Trump regiert – wie ein besoffener Hooligan

Das Leben könnte einfach sein. Könnte, wenn wir einfach feststellen könnten, dass da ein neureicher Proll zum US-Präsidenten geworden ist und dass das ja spätestens nach vier Jahren wieder vorbei ist. Doch Donald Trump verändert die Welt. Er macht sie bloß nicht besser.

Seine Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt anzuerkennen, entspricht dem Verhalten besoffener  Hooligans im Fußballstadion. Den Böller zünden, und dann mal schauen, was passiert. Entweder es hebt die Stimmung, Oder es bricht eine Panik aus, mit ein paar Verletzten oder Toten. Hauptsache, wir haben Spaß.

So verhält sich dieser Präsident. Ein junge Palästinenserin hat es gegenüber Fernsehjournalisten so auf den Punkt gebracht: „Er verschenkt eine Stadt, die ihm nicht gehört, an jemand, der darauf kein Recht hat.“ Nach diesem Prinzip könnte er demnächst auch Wien zur Hauptstadt Deutschlands erklären. Wir würden darüber lachen, im Falle von Jerusalem sieht die Sache niemand locker.

Unfassbar mies ist Trumps Aktion, weil er damit vor allem wichtige Geldgeber und Freunde befriedigt. Nicht einmal in Israel gibt es allgemeine Zustimmung. Er macht seinen US-internen Deal. Die Folgen der Gewalt, die er wahrscheinlich entfacht, werden in der Rubrik „Kollateralschäden“ verbucht. Die voraussichtlichen Opfer sind ja bloß Palästinenser.

Ist es Zynismus? Ist es Dummheit? Ist es purer Irrsinn? Von allem wohl ein bisschen.

Letztlich zeigt sich: Unsere Politiker*innen mögen langweilig wirken. Auch sie machen zweifelhafte Deals. Aber wenigstens sind sie nicht verrückt.