Posts Tagged ‘Berlin’

März 8th, 2012

Wulffi räumt das Zauberland

Leute, jetzt seid doch nicht so böse. Natürlich regt uns Ex-Bundespräsident Christian Wulff mit seinen raffgierigen Trotteleien auf. Aber wir können sicher sein: Es geht vorbei. Es ist Zapfenstreich.

Die letzte spannende Frage seines bedeutungsvollen öffentlichen Daseins ist, ob es seinen Gegnern gelingen wird, die feierliche Blasmusik mit Vuvuzelas wirksam zu stören. Ich halte das für unwahrscheinlich, sind doch die afrikanischen Brutal-Tröten seit dem WM-Finale 2010 komplett  aus dem öffentlichen Leben verschwunden.

Und es wäre auch schade, denn Christian Wulff ist ein Romantiker. Einer, der sich nicht scheut, über eine Schnulze sein Innenleben preiszugeben. “Over The Rainbow” stammt aus dem Film “Zauberer von Oz” aus dem Jahr 1939. Die junge Judy Garland, spielt darin Dorothy, ein Mädchen vom flachen Land, das sich nach einem Streit mit seiner bösen Tante in ein Land voller Abenteuer wünscht.

Ein Tornado trägt Dorothy tatsächlich in ein verzaubertes Land. Dort lernt sie merkwürdige Freunde wie eine Vogelscheuche ohne Verstand oder einen Blechmann ohne Herz kennen, muss sich aber auch mächtiger Feinde erwehren. So etwa der bösen  Osthexe, die im Märchen für die Macht der US-amerikanischen Großbanken und -unternehmen steht. Nach vielen Abenteuern findet sie den Weg zurück nach Hause.

Sind Christian und Dorothy nicht wesensverwandt? Ist Berlin das Zauberland? Könnten Blechmann und Vogelscheuche nicht für Maschmeyer und Ferres stehen? Gibt es die Osthexe nicht auch bei uns, während sich die Westhexe heute Nicolas Sarkozy nennt?

Egal, unser romantischer Präsident glaubt offenbar an diese Lied-Textzeile:  ,Und alle Sorgen schmelzen einfach weg, so wie Zitronenbonbons über’m Kaminfeuer.’ Und schon bald ist er zurück in seinem Großburgwedel. Am besten für immer. Denn dort gehört er hin.

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Februar 27th, 2012

Rösler und Merkel: Da wird der Prinz zum Frosch

Im harten Alltagsgeschäft gerät allzu leicht in Vergessenheit, dass Angela Merkel eine Frau ist. Auch ihr Vizekanzler Philipp Rösler hat das gerade verdrängt. Er hat seine politische Lebensabschnittsgefährtin mit einem Frosch verglichen.  Das ist heftig. So heftig, dass alles unterhalb der ewigen Feindschaft eine Überraschung wäre.

Sicher, man könnte abwinken, “Ach ja, der Rösler” sagen und einfach weitermachen. Ist doch der FDP-Chef für seine Witze berühmt-berüchtigt. Seine Ironie geht oft haarscharf am Ziel vorbei, so dass hinterher jemand beleidigt ist.

Und Verniedlichungen oder gar Kosenamen sind ohnehin so eine Sache. Man kommt sich ziemlich nahe. Nicht jede möchte sich ungefragt Hasi, Engel, Sahneschnitte, Erdbeerpfötchen oder Puddingbrumsel nennen lassen.

Unbedingt vermeiden sollte man aber Vergleiche, welche  der oder die andere garantiert nicht mag. Wie das beim Frosch der Fall ist. Dieses Tier ist bestenfalls lustig (in der Inkarnationsform Kermit), sitzt aber ansonsten dumm, aufgeblasen und dick auf einem Seerosenblatt oder auf einem Stein herum, quakt und wartet darauf, dass Beute vorbeifliegt. Frösche gelten zwar als schöner als Kröten. Trotzdem haftet ihnen etwas Glitschiges an.

Selbst als Märchenfigur ist der Frosch nur zweite Wahl. Wir alle haben als Kind gelernt, dass etwas ganz Schönes herauskommt, wenn man ihn ganz lieb küsst. Was also will Philipp Rösler? Merkel küssen und Nahles bekommen? Oder Sigmar Gabriel? Oder Claudia Roth?

Wahrscheinlicher ist da schon dieser Fall: Merkel küsst Rösler und verwandelt ihn in einen Frosch. Und dann wird sie ihn kochen. Ganz langsam. Mit Genuss. Ganz bestimmt.

Februar 22nd, 2012

Nordkorea trauert um Christian Wulff

YouTube Preview ImageSpät, jedoch mit größtmöglicher Hingabe, hat sich das Staatsfernsehen Nordkoreas mit dem Rücktritt unseres geliebten Bundespräsidenten Christian Wulff befasst. Ein wunderbares Internet-Fundstück.

Februar 20th, 2012

Glückwunsch an “unsere” First Lady

Daniela Schadt ist die neue First Lady.

Daniela Schadt ist die neue First Lady.

Achtung, hier kommt Nürnberg! Jetzt, wo es so gut wie sicher ist, dass Joachim Gauck neuer Bundespräsident wird, steht es wohl auch fest, dass die neue First Lady aus unserer Stadt kommt. Ich gratuliere meiner Kollegin Daniela Schadt und wünsche ihr für die kommenden fünf Jahre viel Glück und vor allem gute Nerven.

Joachim Gauck ist seit zirka zwölf Jahren mit Daniela Schadt liiert. Bei der „Nürnberger Zeitung“ leitet sie das Ressort  Innenpolitik. Zwar verfügt die 51-jährige einen hessischen Migrationshintergrund, hat aber längst bedeutende fränkische Eigenschaften angenommen.

Als da wären ein großer Fleiß sowie die Fähigkeit, widrige äußere Umstände bei Bedarf zu ignorieren. Vor allem aber auch ein feiner, hintersinniger Humor. Ich selber habe Daniela Schadt als offen, interessiert, schlau und richtig nett erlebt. Ihre unmittelbaren Kolleginnen und Kollegen loben ihre Fähigkeit, herzlich zu lachen und heben ansonsten ihre Freude an klassischer Musik sowie ihren enormen Hunger auf Bücher hervor.

Sollte Joachim Gauck gewählt werden, wäre sie die erste „Präsidentengattin“ ohne Trauschein. Auch ansonsten dürfte sie lockerer auftreten als ihre Vorgängerin. Edle Kostümchen oder Fototermine mit Glamour-Bekanntschaften sind nicht so ihr Ding. Die Gesellschaftsreporter werden es bei ihr nicht so ganz leicht haben.

Schade ist aus hiesiger Sicht, dass Daniela Schadt ihren Job vermutlich aufgeben muss. Es ist ja schwer vorstellbar, dass die First Lady die deutsche Innenpolitik kommentiert. Sollte sie ihre Beziehung zum künftigen Präsidenten unkonventionell fortsetzen wollen, bliebe wohl bloß der Wechsel ins weitestgehend politikfreie Sportressort.

Vielleicht hieße es dann der Fußball-EM nicht mehr “Was sagt der Kaiser?”, sondern “Was denkt die First Lady?”. Eigentlich ist das gar kein dummer Plan…

Dezember 22nd, 2011

Der Bundespräsident als böser Weihnachtsmann

Fernsehtipp: Lieber Benedikt als Christian gucken.

Fernsehtipp: Lieber Benedikt als Christian gucken.

Nein, ich habe keine Lust, mich groß über die moralische und sonstige Dimension des Skandals um Christian Wulff auszulasten. Aber für mich steht fest: Der Bundespräsident ist kein guter Christ.

Seine im typischen Knödelton vorgetragene “Entschuldigung” war doch nur eine Pflichtübung. Er musste eine Beruhigungspille unters Volk schmeißen, um ein bisschen aus der Schusslinie zu kommen. Damit er den Rücken frei hat, um zu Weihnachten über Nächstenliebe, über das famose mitmenschliche Engagement der Krankenschwestern und Feuerwehrleute, über den herausragenden einsatz deutscher Soldaten am Hindukusch und über die wunderbaren Revolutionen im arabischen Raum daherzureden.

Der Weihnachtsbaum gehört zu Deutschland. Jawohl. Aber was macht der Wulff in dieser Zeit, in der andere ans Schenken denken? Er feuert seinen langjährigen Sprecher Olaf Glaeseker. Hätte das nicht noch ein paar Tage Zeit gehabt? Nein, zu Weihnachten kündigen sonst nur ausgewiesene Raubtierkapitalisten oder ausgewiesene Nicht-Christen.

Und deshalb rufe ich alle dazu auf, Wulffs Rede nicht zu gucken, sondern zum Zeichen des Protests überall im Land die Toilettenspülungen zu drücken. Die Stadtwerke werden uns davon berichten.

Ich selber schaue mir zu Weihnachten und zum Jahreswechsel den Papst an. Der ist auch irgendwo schlimm. Aber seine “Espressione Cinese” ist immer wieder schön. Wie “Dinner for one” für die Stadt Rom und den Erdkreis. Hallelujah!

Dezember 18th, 2011

Christian Wulff, der mentale Couchsurfer

Heute macht uns “Bild am Sonntag” mächtig Angst: “Wullff wankt” lautet ihr Titel, auf dem der Bundespräsident im größtmöglichen Format zu sehen ist. Jetzt nehmen wir mal an, die nächste Schlagzeile würde “Wulff stürzt” lauten. Wäre es schlimm?

Nein. Deutschland würde sich nicht verändern. Christian Wulff ist rhetorisch derart baldrianös, dass er nicht einmal genug Energie erzeugt, damit es einem die Schuhe auszieht. Wüsste man nicht, dass seine Gattin tätowiert ist und hätte er nicht den Satz “Der Islam gehört zu Deutschland” gesagt – viele würden ihn gar nicht wahrnehmen.

Andererseits: Wulff verfügt über Weitblick. 415.000 Euro soll sein Haus gekostet haben, aber einer wie er weiß, dass da noch Anschaffungen wie Carport, Sofa, Schlafzimmerschrank und Weinkeller kommen. Deshalb hat er sich 500.000 Euro geben lassen. Mittellos, wie er wegen seiner Scheidung offenbar war.

Zu loben ist ferner Wulffs visionäre Kraft. Ihm war klar, dass man Banken nicht mehr vertrauen sollte. Deshalb setzte er auf die Hilfe von Freunden/-innen. Solche Geschäfte auf Gegenseitigkeit kommen immer mehr in Mode. Wie diese Seite beweist: http://www.tauschring.de.

Und wer darüber meckern möchste, dass sich unser Bundespräsident in seiner Zeit als Regierungschef von Niedersachsen im Urlaub bei Privatleuten einquartierte, sollte sich die Couchsurfer-Seite http://www.couchsurfing.org/ näher ansehen. Deren Betreiber betrachten Ferien bei Freunden als persönlichen Beitrag zu einer besseren Welt.

Wir haben also gelernt: Christian Wulff ist hoch kommunikativ, er öffnet sich guten Freundinnen und Freunden mit all seinen Bedürfnissen, er ist bereit, neue gesellschaftliche Entwicklungen anzunehmen. Er ist langweilig – und korrupt, wenn es die Situation erfordert. Kurzum, er ist einer von uns.

Sie sind nicht überzeugt? Na gut, dann soll er weg. Aber warten wir noch ein bisschen. Bis die Weihnachtsansprache gesendet ist. Und natürlich bis man weiß, wer in Zukunft “Wetten, dass…?” moderiert.

September 16th, 2011

Rösler muss sich scheiden lassen

Kann man sich Philipp Rösler mit dicken Backen und Bauch vorstellen? Schwierig, aber es ist denkbar. Denn in Berlin besteht akute Scheidungsgefahr. Also drohen ihm ein paar neue Pfunde.
Warum? Bisher galt es als ehernes Gesetz, dass Männer nur in festen Beziehungen zunehmen. Weil Frauen, die ihrerseits am Anfang gemeinsamer Lebensabschnitte runder werden, ihren Liebsten gerne füttern. Weil ihnen ein treues Dickerchen letztlich lieber ist als ein schicker Fremdgänger.
Der Wegfall der eigentlichen Ernàhrerin würde demnach, so denkt der Laie, wie eine Diät wirken. Tut es aber nicht. Nach einer Langzeit-Studie der Universität von Ohio nehmen die meisten Männer auch nach einer Scheidung zu. Der wahre Lehrsatz lautet demnach: Wer jemals in einer Beziehung war, wächst an den falschen Stellen. Egal, wie sein Leben läuft.
Soll man also Philipp Rösler zur politischen Scheidung raten? Auf jeden Fall. Denn die Krux der derzeitigen FDP-Führungsriege ist doch, dass sie alle so jung und schlank sind, dass man meint, dass sie wie aufgeputschte Windhunde jedem möglichen Thema hinterherhetzen. Dass sie heute hier und morgen da sind, dass sie unbedingt beachtet werden wollen, aber eigentlich keine Prinzipien.
Das Volk will aber auch Wohlfühl-Minister. Es sucht jemand, dem es vertrauen kann, an dem es sich ankuscheln kann. Das kann ein Brüderle gegen Westerwelle, Lindner und Bahr nicht schaffen. Rösler sollte also weg von Mutti, um dann nach einer ausgiebigen Schlemmerreise durch treudeutsche Schweinebraten-Kneipen im Genschman-Format mit gelbem Pullunder zurückzukehren.
Sie wollen Beweise für den Erfolg dieser Strategie? Schauen Sie doch mal den Gabriel an.

März 26th, 2011

Todesanzeige für Knut: Wenn Tierliebe hirnkrank wird

Ich will ja gar nichts sagen. Nein, ich will ruhig sein. Die Hände betroffen vor den Mund legen und mir mit einem Taschentuch eine Träne aus dem Augenwinkel wischen. Aber ich schaffe es nicht. Ich denke an die Trauergemeinde von Eisbär Knut – und schreie laut “Aaaargghhhh!!!”.

Februar 4th, 2011

Dank sei Dir, Anti-Quoten-Frau!

Eigentlich das schönste Paar seit Barbie und Ken: Kristina Schröder (links) und Karl Theodor zu Guttenberg. F.: CDU

Fast wie Barbie und Ken: Kristina Schröder (li.) und Karl Theodor zu G. F.: CDU

Ist es Michelle HunzikerChristine Neubauer? Daniela Katzenberger? Narumol aus “Bauer sucht Frau”? Auf die Frage nach der eigentlichen Traumfrau des deutschen Mannes wird es viele Antworten geben. Dabei verdient, jedenfalls politisch gesehen, nur eine einflussreiche Dame diesen Titel: Kristina Schröder, unsere Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Sie ist fast schon mehr, nämlich Retterin des bedrängten männlichen Geschlechts.

Gerade gezeigt hat sie das anlässlich der Diskussion um die Frauenquote in der deutschen Wirtschaft. Mutig hat sie sich ihrer energischen Kollegin Ursula von der Leyen in den Weg geworfen, als diese die Firmen verpflichten wollte, 30 Prozent der Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. Die junge Ministerin, die bei Betrachtungen zum Geschlechterkampf immer mal (für Männer erfreuliche) Tussi-Statements abgibt, will das lieber den Markt regeln lassen. Dafür findet sie laut Tagesschau-Deutschland-Trend zwischen 63 und 79 Prozent Zustimmung in allen Parteien. Schließlich und endlich hat sie Bundeskanzlerin Angela Merkel hinter sich gebracht. Also Basta!

Das Nachdenken über die Frauenquote ist damit nicht am Ende. Wie also ist es damit?

Die hohe Politik lehrt uns, dass die Quotenregelungen für einen größeren Einfluss von Frauen gesorgt haben. Das hat aber keine Politik hervorgebracht, durch die das Vertrauen der Wähler(innen) in “die da oben” gewaltig gewachsen wäre. Gerade das Beispiel Merkel zeigt, dass Frauen, die an der Spitze angekommen sind, bei wichtigen Entscheidungen sehr ähnlich handeln, wie ihre männlichen Kollegen.

Wie ist es in der Wirtschaft? Wenn man sieht, welch grausame Versager durch funktionierende Männer-Netzwerke an die Spitze von Unternehmen geschubst werden, möchte man sofort für die Frauenquote sein. Schlechter können es Chefinnen nicht machen. Dagegen spricht, dass sich Frauen viel schwerer mit dem Umstand tun, dass ein Großteil der Macht einfach nur ersessen ist. Der Chef muss immer erreichbar beziehungsweise präsent sein. Schon deshalb, damit ihm kein Intrigant in seiner Abwesenheit ein Messer in den Rücken rammen kann.

Dem steht der Wunsch der Frauen gegenüber, auch noch andere Interessen zu pflegen oder auch nur für Familie und Freunde da zu sein. Weshalb sie stärker zu Teilzeitarbeit tendieren. Welche nach den immer noch geltenden Regeln dazu führt, dass sie schnell in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Wollen die Frauen also überhaupt so sehr nach oben, wie sie dank Quote könnten?

Eine Antwort auf diese Frage hat Zeit, denn eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft wird nur sehr wenig bewirken. Zunächst aber sollten alle Männer Frau Schröder Grüße zum Valentinstag schicken: Dank Dir, Du Anti-Quoten-Frau!”

Januar 25th, 2011

Karl Theodor, verlass uns nicht!

Es hat ja schon einige merkwürdige Politiker-Rücktritte gegeben. Da gab es eine seltsame Affäre um Einkaufswagen-Pfandsysteme, der ex-Wirtschaftsminister Jürgen Möllemann zum Opfer fiel. Bei Bundespräsident Horst Köhler weiß man bis heute nicht so genau, warum er abgetreten ist. Also sollten wir uns durchaus Sorgen um unseren Bundes-Hoffnungsträger Karl Thedor zu Guttenberg machen.

Wir brauchen diesen Mann. Er flößt uns Vertrauen ein und weiß einfach, wie man sich passend zum Anlass kleiden muss. Im Smoking bei den Bayreuther Festspielen, im dunkelblauen Anzug in der Wall Street und in Kampfstiefeln und Tarnweste in Afghanistan. Er könnte doch noch so viele Polit-Jobs richtig schick machen. Im Trucker-Karohemd als Verkehrsminister,

Januar 20th, 2011

Der Triumph des Aufschwunggrinsers

Unser Leben könnte so schön sein – wenn nur unser Misstrauen nicht so arg an unseren Seelen nagen würde. Da sind wir in Scharen zur FDP übergelaufen, weil wir die Aussicht auf “Mehr Netto vom Brutto” so toll fanden. Dann hat das nicht gleich geklappt, wir haben auf der Stelle den Glauben verloren und sind woanders hin. Doch jetzt zeigt sich: Die Partei von Guido Westerwelle hält Wort. Steuerzahlern winken – und zwar kurzfristig ! – bis zu drei Euro im Monat.

Dezember 9th, 2010

Das neue Projekt heißt “Rettet die FDP!”

Heute ist Welt-Anti-Korruptionstag. Also ein Datum, an denen wir allen, die sich durch dunkle Machenschaften und geheime Absprachen die Taschen vollstopfen, den erhobenen Zeigefinger zeigen. Es ist ein Datum, das der Gerechtigkeit zum Durchbruch verhelfen soll. Ein Tag, an dem mehr Transparenz erreicht werden soll. Also ist unsere Bundesregierung zur Stelle: Sie will Steuererklärungen vereinfachen und den Menschen zugleich Geld schenken.

Und wie immer sind Angela Merkel & Co. dabei gerecht bis ins Knochenmark. Vier Milliarden Euro bekommt die Wirtschaft, damit sie Arbeitsplätze schaffen kann. Was sie erfahrungsgemäß tun wird. Den Bürgern sind 590 Millionen Euro zugedacht. Das sieht gut aus, bedeutet aber bloß, dass jede(r) in Deutschland lebende Mensch um 7,21 Euro pro Jahr entlastet wird, also um 60 Cent pro Monat. Wenn man sieht, dass das durchschnittliche Bruttoeinkommen pro Haushalt bei 44.000 Euro jährlich liegt, ist sonnenklar, dass die Nachricht aus Berlin dem Weihnachtsgeschäft den finalen Schub geben wird.

Man könnte nun fragen, warum es automatisch mehr Steuerrückzahlung bringen soll, wenn weniger Daten abgefragt werden. Man könnte auch fragen, ob durch den Verzicht auf Belege korrupten Zeitgenossen das Leben erleichtert wird.

Aber darum geht es bei der "Aktion Steuergeschenk" ohnehin nicht. Die entscheidende Zahl für die schwarz-gelbe Koalition lautet vier Prozent. Auf diesem Wert dümpelt die FDP in den Umfragen herum. Die CDU hat sich dank Wirtschaftsaufschwung erholt. Nun muss man die Partei der Steuerlüge sanieren.

Fazit: Die Bundesregierung verkündet Steuergeschenke und Bürokratieabbau, startet aber nur das Programm "Rettet die FDP!". Irgendwie korrupt, oder?

November 9th, 2010

Warum wurde Schäuble zum Rollstuhl-Terminator?

Tja, da rätseln wir also: Was ist da bloß in Wolfgang Schäuble gefahren? Es dürfte der erste Fall eines medien-öffentlichen Rufmordes gegen einen leitenden Angestellten gewesen sein, als der Bundesfinanzminister seinen Pressesprecher mit den Worten “Reden Sie nicht, Herr Offer!” dazu aufforderte, endlich “die Zahlen” herbeizuschaffen.

Der erste Reflex der Öffentlichkeit war Zustimmung für den Minister. Da habe endlich mal einer Klartext geredet, war das spontane Gefühl. Erst nach und nach wurde uns klar, dass sich kein Chef, der auch annähernd bei Trost ist, so verhält.

Oktober 29th, 2010

Die Alufolie ist viel wichtiger als Merkel

Einer der schlimmsten Vorwürfe gegenüber der Politik ist der Satz, dass das ganze Geschehen im Raumschiff Berlin nichts, aber auch gar nichts, mit der Wirklichkeit zu tun habe. Die Menschen da draußen hätten doch ganz andere Probleme als die Politikerinnen und Politiker. Aber sind die vereinigten Staatenlenker überhaupt so bedeutsam, so unverzichtbar für uns? Versuchen wir eine Antwort anhand zweier aktueller Jubiläen: Ein Jahr schwarz-gelbe Koalition und 100 Jahre Alufolie.

Nun wird Frau Merkel und Freunden von vielen Menschen vorgeworfen, sehr schlecht gestartet zu sein und nach einem kurzzeitigen “Herbst der Entscheidungen” ähnlich schwach weiterzumachen. Aber: Hunderttausende Menschen sehen dank der Beschlüsse der Bundesregierung einer besseren Zukunft entgegen.

Oktober 26th, 2010

Liebe Nichtraucher, zahlt auch mal was

Seit Anbeginn dieses Blogs habe ich den Niedergang des Zigarrettengenusses in Deutschland sowie den lediglich von Altkanzler Helmut Schmidt gut überstandenen Imagewandel des Rauchers vom klugen Kopf zum  verachtungswürdigen Deppen sorgfältig dokumentiert. Richtige Feststellungen wie jene, dass Raucher sowohl als Frühsterbende wie auch als Steuerzahler der Gesellschaft dienen, stießen auf Widerspruch. Doch jetzt wird die Heuchelei der Qualmgegner überdeutlich.