Alexander Gauland, der große Ahnungslose

Wie entzaubert man die AfD? Zum Beispiel so: Man bittet ihren Vorsitzenden zum Interview und vermeidet das Thema Flüchtlinge konsequent. Thomas Walde vom ZDF hat es mit Alexander Gauland so gemacht – und hat den selbst ernannten Retter Deutschlands als weitgehend ahnungslosen Scheinriesen entlarvt.

Zeitweise auch als Schwafler. Gauland meinte tatsächlich, dass der Mensch wenig Einfluss auf den Klimawandel habe, also auch nichts daran ändern könne. Es habe immer mal eine Eiszeit gegeben, sagte er. Man mag das dumm finden, aber im AfD-Kosmos hat das Leugnen der vom Menschen ausgelösten Erderwärmung Methode. Die stellvertretenden Vorsitzende Beatrix von Storch hat in einem anderen Interview der Sonne die Schuld gegeben. Diese heize die Weltmeere unnötig auf. Mit schlimmen Folgen für Mensch und Natur. Rechte bis ganz rechte Wähler lieben solche Thesen.

Aber auch sonst präsentierte sich Alexander Gauland als inkompetent. Er wusste nichts zum Thema Renten. Da werde es einen Parteitag, bis dahin aber kein Konzept geben. Digitalisierung sei eh nicht sein Thema. Als ihm seine Aussage vorgehalten wurde, dass er Deutschland seinen Enkeln so übergeben wolle, wie das sein Großvater und Vater bei ihm getan habe, konnte der 1941 geborene Parteivorsitzende nicht erklären, was damals so schön und lebenswert gewesen sei. Er verlagerte sich darauf, dass es ja mehr deutsche, vor allem gute deutsche Geschichte gebe. Das Kaiserreich, Friedrich der Große, und vieles mehr.

Die AfD sei für verstärkten Wohnungsbau, kramte Gauland noch aus seinem Phrasenbeutel hervor. Aber wer fordert das nicht?

Entlarvte Schwätzer werden kleinlaut. Dies wurde im Interview rundum bestätigt. Was aber sollte das die politische Konkurrenz lehren? Wer die AfD-Lieblingsthemen immer wieder aufgreift, bringt einen Hohlraum zum Klingen, macht den Geistes-Zwerg zum -Riesen. Das muss nicht sein. Es geht auch anders.