen und dort Angst und Schrecken verbreiten. Werden wir den Frontalangriff dieser 19-Prozent-Partei überstehen?

Man muss ja erstmal dahin kommen, diese Partei ernsthaft zu betrachten. Gut, es gibt seltsame Parteinamen. Berlusconi “Haus der Freiheiten” oder sein “Furz für Italia” etwa. Aber “Wahre Finnen”? Das klingt wie “Alter Schwede”, wie der Stammtisch eines Karnevalvereins oder  nach einer 80er-Jahre Neue-Deutsche-Welle-Combo, aber nicht nach harter Politik.

Aber die Finnen waren uns ja schon immer suspekt. Wir denken da an die Neigung zum Komasaufen, an die hohe Selbstmordrate oder an jenen Skispringer Janne Ahonen, der selbst im Moment größter Freude grundsätzlich keine Miene verzogen hat.  Dass Finnland die Heimat der Weltmeisterschaft im Ameisenhaufensitzen sowie im Handy- und Gummistiefelweitwurf ist, passt ins Bild. Andererseits: Wenn Kinder, die diese seltsame Sprache lernen müssen, trotzdem jeden Pisa-Tests gewinnen, spricht das doch sehr dafür, dass im hohen Norden höchste Intelligenz versammelt ist.

Nein, man darf den Protest gegen den Euro nicht unterschätzen. Denn es brodelt auch bei uns. Ich selber habe vor ein paar Tagen in der Nürnberger Fußgängerzone nur einen Sonnenschirm mit dem Logo meiner Gewerkschaft aufgespannt – und wurde sofort in Gespräche über die Ungerechtigkeiten in diesem Land und über Versagen aller möglichen Institutionen verwickelt.

Die Äußerungen waren wirklich massiv. Wollen wir hoffen, dass das den “Wahren Deutschen” nicht hilft.

Februar 23rd, 2011

Ein alter Depp wird nie mehr schlau

In dieser bösen Welt der irren Diktatoren, streikenden Lokführer und raubkopierenden Minister sehnt sich unser Herz heftig nach Menschen, die uns diebische Freude bereiten, ohne Schaden anzurichten. Zum Glück, es gibt sie. Nämlich alte Männer, die sich wegen junger Frauen zum Deppen machen. So wie Richard Lugner.

Der verknitterte österreiche Baulöwe führt uns den klassischen Verlauf eines Niedergangs vor.

Januar 23rd, 2011

Schönheit? (2) Junge Frauen helfen alten Männern nicht

Ich möchte einen Gedanken aus meinem vorherigen Blogbeitrag aufgreifen: Um das Thema Schönheit ranken sich viele Legenden. Aber auch weit verbreitete Irrtümer. Zum Beispiel diesen, dass es einem Mann in den Augen der anderen gut tut, wenn er mit einer deutlich jüngeren Frau auf Partys rennt. Falsch: Er sieht erst recht alt aus.

November 21st, 2010

Grüß die Elche, Carl Gustav!

So ein König hat`s nicht leicht.

So ein König hat`s nicht leicht.

Das hätte sich der Schwedenkönig so gedacht. Zuerst werden ungeheuerlichste Vorgänge in ungeheuerlichsten Sexclubs enthüllt. Dann tritt dieser Carl Gustav am Freitag gemeinsam mit der betrogenen Königin bei einer Benefizveranstaltung namens “World Child and Youth Forum” auf. Weil er meint, dass ein kurzes “Schwamm drüber” reicht? Nein, nein, Majestät. Jetzt wird abgerechnet.

Wir wollen dem Leben dieses Mannes nicht grundsätzlich eine gewisse Tragik absprechen. Da repräsentiert sich einer durch die Weltgeschichte, genau wissend, dass ihn eigentlich niemand braucht. Nicht jeder Vertreter des Adels wird schließlich Verteidigungsminister. Was also soll der oberste Feingeborene des “Konungariket Sverigie” (Königreich Schweden) tun, als sich dramatisch zu langweilen?

Schwer hat er es wegen seines Namens: Die Bedeutung von Karl ist nicht genau geklärt. Erklärungsversuche sind „Mann, Ehemann“ (aus dem Althochdeutschen abgeleitet) oder „freier Mann“ (nach dem mittelniederdeutschen kerle). Das ist, mit Verlaub, ein Widerspruch in sich beziehungsweise eine völlige Unmöglichkeit. Vielleicht hat er sich aber auch an seinem Zweitnamen “Gustav” orientiert.

Und hat die altschwedische Übersetzung – “Stab Gottes” – so verstanden, dass es zu seinem Job gehören würde, gelegentlich ein paar Mädels durchzunudeln? Kann ja eh nicht so schlimm sein. Erstens ist Schweden ein mega-tolerantes Land. Zweitens war es lange genug sowieso ein Qualitätsmerkmal eines respektierten Herrschers, dass er sich jederzeit und in jeder Hinsicht als potent zu erweisen wusste. Hätte sich im 18. Jahrhundert irgendjemand über die Fremdgängerei des Herrschers beschwert? Niemals. Man hätte ihn als tollen Hecht angesehen. Das wäre wahre Tradition!

Alles erklärt und entschuldigt, somit? Nein! Denn da hat einer “unsere” Silvia betrogen. Also erwarten wir Wiedergutmachung.

Die deutschgeborene Königin sollte sich scheiden lassen. Da es sich bei ihrer Hochzeit mit Carl Gustav um eine Liebesheirat gehandelt haben soll, müssten die beiden in einer Zugewinngemeinschaft leben. Somit stünde Silvia im Falle einer Trennung ein erheblicher Teil Schwedens zu, welcher umgehend nach Deutschland eingegliedert werden sollte. Mit unserer Königin als Ministerpräsidentin auf Lebenszeit.

Schweden ist  um ein gutes Viertel größer als Deutschland, kann also was hergeben. Vorschlag zur Güte: Wir nehmen den Süden mit schönen Städten wie Malmö oder Helsingborg. Was die Hauptstadt Stockholm und den menschenleeren Norden angeht, wollen wir mal nicht so sein. Grüß die Elche, Carl Gustav!

November 15th, 2010

Anti-Atom-Sex? Die sieben Irrtümer der Charlotte Roche

Christian Wulff - auch in Gummistiefeln kein Mann für Feuchtgebiete.

Christian Wulff - auch in Gummistiefeln kein Mann für Feuchtgebiete.

Diesmal war mir sicher. Ich würde Nein sagen. Und keine Zeile über Charlotte Roche schreiben. Denn plumper kann ein PR-Gag doch gar nicht sein. Den Bundespräsidenten zum Sex einladen, um das Atomgesetz zu stoppen. Lächerlich! Aber dann wurde ihr  “unmoralisches Angebot” von Claudia Roth und vielen anderen kommentiert. Und wurde somit doch zur großen Politik.

Natürlich hat die  TV-Moderatorin und Schriftstellerin vor allem ihren eigenen Ruhm im Sinn. Gut, sie war in Gorleben mitten unter den Demonstranten. Aber sie weiß natürlich, dass in ihrer Branche vor allem Aufmerksamkeit zählt. Die jedoch hat seit dem unverständlich oft gekauften Buch “Feuchtgebiete” aber stark nachgelassen.

Mindestens muss man ihr bescheinigen, dass sie dabei ist, wichtige  Erfahrungen der Weltgeschichte auf den Kopf zu stellen. Die alte Griechin Lysistrate organisierte mit durchschlagendem Erfolg einen Sex-Streik von Frauen beiderseits der Front, um den Frieden zwischen Athen und Sparta zu erreichen. Charlotte versucht es andersherum. Womit ihre Irrtümer beginnen.

Irrtum Nummer eins: Sie ist Christian Wulffs Typ. Falsch. Der Bundespräsident steht auf große blonde Frauen.

Irrtum Nummer zwei: Wulff ist ein Mann für Feuchtgebiete. Nö. In Gummistiefeln macht er keine besonders gute Figur. Das war Gerhard Schröder. Aber der ist Geschichte.

Irrtum Nummer drei: Sex mit Wulff beflügelt die Phantasie. Niemals. Wer seine Reden gehört hat, kann sich nicht vorstellen, dass er als  Testostron-Monster über die Matratzen turnt.

Irrtum Nummer vier: Alle Politiker sind immer geil. Keineswegs. Selbst Silvio Berlusconi dürfte bei unserer Windkraft-Kurtisane abwinken. Mit 32 ist sie entschieden zu alt.

Irrtum Nummer fünf: Alle Staatsmänner haben Macht. Quatsch. Man könnte sich zwar denken, dass Schwedenkönig Carl Gustav Charlotte Roche ganz gerne mal als Zwischenmahlzeit mitnehmen würde. Aber er hat in Sachen Atomkraft Null und Nichts zu sagen.

Irrtum Nummer sechs: Sex ist erstrebenswert. Unfug. Die Vorstände der Energiekonzerne jonglieren mit Milliardenbeträgen. Wirklich erotisch ist für sie nur das große Geld.

Irrtum Nummer sieben: Und das ist der Wichtigste: Was Männer versprechen, weil sie Sex wollen, halten sie in den seltensten Fällen. Das sollte eine 32-jährige Frau eigentlich wissen.

September 19th, 2010

Darf man Sarkozy einen Giftzwerg nennen?

Ach wie gut, dass niemand weiß...

Ach wie gut, dass niemand weiß...

Nach allen Grundregeln der journalistischen Ethik gehört es sich nicht , einen Menschen wegen seiner äußeren Erscheinung zu diffamieren. Man schreibt also nicht, dass jemand vermutlich so oder so ist, weil er so oder so aussieht. Also helfe man mir bitte: Denn ich weiß nicht, wie es hinbekomme, bei Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy nicht gleich an  “Giftzwerg” zu denken.

Da will er also bei sich in Frankreich die Roma-Lager auflösen. Und weil er nach dieser Ankündigung Gegenwind bekommt, verweist er auf die angebliche große Verbündete Angela Merkel.

April 6th, 2010

Italien war auch schon mal schöner…

Ach, wie schön war doch Italien! Das Land an der Adria war unser Traumziel, hier konnten wir Deutschen mal ganz anders sein. Das stimmt nicht mehr so ganz. So völlig glücklich wirken die Italiener auch nicht.

Blicken wir aber zurück. Der Stiefel war das Land, in dem die Zitronen blühen. In dem sich große Geister wie Albrecht Dürer oder Johann Wolfgang von Goethe bei einer täglichen Überdosis edlen Weines besonders hochfliegenden Gedanken hingeben konnten. Wo jeder Mann ein Herzensbrecher war, wo man vier Stunden Mittagspause und 52 Feiertage hatte und mit 40 Jahren in die Rente ging. Und in dem selbst  Regierungswechsel im Acht-Wochen-Turnus kein Chaos anzurichten vermochten.

Dann kam Berlusconi. Er brachte Kontinuität in die Politik und das Privatfernsehen in die Wohnzimmer Italiens. Politisch schaffte er zum Teil mehr als ein Annäherung an die angeblich fleißigen Nachbarn wie uns. Heute gibt es seinem Land kaum noch einen Tag, an dem alle Geschäfte geschlossen sind. Einkaufsbummel am Karfreitag ist kein Problem – ein Ostermontag wird gar nicht mehr gefeiert.

Dafür hat Silvio Berlusconi das mutmaßlich dümmste und zugleich widersprüchlichste Fernsehprogramm der Welt geschaffen. Einerseits schöpft man bis heute in 60 Jahren Nachkriegs-Unterhaltung. Auf jung geliftete und gespritzte Altstars erklären in mehrstündigen Nachmittagsshows dem Publikum auf immer gleiche Art das Leben und die Liebe. Zur Belohnung dürfen sie ein Lied von anno dunnemals singen. Mittendrin ist jeweils mindestens eine junge Frau mit Cindy-Crawford-Frisur. Sie hat ein sehr kurzes Kleid und Schuhe mit sehr hohen Absätzen an, redet viel und laut und ist notorisch gut gelaunt. Ihr Name tut nicht unbedingt etwas zur Sache.

Die so beglückten Zuschauer bekommen aber auch die gegensätzliche Medizin verabreicht. Fernsehnachrichten in Italien sind nämlich so aufgebaut, dass jede Gewalttat und jeder schwere Autounfall in diesem ja nicht so kleinen Land ausführlichst breit getreten werden. Wer guckt, lernt also, dass es in Italien die tollsten Frauen der Welt gibt, dass aber das Böse hinter jeder Ecke lauert.

Und da die Wahrscheinlichkeit, einer der Schönen von Canale 5 im realen Leben zu begegnen, sehr begrenzt ist, sind die Sorgen nach jedem Fernsehtag ein bisschen größer. Also, früher war Italien schöner. Da wollte auch ich – wenigstens zwischendrin – ein Italiener sein. Heute bin ich mir da nicht mehr so sicher.

März 11th, 2010

Gleiche Denkstrukturen: Westerwelle und Berlusconi

Ach, Guido Westerwelle. Da denkt man, der zum Außenminister aufgestiegene FDP-Lautsprecher werde irgendwann ins seriöse Fach wechseln. Aber dann fliegt er nach Südamerika und liefert schon wieder Aufreger.

Nein, dass er seinen Lebensgefährten mit auf Auslandsreisen mitnimmt, ist bestimmt nicht das Thema. Filmemacher Rosa von Praunheim, der zu einer Zeit für die Rechte der Homosexuellen kämpfte, als diese noch heftig diskriminiert wurden, findet das “großartig”.  Dabei ist das, eigentlich, ganz normal.

Geschmacklos an der Zusammenstellung von Westerwelles Reise-Entourage ist jedoch, dass er befreundeten Unternehmern die Chance gibt, im unmittelbaren Umfeld seiner Begleitung Geschäfte anzubahnen. Der FDP-Chef findet das bestimmt clever und legitim. Ist es aber nicht.

Wenn man an die Hotelspenden-Affäre und an das Ablenkungsmanöver mit der “spätrömischen Dekadenz” zurückdenkt, dann scheint da einer zu sein, der keine Scheu kennt, Politik so zu machen, dass es seiner Klientel, seiner Partei und ihm selbst nützt. Und damit erinnert er an den großartigen Italienier Silvio Berlusconi. Dieser hat gerade in einer Pressekonferenz einen Journalisten aus dem Saal entfernen lassen, weil dieser eine Frage u dem umstrittenen Chef des italienischen Zivilschutzes, Guido Bertolaso, gestellt hatte, ohne aufgerufen gewesen zu sein.

Berlusconi beschimpft ihn als “Villano”, also Bauernlümmel oder Flegel, und meint schließlich (Szene bei 2:23 Minuten des Videos), der Journalist sei nur deshalb so aggressiv, weil ihm, wenn er morgens in den Spiegel schaue, der Tag versaut sei. Dann ließ es ihn aus dem Saal werfen.

Gut, Westerwelle hat die Presse auf diese üble Art noch nicht angegriffen. Beim Landesparteitag der nordrhein-westfälischen FDP rief er den Medienvertretern schon mal dieses zu: “Ihr kriegt mich nicht klein!” Alles andere kann ja noch kommen…

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Februar 9th, 2010

SPD protzt in der virtuellen Welt – Rammstein und Rihanna sind aber besser

Seid willkommen, Ihr Massen: Nach neuesten Zahlen präsentieren sich vier von zehn Deutschen im Internet. 46 Prozent der Internetanwender treiben sich in irgendeiner Community herum. Das Web als Plattform für die Selbstdarstellung wäre demnach fast schon erfolgreicher als, sagen wir, die CSU. Wobei es der größten aller bayerischen Parteien virtuell sowieso nicht so gut geht. Wie ein Ausflug in die Welt der Statistik zeigen wird…

Denn: Mit 1157 Fans ist sie im großen Sozialnetzwerk „Facebook“ ein kleiner Fisch. Die CDU sieht mit 1958 Fans auch nicht toll aus. Die Linke hat die Konservativen mit 2820 Fans lässig überholt. Allzusehr freuen dürfen sich die Sozialisten aber nicht. Denn die alte Tante SPD schneidet mit 5824 Fans von allen Parteien am besten ab. Sie liegt allerdings nur ganz knapp vor der Yuppie-Partei FDP, die es auf 5598 Fans bringt sowie vor den Grünen mit ihren 5295 Fans. Die Piratenpartei, von der man seit den Wahlen im Vorjahr nicht mehr ganz so viel gehört hat, ist mit 4266 Fans bestens im Rennen.

Keine der Parteien kann allerdings mit Germany´s Next Top Model 2009, Sara Nuru, mithalten. Sie wird von 11.822 Fans bewundert. Gilt also „Sex sells“ auch bei Facebook? Das nicht unbedingt. Denn schon die beliebtesten deutschen Medienseiten auf Facebook spielen in einer ganz anderen Liga. So kommt „Stromberg“ mit 76.186 Fans auf den fünften Platz. Ansonsten spielt die Musik: Kraftwerk 82.715 Fans, Scorpions 190.562, Tokio Hotel 392.651 und – Industrial Tusch, bitte! – Rammstein mit 502.198 Fans. Ermittelt hat das ein Blogger namens Leander Wattig unter dieser Adresse: http://ow.ly/15wCb.

Nur Lärm statt Erotik also? So schlimm ist es nicht. Frauen dürfte es freuen, dass der als Sexsymbol geltende Schauspieler George Clooney mit 515.047 Fans vor Rammstein und erst recht vor dem italienischen Staatsbock Silvio Berlusconi mit 200.908 Fans liegt.

Aber das alles ist nichts gegen Super-Sexy-Sängerinnen wie Britney Spears mit 2.542.852 Fans, Taylor Swift 3.133.143 oder gar die vom Dasein gar oft geprügelte Rihanna mit 3.147.616 Fans.

Bei Mädels wird eben hingeguckt. Das Internet ist demnach wie das richtige Leben. Ob uns das beruhigt, ist freilich eine andere Frage.