Posts Tagged ‘Bank’

Februar 3rd, 2010

Guck mal, was der guckt…

Da meinte man immer, das Banker nur Zahlen lieben. Ansonsten ohne Worte.

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August 25th, 2009

Willkommen in Angies Bundes-Stuben

"Schau doch mal vorbei, Seppi..."

"Schau doch mal vorbei, Seppi…"

Jetzt schlagen Sie wieder auf ihn ein, auf den armen Josef Ackermann. Der Mann kann doch machen, was er will. Zeigt er nach einem gewonnenen Prozess ein Siegeszeichen – Bätsch! Fordert er einen hohen Gewinn – Krawumm!. Will er für seine Bank (erfreulicherweise) kein Geld vom Staat – arroganz-zerquetsch! Jetzt also kommt raus, dass er vor mehr als einem Jahr seinen 60. Geburtstag in Deutschland nationalem Heiligtum gefeiert hat – in Angela Merkels Kanzleramt. Und die Chefin hat auch noch bezahlt.

Abgesehen davon, dass die Wahl der Location nicht für überragend guten Geschmack sprichdürfte klar sein, dass sich Ackermann bei der Sache nichts gedacht hat. Schließlich berät er die Kanzlerin in allen Schicksalfragen der Weltwirtschaft. Und wenn sie zu ihm nach Frankfurt kommt, gibt es ja auch was Leckeres.

Das zusammengenommen nannte man früher Filz. Auf der kommunalpolitischen Ebene ist das so, dass die Sparkassen den Politikern das Essen zahlen. Das fällt unter den Begriff „Humusverbindung“..

Ich finde, das Ganze ist keine haushaltstechnische Angelegenheit. Ackermann wird – wie immer – missverstanden. Er hat die richtige Richtung vorgegeben.

Denn genauso, wie immer mehr Kleingastronomen dazu übergehen, ihre Kneipen komplett für private Partys zu vermieten, könnte doch auch das Kanzleramt zeitweise vermietet werden. Da die Räume kostbar sind, könnte eine protzige Miete verlangt werden. Die Einnahmen kämen der Sanierung der Staatsfinanzen zugute.

Das neue Mietrestaurant „Angies Bundestuben” setzt Zeichen. Ackermann Party war erst der Anfang.

Juli 5th, 2009

Bad Bank? Gebt uns den “Bad Schreibtisch”!

Es ist doch ein Jammer mit unseren Politikern. Sie müssen die Weltwirtschaftschaft retten und vergessen dabei die wahren Bedürfnisse der Menschen. Wie bei der “Bad Bank”. Ein wirklicher Segen wäre etwas anderes.

Der Begriff als solcher ist aber grandios. Eine Bad-Bank hatten wir uns bisher als Rasthilfe für fußkranke Kurgäste in Windsheim oder Kissingen vorgestellt. Andererseits: Was den Service angeht, sind viele Bank schon seit langem “bad”. Aber mit einer Krise kommen eben neue Begriffe. Und so passiert es, dass Zecher in Südstadt-Pilsbars inzwischen mit folgende Worten anschreiben lassen. “Herr Wird, mei Audo is dausnd Euro werd. Also gehmsmer nu a Bier – auf Massegredidd.”

Diese Kolumne soll aber auch bilden. Also schreiten wir zur korrekten Definition: “Eine Bad Bank (auf Deutsch: “schlechte Bank”) ist ein gesondertes staatlich geschaffenes Kreditinstitut zur Aufnahme und Abwicklung notleidender Kredite von sanierungsbedürftigen Banken. Im Rahmen der Finanzkrise wird überlegt, ob es sinnvoll ist, notleidende Kredite in eine Bad Bank zu überführen. Die Haftung für die Kreditrisiken der Bad Bank würde er Staat, ein Einlagensicherungsfonds oder eine Bankengruppe übernehmen.”

Super Konstruktion, das wird uns alle retten. Viel besser für das Glück der Menschen wäre jedoch ein “Bad Schreibtisch”. Ein Möbelstück, auf das alle toxischen Papiere ausgelagert werden könnten, die uns das Leben schwer machen. Beschwerdebriefe, Termine zu ungünstigen Zeiten, blödes Zeug, das der Chef für wichtig hält, Mahnungen, und, und, und…

Wir wären frei, uns den wirklich wichtigen Dingen des Lebens zu widmen. Wir könnten an jedem Tag ganz von vorne beginnen. Herlich!!!

Wenn ich nur nicht immer solche Problem damit hätte, irgendetwas wegzuschmeißen….

Mai 10th, 2009

Peer Steinbrück und der Schweizer Mörder

Ich bekenne: Ich bin ein Fan von Peer Steinbrück. Endlich ist da ein Politiker, der provoziert, weil er einfach mal drauflos redet. Der auch mal zornig formuliert, wenn ihm etwas stinkt. Unterhaltsam ist das – wenn auch nicht für jeden.

Da war also dieser Vergleich, mit dem unser Bundesfinanzminister Luxemburg, Liechtenstein, die Schweiz und Österreich in eine Reihe mit Ouagadougou gestellt hat, der Hauptstadt Burkina Fasos. Alle Beteiligten waren beleidigt. Die einen, weil sie sich wieder mal ertappt fühlten. Die anderen, weil sie nie und immer ein Paradies für Steuerflüchtlinge sind. Aber erreicht hat Steinbrück doch auch eines: Erstmals seit Jahrzehnten wurde in den großen TV-Nachrichten über Burkina Faso berichtet. Weil man wissen wollte, wie das Leben so ist. Drunten in Ouagadougou.

Es gibt allerdings eine Gruppe von Menschen, die unter Steinbrücks lockerer Zunge leiden. Nämlich Deutsche, die in der Schweiz leben und arbeiten. Davon berichtete Ralf Stutzki, der im Alpenstaat das Projekt “Du bist Radio” betreut. Dabei geht ein Radioteam zum Beispiel zu schwerstkranken Kindern, bringt ihnen grob das Radiohandwerk bei und gibt ihnen dann eine frei gestaltbare Sendezeit. Dafür gab es in Nürnberg den Alternativen Medienpreis.

“Das geht voll an uns raus”, erzählte mir Stutzki von den Reaktionen der Schweizer auf Steinbrücks Attacken. Und das empfinde er schon als sehr schwierig. Dabei ist Stutzki kein übersensibler Typ. Die prämierte Folge von “Du bist Radio” wurde mit Häftlingen des Gefängnisses von Lenzburg realisiert. Das Team der Radiomacher fragte vorab nicht, wegen welcher Taten ihre Kollegen auf Zeit verurteilt worden waren. Diese seien aber erstaunlich höflich gewesen. Einer sei besonders zuvorkommend aufgetreten – es handelte sich um einen mehrfachen Mörder.

Bei dieser Konstellation gab es für mich aktuell nur einen naheliegenden Vorschlag: Peer Steinbrück soll eine Folge von “Du bist Radio” machen dürfen. Die Projekt-Mitarbeiter konnten über diese Idee herzlich lachen. Die Realisierung ist aber unwahrscheinlich, denn Stutzki hatte sofort eine Ahnung: “Ich befürchte, dass er diese Chance nutzen würde.”