Horst Seehofer und seine CSU 21

Eines muss man Horst Seehofer lassen: Wenn es um Machterhalt geht, arbeitet er ohne Rücksicht auf Verluste. Die berühmte Steigerungsformel Feind, Todfeind, Parteifreund stimmt bei ihm. Wer nichts mehr bringt, wird abserviert. Bis aus seiner Sicht alles wieder im Lot ist, werden noch einige Opfer Donau, Inn oder Main hinabschwimmen.

Oder auch die Pegnitz? Die Nürnberger Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl hat zurzeit ziemliche Probleme. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass sie mit einem Beratervertrag für die Schweizer Sarasin-Privatbank ähnlich viel Geld verdient wie für ihr Bundestagsmandat. Das ist schädlich, weil man in diesen schweren Zeiten für Steuersünder die Nähe zu Geldinstituten der Alpenrepublik meiden sollte. Da muss jemand die nächste Zeit höllisch aufpassen.

Wie dem auch sei: Dem CSU-Chef ist zu bestätigen, dass er aus der jüngeren Geschichte gelernt hat. Nämlich von Stuttgart 21. Wenn die Probleme zu groß werden, wenn sich gar zwei bis drei Prozent der Wähler/-innen abzuwenden drohen, holt man eine Persönlichkeit von früher, die als moralisch sauber gilt. Beim berüchtigten Bahnhof war es Heiner Geißler, bei der CSU ist es Theo Waigel. Ein Mann, dem man zutraut, jene Verhaltensregeln zu formulieren, die für anständige Politiker/-innen selbstverständlich sein sollten. Ich denke, das schafft er. Mich hätten sie aber genauso fragen können.

Oder Günther Beckstein. Man kann ihm vorwerfen, dass er in Sachen Innere Sicherheit eine mitunter extreme Nervensäge war. Andererseits konnte man ihn nicht einmal in seiner Zeit als bayerischer Kurzzeit-Sonnenkönig mit Raffgier-Vorwürfen in Verbindung bringen. Seine Ehefrau hat ihr Geld immer selbst verdient – und sogar das Oktoberfest-Dirndl verweigert.

Somit wäre er nicht der schlechteste Anstands-Sanierer für die CSU. Aber: Seine Leiche ist die Pegnitz schon hinabgeschwommen. Letztlich mit den Zielen Regnitz, Main, Rhein und Nordsee. Dort wird er wohl verschollen bleiben. Bayern ist nicht die hohe See. Hier meucheln sich die poilitischen Binnenschiffer. Wer am Ende übrig bleiben wird – außer dem Horst – wird sich noch zeigen…

Wenn Wulff die Gabriele Pauli wäre…

Christian Wulff kriegt also sein Geld. Und wir alle fragen uns, ob das irgendetwas mit Gerechtigkeit zu tun hat.  Schließlich kann kein/e Arbeitnehmer/in jemals in diese Pensionsregionen vordringen. Aber auch innerhalb der politischen Kaste gibt es Ungleichheit. Wie wäre es gewesen, wenn unser Ex-Bundespräsident Gabriele Pauli wäre?

Gabriele Pauli war jene “schöne Landrätin”, die den großen CSU-Zampano Edmund Stoiber quasi im Alleingang demontiert hat. Weitere massive politische “Vergehen” ihrerseits sind nicht überliefert. Die von ihr vorgeschlagene befristete Ehe war ja nur eine Idee. Für Bestechlichkeit ist sie nicht bekannt. Sie hat sich allerdings Latex-Handschuhe angezogen für Fotos, welche sexuell deutlich aufgeladener waren, als sämtliche “Bunte”-Bilderstrecken von Bettina Wulff.

Jedenfalls hat sie im Jahr 2008 ihr Büro im Landkreis Fürth aus freien Stücken geräumt. Im Alter von 50 Jahren. Nach 18-jähriger Amtszeit hat sie einen Anspruch auf eine monatliche Pension von 4000 Euro erworben. Also nicht einmal ein Viertel Ehrensold. Doch ihr Kreistag legte hinter verschlossenen Türen fest, dass die Auszahlung dieser Pension erst im Alter von 62 Jahren beginnen wird. Das war Auslegungssache – und wahrscheinlich auch ein Stück weit Rache.

Auf den Punkt gebracht hat die Angelegenheit der damalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) mit folgendem Satz: “Es kriegt niemand eine Rente mit 50 und wir sehen das auch für uns nicht vor.” Mit Blick auf die Wulff’sche Sofortrente drängt sich die Assoziation zu dem berühtem Satz “Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten”, irgendwie auf.

Aber egal. Auf die Frage, was geschehen würde, wenn Christian Wulff Gabriele Pauli wäre, gibt es eine klare Antwort: In Großburgwedel würde bald ein Möbelwagen vorfahren.

 

 

 

 

 

 

 

 

Putin und Medwedew: Das Prinzip Dick und Doof

Die Zirkus-, Theater-, Film-, Musik-, ja die gesamte Menschheitsgeschichte ist voll von gegensätzlichen und daher (tragi-)komischen Paaren. Denken wir nur an Dick und Doof, Pat und Patachon, Starsky und Hutch, Hänsel und Gretel, Kain und Abel, Dr. Jekyll und Mr. Hyde oder an Don Quichotte und Sancho Pansa.

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Sie alle zeigten uns den Facettenreichtum des menschlichen Wesens. Wahlweise nach der Devise “Gemeinsam sind wir unerträglich” oder eben “Gemeinsam sind wir unschlagbar”.

Es war eine Frage der Zeit, bis dieses Prinzip in der Politik erprobt wurde. Nach der Endphase von Helmut Kohl und keinem anderen gaben Gerd und Joschka ein recht schlüssiges Tandem ab. Bei Angela und Philipp klappt das auch ohne Guido nicht so recht.

Ein wahrhaftiges Traumpaar gibt es dafür in Russland. Dort haben der aktuelle Präsident Dmitrij Medwedew und der derzeitige Ministerpräsident Wladimir Putin beschlossen, das Land unter sich aufzuteilen. Da das Volk das Ganze offenbar mitmachen wird, werden zu bestimmten Terminen die Paläste getauscht. Wobei der “lupenreine Demokrat” Putin sehr eindeutig das Krokodil und Medwedew der Kasper ist.

Kann ein solcher ständiger Rollentausch auch bei uns funktionieren? Und falls ja, mit wem? Bitte stimmen Sie ab.

Horst Seehofer, der Umfragewert-Konservative

Das Bild zeigt: Horst Seehofer ist stets offen für die Belange des Volkes. Foto: Matejka

Am 13. Februar wollte ich es wissen: „Was sind Seehofers Erfolge?“ hatte ich meine Leser(innen) gefragt, und 58,8 Prozent wählten die Antwort „Erfolge???“. Würde diese Quote heute anders ausfallen? Aus meiner Sicht eher nicht. Oder kann man diese Frage gar nicht beantworten? Weil die Erfolge und Misserfolge des Bayerischen Ministerpräsidenten so schleierhaft sind, wie seine politische Linie ganz generell?

Eine solche müsste er haben, als selbst ernannter Held der Wertkonservativen. Weiter lesen

Er wär`s gern, aber Seehofer ist wirklich kein Strauß

Szene einer Politik-Ehe "Mein Gott, seine Meinung will doch keiner mehr wissen."

Szene einer Politik-Ehe "Horsti,halt doch einfach mal den Mund."

Eigenlob stinkt. Also sollte man sparsam damit umgehen. Aber was unseren Landesvater und  CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer angeht, nehme ich für mich in Anspruch, dass ich schon vor einem Jahr recht gut vorhergesehen habe, wo das mit ihm hinführen wird. Mein Ausblick damals: Da wäre einer gerne so bedeutend wie sein großes Vorbild Franz-Josef Strauß, spielt aber intellektuell nicht in der gleichen Liga. Kann man hier nachlesen.

Nach der Bundestagswahl hat Seehofer mächtig Gegenwind bekommen. Sein Ergebnis war schließlich schlechter als das des Duos Beckstein/Huber. 41,5 Prozent in seinem geliebten Oberbayern sind für seine Partei eine Schande. Und genau jetzt wird bekannt, dass das Bayerische Fernsehen am 23. Oktober seine neue Reihe  “Nachfolger gesucht” startet. Ein Menetekel?

Seehofers Populismus hat es jedenfalls nicht gebracht. Wie die CSU der 80-er Jahre schwört er der Schwesterpartei CDU einerseits Treue, verspricht aber – wie schon damals meistens folgenlos – etwas anderes, wenn es den Interessen des Freistaats zu dienen scheint. An der FDP hat sich die Strauß- CSU sowieso besonders gerne abgearbeitet.

Sein Problem ist jedoch, dass ihm der Pep oder auch das letzte Quäntchen Unverschämtheit fehlt, um auf eine Stufe mit FJS oder mit dessen wahrhaftigen Stellvertreter auf Erden, Silvio Berlusconi, zu kommen. Dieser hat vor einigen Tagen im Erdbebengebiet  in den Apenninen neue Häuser für die Opfer eingeweiht und dabei kräftig auf den Putz gehauen. “Ein Wunder” habe seine Regierung vollbracht, sie habe “sämtliche Weltrekorde gebrochen”.  Tags darauf beschimpfte er die Opposition dafür, dass diese die israelische Flagge verbrenne. Das macht die zwar gar nicht – aber sei`s drum.

Nein, “Super-Horst” ist glücklos und hat keine allzu große Zukunft mehr. Derzeit hält ihn vor allem an der Macht, dass die CSU in Sachen Führungswechsel nicht ähnlich dumm wie die SPD dastehen möchte. Das wäre die allergrößte Schande. Aber so in, sagen wir, einem Jahr,  sollten sich gewisse gesundheitliche Gründe finden lassen…

Schöne Frauen machen Männer dumm (3): Horst Seehofer

Parteigründerin Gabriele Pauli ist überall.

Mit welchen Frauen sich der Seehofer so rumtreibt - oder: Parteigründerin Gabriele Pauli ist überall.

Wenn es um Betrachtungen zur Macht der Hormone geht, kommt man an Horst Seehofer nicht vorbei. Der  Ministerpräsident gibt ein Musterbeispiel dafür ab, wie sich ein älter werdender Mann durch eine junge Frau in größte Kalamitäten bringen kann.

CSU-geneigte Moralisten werden sagen, dass das vor gar nicht allzu langer Zeit viel besser war. An der Treue von Günther Beckstein zu seiner Marga etwa gibt es überhaupt keinen Zweifel. Wer dieses Paar aus der Nähe erlebt hat, weiß das. Und davor? Edmund Stoiber würde beim Wettbewerb “Unsexiest Man Alive” mit Sicherheit ganz vorne landen, Aber hat sein Verzicht auf das Berliner Ministeramt nicht doch mit einer jungen, blonden Abgeordneten zu tun? Bei Max Streibl darf man vermuten, dass er die erotischten Momente seines Lebens bei der Gamsjagd im Hochgebirge hatte. Hätte man andererseits Franz-Josef Strauß Außereheliches zugetraut? Aber hallo, und wie.

Letzterer wiederum ist Seehofers Vorbild. Der amtierende Ministerpräsident spielt intellektuell in einer tieferen Liga, leidet auch unter einer vergleichsweise stark ausgeprägten Entscheidungsschwäche, wendet aber die Instrumente zur Machtübung in dessen Stil an. Also scheinbar souverän und lässig sein und dennoch die Kontrolle haben, bei Bedarf die Meinung wechseln, Intrigen nicht scheuen. Schließlich gilt es, das eigene Umfeld so zu besetzen, dass schwache Leute zahlreich und die Starken in Konkurrenzkämpfe verwickelt sind.

Das alles zu managen ist aufreibend. Schon weil es bei dieser Art von Politik immer rachsüchtige Opfer gibt. Einer wie Seehofer steht demnach immer unter Strom. Und dann muss er nicht mal ein notorischer Fremdgänger sein, um im fremden Bett zu landen, in seinem Fall bei Anette F. (35). Er wäre nicht der erste Mann, dem bei dauerndem hochtourigen Betrieb die Sicherungen durchknallen. Zumal dann, wenn er sich in einer Fernbeziehung befindet. Ihn alleine dafür zu verurteilen, wäre weltfremd bis verlogen.

Aber da ist halt das kleine Kind. Damit hat sich Seehofer in eine Zwickmühle gebracht, aus der ihm keiner heraushelfen kann. Meidet er Tochter und Mutter, wird man ihn als herz- und charakterlosen Gesellen anprangern. Kümmert er sich um seine Kleine, vermutet man, dass er unverbesserlich mit seiner Geliebten herummacht. Es ist eine Konstellation, die wie gemalt ist für die Abservierten. Wenn die “Bunte” ein Seehofer-Mutter/Kind-Foto bringt, schlägt die Stunde der politischen Zombies. Da weiß man, warum ein ehemaliger Staatssekretär namens Heike Erklärungen zu Seehofers Privatleben so besonders wichtig findet.

Was bleibt als Fazit? Der Fall Seehofer beweist die Richtigkeit unserer wissenschaftlichen These. Denn dass ein ehemaliger Gesundheitsminister nicht weiß, wofür Kondome gut sind – das ist nun wirklich dumm.

Arme Gabi Pauli: Der Hubert hat`s getan

Oh Drama, oh furchtbar. Hubert Aiwanger hat es getan: Er hat dafür gesorgt, dass Gabriele Pauli aus der Landtagsfraktion der Freien Wähler ausgeschlossen wird. Sowas von dumm.

Freuen wird sich vor allem Günther Beckstein. Denn damit verliert seine Ex-Helferin beim Stoiber-Sturz den Vorsitz im Innenausschuss, seinem früheren Kompetenzzentrum Nummer eins. Die Gefahr, dass ausgerechnet sie ihm das Wort erteilt, ist gebannt.

Wie es nun weitergeht, ist die große Frage. Ich habe bloß so eine böse Ahnung, wie die morgige Titelseite der taz aussehen könnte…

Seehofer – ein super-wichtiger Gast

Und diese Autos sind längst nicht alle.

Landesvater besucht Zeitung: Diese Autos waren längst nicht alle.

Wir hatten ja fast vergessen, wie irrsinnig wichtig bayerische Ministerpräsidenten sein können.  Günther Beckstein trat in seiner kurzen Amtszeit stets ohne Pomp auf. Das entsprach natürlich nicht dem Vorbild des wichtigsten Landesvaters aller Zeiten,  Franz-Josef Strauß. Sozialministerin Haderthauer hat gerade erfahren, dass eine treffende kritische Anmerkung zu  dessen autokratischem, manchmal korrupten Regierungsstil, selbst heute noch beinahe den Job kosten kann.

Wie sehr der legendäre FJS das Idol von Horst Seehofer ist, hat gerade die Redaktion der Nürnberger Nachrichten erlebt. Der neue Ministerpräsident traf hier mit einem sehr beachtlichen Tross von Begleitern ein. Zehn Dienstfahrzeuge standen im Haltverbot neben dem Verlagsgebäude, zwei Polizeiautos hielten zusätzlich Wacht. Die wie immer auffällig unauffälligen Sicherheitsleute musterten jede(n) Mitarbeiter(in) ganz genau von oben nach unten, ein Sprengstoffhund schnüffelte vorbeugend an den Schreibtischen der Redakteure. Nur Scharfschützen auf den Dächern und ein über Nürnberg kreisender Polizeihubschrauber fehlten zur prachtvollen Inszenierung.

Man fragt sich doch: Wer in aller Welt sollte ein Attentat auf Horst Seehofer verüben wollen? Warum überhaupt? Könnte damit die Welt nachhaöltig geschockt werden?

Nein, das superwichtige Gehabe stammt noch aus einer Zeit, als die CSU noch wirklich wichtig war oder wenigstens zu sein schien. Damals, zu Zeiten von Franz-Josef Strauß. Zuzistimmen ist einem  Kollegen, der an eine Terminverwechlung gelaubte: “Seehofer wollte wohl zum Truppenbesuch nach Kabul.”

Warum ist der Söder bloß so lustig?

Er ist weltberühmt, hat in unzähligen Filmen die Hauptrolle gespielt und sogar einen Oscar gewonnen – aber genützt hat es ihm nichts: Er ist der größte Pechvogel aller Zeiten! Was er anpackt, geht schief. Er neigt zu Wutausbrüchen, ist ständig pleite, muss wie ein Sklave für seinen reichen Onkel schuften. So richtig Glück hat er nie im Leben. Und das soll Markus Söder sein? Niemals!

Beim Politiker-Derblecken auf dem Nockherberg wurde der Nürnberger zum “Donald Duck der CSU” ernannt. Aber da war vielleicht der Wunsch des Vaters des Gedankens. Es stimmt, uns Mittelfranken ist der inzwischen zum Gesundheits- und Umweltminister aufgestiegene Karrierekünstler öfter mal peinlich. Aber dass ihm kurzzeitiges Glück auf der Stelle zwischen den Schwimmhäuten zerrinnen würde, ist völlig abwegig.

Söder, der sich selbst “Lebensminister” nennt, ist vielmehr ein Überlebenskünstler ersten Ranges. Ob die bayerischen Dagoberts nun Stoiber, Beckstein oder Seehofer hießen oder heißen – er erscheint immer als treuer Diener seines Herren. Wenn die Zeit gekommen ist, hilft er mit, den Regenten zu beseitigen. oder einen neuen zu installieren. Und bleibt so immer wieder irgendwie oben dabei. Die Satire-Experten vom Nockherberg haben erkannt, dass da einer ist, den man nicht übersehen sollte. Weil ihm seine eigenen Intrigen nicht wirklich schaden.

Jedenfalls hat man ihm in Bußpredigt und Singspiel eine tragende Rolle zuerkannt. Dies vielleicht auch deshalb, weil er als ehemaliger Volontär im BR-Studio Franken Fernseherfahrung mitbringt Er weiß einfach, dass das Aufflackern des roten Lichtes auf der Kamera die gleiche Bedeutung hat wie der Tusch beim Fernsehfasching: Grinsen, eventuell laut Lachen und Schenkelklopfen. Egal, ob da gerade ein Witz oder eine gute Pointe waren.

Mit tatsächlich vorhandenem Humor hat das nichts zu tun. Den erlebt man bei Politikern in unverfälschter Form eigentlich ja nur bei Dorfbürgermeistern. Von ihren Witzen oder dummen Sprüchen nimmt die große, weite Welt keine Notiz. Sie bleiben folgenlos. Je höher die politische Ebene, desto berechnender wird das Ganze. Die Frage “Hat man Humor?” weicht der Überlegung “Schadet/nützt mir Humor?”. Allenfalls Peer Steinbrück scheut den Fettnapf nicht.

Dummerweise beherrscht CSU-Jungstar Karl-Theodor zu Guttenberg die Rolle des Humor-Politikers auch. Auch er lachte lauthals an Stellen, die man kaum lustig finden kann. Auf dem Nockherberg sprach man da schon vom “Gustav Gans der CSU”. Ich finde: Es riecht nach Intrige.

Unsere Miss, DSDS-Vanessa und Beckstein

Vor einer Woche hatte ich gefragt: “Wer ist diese Miss?”. Es ist Zeit für die Auflösung.

Meine Leser(innen) sind der Wahrheit in dieser Umfrage nicht so richtig nahe gekommen. Genau 50 Prozent der Teilnehmer(innen) waren der Meinung, dass das Bild aus der Coyote Bar “Franconias Drag Queen of the Year”. Diese gibt es aber erstens gar nicht und zweitens ist das Mädchen echt. Transe stimmt also ebenso wenig wie der zweitliebste Lösungsvorschlag “Bayerische Milchkönigin” (19 Prozent). “Miss Peitsche”, wie von 14 Prozent vermutet , ist es auch nicht.

Die Dame mit dem strengen Blick ist vielmehr “Miss Rubensengel 2008″, Cornelia Gitter. Elf Prozent lagen richtig. Sie war nach Nürnberg gekommen, um die Bewerberinnen um ihre Nachfolge, auf die Wahl vorzubereiten. Inzwischen steht die Siegerin fest: Die Sarländerin Tanya Gouraige ist die neue XXL-Miss.

Weiterhin auf dem Weg zum Superstar-Ruhm ist unsere Nürnberger DSDS-Kandidatin Vanessa Neigert. Nach einer – wie Dieter Bohlen zurecht kritisierte – mäßigen Gesangsleistung musste sie zwar “nach vorne”, schaffte es aber unter die besten sieben Kandidatinnen. Als ihr Schutzpatron war in der Samstagabend-Show das Ballermann-Fossil Jürgen Drews im Saal.

An Intrigen herrscht bei DSDS inzwischen kein Mangel. Aber so funktionieren das Leben im Allgemeinen sowie Showbusiness und die Politik im Besonderen. Ex-Ministerpräsident Günther Beckstein äußerte sich im Fernsehen zu den Tagen nach der CSU-Pleite nach der Landtagswahl so: “Alle Parteifreunde standen hinter mir. Aber nicht alle in guter Absicht.” Nettes Zitat…