Das letzte Duell vor dem Klimawandel

Ja, so ist das mit dem Klimawandel. Man wüsste schon, was man dagegen tun könnte. Aber uns allen ist klar, dass das mit dieser Menschheit jedenfalls sehr, sehr schwierig zu erreichen sein wird. Der Niedergang ist absehbar, die Suche nach Schuldigen läuft. Ganz so, wie bei der CSU.

Zum Finale eines an Investitionsprogrammen, Verwerfungen und Wendungen reichen Wahlkampfes verlagern sich CSU-Vorsitzender Horst Seehofer und Ministerpräsident Markus Söder auf eine bisher nie dagewesene Taktik: Sie versuchen die Schuldfrage für eine absehbare, jedoch noch nicht erfolgte Niederlage zu klären. Bisher galt in vergleichbaren Situationen das Prinzip der unablässigen Durchhalteparolen. Jetzt scheint es so zu sein, als würde jeder der beiden Politiker glauben, dass sie den Wahltag so einigermaßen ungerupft überstehen könnten, wenn sie bloß dem anderen zuerst den Schwarzen Peter zugeschoben haben.

Sagt Söder „Bundespolitik schuld“, antwortet Seehofer „War doch Dein Wahlkampf“. Und das läuft jetzt wohl noch ein paar Tage so.

Aber wie geht’s aus? Nimmt man die Stimmung in der CSU als Maßstab, müsste es Horst Seehofer nach der Wahl aus sämtlichen Ämtern fegen. Wenn aber das Ergebnis gar zu schlecht ist? Dann wäre sogar ein gemeinsamer Tod denkbar. Wie bei zwei Männern beim Duell, die gleichzeitig schießen und die Kugel jeweils zwischen die Augen des anderen jagen.

Was könnte helfen? Es müsste, wie auch in Sachen Klimawandel, eine Null-Emission geben. Keine seltsamen Aktionen mehr, keine gegenseitigen Sticheleien. Aber das wird nicht gelingen. Und wahrscheinlich ist es, wie auch bei der Erderwärmung, sowieso zu spät.

Die Prognose ist somit klar: Die bayerische Politik wird einen gewaltigen Klimawandel erleben. Danach wird es nicht mehr so sein und auch nicht mehr so werden, wie es früher war. Und auch hier gilt: Chancen, etwas zu ändern, hatte man genug.