Warme Worte gegen heiße Zeiten

Hoffnungsvolle Worte gehören zur besinnlichen Zeit des Jahreswechsels. Ganz früher erledigten das die Pfarrer in ihren Gemeinden, dann verlegte sich das Geschehen von der Kirchenbank aufs Sofa. Die Ansprachen hielten nun der Papst, der Bundespräsident und die Kanzlerin. Ihr Tenor war immer: Es gibt viel Schlechtes. Wir haben viel zu tun. Hoffnung ist da. Wir müssen bloß wollen.

Doch diese Gewissheit schrumpft in Zeiten des Klimawandels. Wer an die Umwelt-Konferenz von Kattowitz zurückdenkt, mag als kühler Analytiker politischer Möglichkeiten Fortschritte erkennen. Man kann es aber auch als furchtbar empfinden, dassalleine  schon die Vereinbarung, ab 2024 gewisse Belastungen der Umwelt transparenter als bisher zu machen, als Erfolg gefeiert wird.

Es ist doch nicht so, dass wir nicht wüssten, was wir gerade anstellen. Ein paar alte oder besonders verbohrte Präsidenten ausgenommen. Bloß, es wirkt auch, als bestünde der Unterschied zwischen klimabewussten Menschen und Leugnern des Klimawandels darin, dass sie jeweils etwas anders sagen. Handeln, Verändern – diese Option wird seltener real.

Jetzt aber meldet sich sogar ein Astronaut zu Wort. Alexander Gerst hat sich unseren Planeten über einen längeren Zeitraum von oben angeschaut. Und findet es seitdem jammerschade, das dieses Juwel immer mehr zerstört wird. Man möge doch mal an die nächsten Generationen denken, rät er seinen Mitmenschen.

Nichts ist richtiger als das. Aber ob seine Worte etwas bringten Zweifelhaft, aber hoffen dürfen wir. Und warum das so ist, erläutern in bewährter Weise Papst, Bundespräsident und Kanzlerin. Warme Worte gegen die Heißzeit. Wir danken sehr.