Archiv der Kategorie ‘Gescheiterte Frauen’

Mai 20th, 2013

Eurovision Song Contest: Der Zeitgeist ist barfuß

Ist es denn die Möglichkeit? Der deutsche Beitrag belegt beim “Eurovision Song Contest” wieder mal einen richtig schlechten Platz. Und schon heißt es wieder “Bääääähhh, keiner mag uns.” Oder es wird gemutmaßt, die Sängerin von “Cascada” sei als Angela Merkels Stellvertreterin auf Showbühnen bewertet und mit “zero points” von fast überall abgestraft worden. Ach bitte: Jetzt tut das doch nicht hochsterilisieren, wie ein großer Fußballer mal gesagt hat.

Man muss Folgendes anerkennen: Das Lied “Glorious” war Mist. Es wurde letztlich ausgewählt von einer öffentlich-rechtlich bestellten Fachjury, wie sie schon manches Desaster bewirkt hat. Hinzu kommt, dass das Thema “Blondinen in superkurzen Kleidchen” bei Weißrussland erheblich besser aufgehoben war. Zumal es rätselhaft bleibt, warum sich eine Frau für einen Auftritt vor einem hundertfachen Millionenpublikum ein Stück vom Küchenvorhang an den Po tackert. Sah nicht gut aus, wirklich nicht.

Der früher gerne beschworene Ostblockeffekt war es aber nicht. Zwar schnitt ein Schnulzensänger aus einer Diktatur mit Platz zwei ab, obwohl er sich singend auf ein Gefängnis aus Plexiglas stellte. Aber Dänemark ist nicht Aserbaidschan. Sein Sieg zeigt vielmehr, dass der Zeitgeist nicht glitzert, sondern barfuß und ungekämmt daherkommt. Das zeigte sich auch beim Lied der Niederlande. Da fielen im Text Vögel von den Dächern. Was man sich normalerweise nur wünscht, wenn Tauben mit Dünnpfiff am eigenen Haus nisten. Das zweite große Thema war, der Krise die Stirn zu bieten. Wenn Griechen in Hockeydamen-Röcken “Alkohol ist kostenlos” singen, dann ist das genial trotzig. Seht her, uns geht’s beschissen. Aber wir haben mehr Spaß als Ihr mit Eurer Mutti Merkel.

Warum ein rumänischer Dracula mit Kastratenstimme vier Mal so viele Punkte wie “Cascada” bekommen hat, muss man nicht verstehen. Vielleicht wegen der indirekten, marktwirtschaftlichen Botschaft: Zubeißen ist besser als jaulen. Und dieser seltsame Kinderarzt aus Malta…

Was soll’s: Nehmen wir den 21. Platz doch als gutes Signal für den gesamten Kontinent. Deutschland ist doch nicht unbesiegbar, es kann auch mal richtig eine aufs Dach kriegen. Lassen wir den anderen doch die Freude. Und wem dazu die innere Größe fehlt, weiß immerhin noch eines: Die Wahrheit ist auf’m Platz. Demnächst in Wembley.

Mai 7th, 2013

Was macht die Gsell, wie geht’s der Pauli?

Zu den allseits beliebten journalistischen Produkten zählt die Rubrik “Was macht eigentlich…..?”. Man erinnert damit an berühmte Menschen, die in Vergessenheit geraten sind. Man schreibt zum Beispiel darüber, dass der große Kriegstreiber Georg W. Bush heute Bilder von Hundebabys malt. Aber bleiben wir in Franken, und fragen: Was machen zwei große Heldinnen dieses Blogs, nämlich Tatjana Gsell und Gabriele Pauli?

Als ich kürzlich an Tatjana Gsell gedacht habe, war das vermutlich eine Vorahnung. Denn tatsächlich: Sie ist wieder da. Die einstmals teuerste Frau der Welt hat eine Hauptrolle in der quotenstarken RTL2-Serie “Promi-Frauentausch” bekommen. Sie präsentiert sich dort, wie es heißt, dank einer konsequenten Champagner-Botox-Diät völlig faltenfrei und mit einer Oberweite, die nach den Gesetzen der Schwerkraft den aufrechten Gang unmöglich macht. Aber gut, auch Hummeln können fliegen. Wie das Fernsehpublikum mittlerweile erfahren hat, lebt die berühmte Witwe heute mit zwei Männern in London. Wobei einer von beiden deutlich jünger ist und in der Wohnung Waschbären und Leguane hält. Das alles klingt nach ganz großem Drama.

Bei Gabriele Pauli ist die Sache anders gelagert. Sie hat, erstens, gerade den Chef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, erfolgreich auf eine persönliche Wahlkampfkostenerstattung von 4600 € verklagt. Sie hat, zweitens, ein Buch geschrieben. Es soll im Sommer 2013 erscheinen und neben autobiographischen Inhalten auch Vorschläge für eine moderne Politik enthalten.

Wir sollten es lesen. Klar, es stimmt, dass Gabriele Pauli nach ihrer nahezu im Alleingang betriebenen Demontage des Ministerpräsidenten Edmund Stoiber zeitweise allzu stark in die Welt der Modestrecken und der spirituellen Grenzerfahrungen abgedriftet ist. Die vormals schöne Landrätin wurde deshalb irgendwann als absurde Politikerin wahrgenommen.

Aber kann man es ihr verdenken? Sie hat sich ja mit dem am besten funktionierenden politischen Beziehungssystem überhaupt angelegt. Wenn man bloß überlegt, wie erfolglos sich die komplette Opposition in Bayern an der CSU abarbeitet, war doch klar, dass die Rache der Staatspartei fürchterlich sein würde. Zumal sich die feigeren (oder klügeren?) Mitstreiter nach dem Putsch eiligst in die Büsche geschlagen hatten. Der alte Edmund Stoiber wurde parteiintern rehablitiert. Er ist sogar als künftiger Präsident des FC Bayern München im Gespräch. Eine Funktion, die im Lederhosen-und-Laptop-System als papstgleich gelten darf.

Fassen wir zusammen, kommen wir zum Fazit. Wie in der “Zeit” zu lesen war, ist in unserer Gesellschaft der Platz von Uli Hoeneß für eine frühere Heldin frei geworden. Klare Wahl: Vergeben wir ihn an Gabriele Pauli. Vielleicht hilft es irgendwann doch noch was.

Februar 10th, 2013

Der große Trend: Anonym killt gut

Es ist ein uralter Menschheitstraum: Die Idee, zumindest zeitweise unsichtbar zu sein, um andere Menschen ungestört beobachten oder aber gefahrlos erledigen zu können. Für Nibelungen-Siegfried gab es eine welt-exklusive Tarnkappe bei Giftzwerg Alberich. Heute ist diese Vision für viele Menschen wahr geworden. Dank Computertechnik liegt anonymes Attackieren voll im Trend.

Das prominenteste Opfer dieser Tage ist die bisherige Hochschulministerin Annette Schavan. Der offenbar richtige Vorwurf, sie habe beim Schreiben ihrer Doktorarbeit allzu großzügig abgekupfert, ist anonym aus dem Internet aufgetaucht. Ab diesem Moment hatte die Ministerin kaum noch eine Chance. Den Mitteilungen geheimer Ermittler wird gerne geglaubt. Selbst von Menschen, die das weltweite Netz ansonsten als Tummelplatz für Betrüger und andere Gauner ansehen.

Früher hätten sich Medien geweigert, Geschichten zu veröffentlichen, die auf unbekannten, nicht überprüfbaren Quellen beruhen. Zumal von Menschen, die nicht unmittelbar betroffen sind und somit getrost zusehen können, wie ihre Giftpfeile wirken. Man kann darüber streiten, ob die anonymen Attacken gegen sie verdienstvoll oder feige waren. Aber letztlich geht es in diesem Fall nur um eine einzelne Person.

Anlass zur Empörung haben unsere Regierungs-Politiker/-innen jedenfalls nicht. Setzen sie doch selbst auf den virtuellen Hinterhalt, wenn sie sich daran machen, für die Bundeswehr unbemannte Drohnen anzuschaffen. Also fliegende Tötungsmaschinen, die von Menschen gesteuert werden, die irgendwo auf der Welt vor Computer-Bildschirmen sitzen. Menschen, die mit dem von ihnen ausgelösten Sterben genauso wenig zu tun haben, wie der Teenager, der auf seinem Laptop ein Vernichtungsspiel spielt. Sie arbeiten effizient, risiko- und gefühlsfrei. Eine überlegene Technik, die es leicht macht, Krieg zu führen.

Unterm Strich gibt es einen großen Trend: Das offene Visier ist von gestern. Erfolg hat, wer nicht erkannt wird, wer nichts zu befürchten hat. Es lebe die Tarnkappe!

Februar 6th, 2013

Wenn der Doktortitel zum Fluch wird…

Schlimm, schlimm: Annette Schavan, Forschungsministerin im Kabinett von Angela Merkel, darf ihren Doktortitel nicht mehr tragen. Dieses Ereignis wird an einer bedeutenden Säule unserer Gesellschaft rütteln. Doktortitel verlieren an Glanz. Sie entwickeln sich zum Fluch, tragen die Gefahr in sich, irgendwann im Leben zum Makel zu werden.

Früher platzten die Familienoberhäupter vor Stolz, wenn es Tochter oder Bub zum Doktor gebracht hatten. War es doch der Beweis, dass die eigenen Gene intelligenztechnisch in Ordnung waren und dass die Erziehung des Kindes im Großen und Ganzen in Ordnung war. Ein “Dr.” im Pass war etwas Seltenes, etwas wirklich Vorzeigbares. Heute aber herrscht Inflation, werden in Deutschland pro Jahr 25.000 Doktorarbeiten eingereicht. Wobei das oft zwanghaft geschieht. So ist vielen Geisteswissenschaftlern bewusst, dass sie ohne akademischen Grad beruflich nur schwer über das Herumschubsen von Einkaufswagen hinauskommen. Andererseits gibt es Familien, in denen der Doktortitel zum guten Ton, gewissermaßen zur Grundausstattung der Abkömmlinge gehören. Ein gewisser Karl Theodor zu Guttenberg fällt in diese Kategorie.

Während man bei diesem stets perfekt lackierten Landbaron schnell daran geglaubt hat, dass er ein eitler Blender ist, ist uns das bei Frau Schavan sehr schwer gefallen. Sie sieht eben nicht so aus wie eine Frau, die sich fröhlich und kokett über Regeln hinwegsetzt. Nicht mal vor 33 Jahren, als sie ihr Werk mit übergroßer Hornbrille geschrieben hat. Annette Schavan wirkte auf uns wie der Prototyp der korrekten Pflichterfüllerin.

Aber kann sie jetzt Forschungsministerin bleiben? Grundsätzlich ja. In der Politik war es noch nie erforderlich, dass Menschen in Spitzenämtern eine nachgewiesene Vorbildung mitbringen. Schon mancher Minister hat lustig von heute auf morgen die Stühle gewechselt. Philipp Rösler etwa, der als Arzt zum Gesundheitsminister geworden war, wechselte aus persönlichen und politischen Gründen ins Wirtschaftsressort. Heute gilt er als Blinddarm der FDP. Markus Söder, bayerischer Finanzminister und erfolgreiches Marylin-Monroe-Double, schrieb seine Arbeit über das Thema “Von altdeutschen Rechtstraditionen zu einem modernen Gemeindeedikt. Die Entwicklung der Kommunalgesetzgebung im rechtsrheinischen Bayern zwischen 1802 und 1818″. Die schlechte Benotung spricht übrigens gegen ein Plagiat.

Nein, in der Politik ist es nicht notwendig Doktor zu sein. Dagegen spricht zum Beispiel der famose Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel, der Doktor ist. Dagegen spricht aber auch Kristina Schröder, ihres Zeichen promovierte Soziologin. Muss sie als Politikerin wirklich sein? Wohl nicht. Ministertitel werden aber nicht von Universitäten aberkannt. Sondern von Angela Merkel oder von den Wählern. So lasst es bald geschehen.

Januar 15th, 2013

Schlecker-Frauen? Mein Unwort ist Zeitungssterben

Heute passiert es. Zumindest glauben alle dran. Eine neue Unterart der Spezies Mensch dürfte endgültig in die Geschichtsbücher eingetragen werden: die Schlecker-Frauen. Sie sind zumindest die heißen Favoritinnen für das Unwort des Jahres 2012. Ich hätte einen anderen Vorschlag.

Ja, “Schlecker-Frauen” hätte den Preis für den ärgerlichsten Begriff des Jahres 2012 verdient. Nicht so brutal wie das Vorjahres-Unwort Döner-Morde, aber ebenfalls menschenverachtend.

Suggeriert diese Bezeichnung doch, dass Frauen, sobald sie einige Jahre lang für einen schwäbischen Ausbeuter Deodorants und Zahnpasta verkauft haben, im Leben zu nichts anderem mehr fähig sind. Als würden sie, sobald sie die Welt der Weichspülerregale verlassen, orientierungslos durch ihr Dasein taumeln. Diese vermeintliche Ausweglosigkeit hat uns alle aufgewühlt. Erst recht, als sich unser beliebter Wirtschaftsminister Philipp Rösler an der Suche nach einer, wie er sagte, “Anschlussverwendung” beteiligen wollte. Viel hat er nicht erreicht, der große Verbündete erwerbsloser Frauen.

Ich hätte trotzdem einen anderen Vorschlag: Zeitungssterben. Ehrlich, ich kann diesen Begriff nicht mehr hören, lesen oder sonstwie ertragen. Und begegne ihm, als Journalist, doch immer wieder. Auch hier wirkt es so, als sei ein unerbittliches Schicksal am Werk. Als sei der Tod bei seinen Rundgängen im Blätterwald einem marderartigen Blutrausch erlegen. Als wäre der Zeitungs-Mann der wahre Geselle der Schlecker-Frau.

Liebe Leute, es mag ja sein, dass Zeitungen, weil die Werbung zurückgeht, in Zukunft dünner werden. Und trotzdem mehr kosten. Fest steht aber doch, dass es ohne guten Journalismus nicht geht. Auch dann noch, wenn Nachrichten oder Reportagen nicht mehr auf Papier gedruckt, sondern auf Tablet und PC gefunkt werden sollten. Seien wir also nicht so verzagt, machen wir Zeitungssterben zum Unwort und haken es ab.

Am Rande: Ich bin trotz alledem ein absoluter Fan des Raschelmediums. Warum? Das zeigt der kleine Film…

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Januar 2nd, 2013

Steinbrück, Thierse und “Das Gott”: Wir flehen um Gnade

Gnaaaadäää! Kann es denn wirklich sein? Krisen, wohin man schaut. Die halbe Welt fliegt uns um die Ohren. Doch unsere politischen Aufreger-Themen sind Pipifax der untersten Kategorie. Ich glaub’s nicht mehr.

Da gerät Peer Steinbrück – wieder mal – unter Beschuss, weil er zum falschen Zeitpunkt eine richtige Aussage macht. Nämlich, dass das Kanzlergehalt mit seinen 18.000 € monatlich im Vergleich zur Bezahlung anderer Führungskräfte zu gering sei. Das stimmt, wenn man sieht was mittelmäßige Bankdirektoren einstreichen. Von den Salären von Dax-Konzernchefs oder von Spitzen-Fußballern ganz zu schweigen. Und ist es nicht so, dass ein Bundeskanzler sowieso wie die Made im Speck lebt? Die Mordswohnung in Berlin ist umsonst, Essen und Trinken wird bei Sitzungen oder Empfängen ebenfalls gratis auf den Tisch gestellt.

Aber recht hat er trotzdem, der Kanzlerkandidat.

Noch eine Nummer blöder wird es angesichts der Empörung über eine Aussage von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse. Der Träger des talibaneskesten Vollbartes in unserem Parlament hat sich mächtig über das schamlose Auftreten integrationsunwilliger Schwaben in seinem Berliner Heimatbezirk Prenzlauer Berg aufgeregt. Es sei nicht gut, dass diese beim Bäcker Wecken statt Schrippen oder Pflaumendatschi statt Pflaumenkuchen bestellten, sagte Thierse, der eine schleichende Verspießerung seiner Weltstadt befürchtet.

Groß war die Aufregung, aber absolut doof war schließlich die Kritik an unser sagenhaft glücklosen Familienministerin Kristina Schröder. Sie hatte in einem Interview erklärt, dass man gegenüber einem Kind “Das Gott” anstelle von “Der Gott” sagen könne. Da zuckten sie gewaltig, die Blitze. Vor allem jene, die von den bibeltreuen Christen in der CSU ausgesandt wurden.

Und über all das diskutiert unsere Republik, als ob es auch nur ein bisschen mehr wäre, als ein Kleinstfurz im Weltgeschehen.

Wie das geht? Das ist allerdings klar. Was soll herauskommen in einem Land, in dem die Meinungsbildung maßgeblich von der “Bild”-Zeitung dominiert wird? Von einem Blatt, das uns dazu bringt, uns über Kleinigkeiten zu erregen, damit wir die wahren Schweinereien übersehen. Damit die Mächtigen, so weit es eben geht, in Ruhe regieren können.

Genau das gelingt. Und deshalb nochmal meine Bitte: Gnaaadäää!”

 

 

November 11th, 2012

Claudia Roth, Du armes Schwesterle

Also, das war echt gemein. Da haben alle Grünen ihre Spitzenkandidaten für den Bundestag wählen dürfen, und dann schubsen sie jene Frau aus dem Rennen, die ihnen das überhaupt ermöglicht hat. Claudia Roth darf nicht Spitzenkandidatin, also auch nicht Außenministerin werden. Es ist ein Jammer!

Wenn man diese Angelegenheit parteiintern betrachtet, handelt es sich um ein typisches Mutterschicksal. Claudia Roth hat den Laden als Vorsitzende gut zusammengehalten. Selbst in Krisensituationen konnte sie jovial und verständnisvoll sein. Und wie eine richtige Mama war sie ihren Schützlingen immer wieder mal peinlich. Und sei es nur aufgrund ihres Hangs zu schrillen optischen Dissonanzen bei Haarfarbe und  Kleidung.

Als Außenstehender muss man es auch als Verlust empfinden, wenn Claudia Roth noch hinter Kampfzwerg Renate Künast auf Platz vier der bedeutendsten Grünen unserer Tage gerückt wird. Als lustiger Talkshowgast ist sie immer eine Bereicherung. Legendär etwa war das öffentliche Outing ihrer Duzfreundschaft mit CSU-Spitzenmann Günther Beckstein in der ARD-Sonntagsabend-Runde. Auf ihre Art war und ist das authentische Pendant zu Rainer Brüderle bei der FDP. Also das grüne Schwesterle, sozusagen.

Wenn es nun mit der Spitzenkandidatur nicht geklappt hat, ist das aber nicht wirklich tragisch. Merkel-Bashing kann der grimmige Jürgen besser. Die Antwort auf die Frage wiederum, ob Gespräche mit einer Außenministerin Claudia Roth bei Taliban-Kriegern die Neigung zu Selbstmordattentaten verringern oder steigern würden, ist so klar wie unaussprechlich.

Also, Claudia: Das Leben geht weiter. Bleib uns bitte erhalten!

 

 

 

Oktober 12th, 2012

Wenn Stars ihre Spuren hinterlassen

Loddar, erzähl uns was.

Komm, Loddar, erzähl uns was.

Es ist ein elementares menschliches Bedürfnis: Wenn man dereinst in den Himmel abberufen wird, möchte man wenigstens sicher sein, dass man auf Erden bleibende Spuren hinterlassen hat. Dann hat sich das Leben gelohnt. Am besten, man schreibt es auf.  Das eigene Buch ist hoch modern.

Das zeigt sich zurzeit auf der Frankfurter Buchmesse. Das Dasein echter Stars, aber auch von Menschen, deren Lebensgeschichte unmöglich mehr als 50 Seiten füllen kann, gibt es gedruckt und gebunden für das edle Eichenholzregal. Wie etwa die Autobiographie von Bettina Wulff. Auf 224 Seiten berichtet eine wenig aufregende Frau über ihr Wirken an der Seite eines der langweiligsten Männer überhaupt. Was trotzdem für Platz 10 der Spiegel-Bestsellerliste reicht.

Da ist der fränkische Fußballgott  Lothar Matthäus ein ganz anderes Kaliber. Alleine die Statistiken über seine Profieinsätze in aller Welt würden Brockhaus-Format erreichen. Für seine Beziehungsprobleme gäb’s ein pralles Taschenbuch als Dreingabe. Sexuell unersättlich, jedoch ungerecht behandelt – diesen Lesestoff bietet uns Jörg Kachelmann. Der Mann, der zwischen Azorentief und Saharahoch als “Die Fliese” Frauen reihenweise geliebt hat. Auch Arnold Schwarzenegger hat viel zu erzählen. War/ist er doch die größte Muskelmasse der Menschheitsgeschichte, Regent von Kalifornien, Schänder des Hauspersonals und Terminierer des Bösen auch aus den fernsten Welten.

Das ist wahrer Schicksalsstoff. Ganz anders als die Autobiographie von Edmund Stoiber. Er liefert uns vielleicht die Gebrauchsanleitung für’s Technokratendasein, erinnert an das Kriechen vor Übervater Franz-Josef Strauß oder schildert uns den  Tag in seinem Leben, an dem er nicht einmal “Äääh” gesagt hat. Und er lässt uns erfahren, warum er seinen Sturz bis heute nicht begriffen hat.

Egal, für christsoziale Fundamentalisten ist auch er ein Held. Aber wer steht eigentlich auf Platz 1 der Sachbuch-Charts? Jawohl, ein Mann mit dem Autoschiebernamen Heinz Buschkowsky. Seine Botschaft lautet “Neukölln ist überall”. Oh nein, das kann doch wirklich keiner wollen. Bitte, liebe Stars jegleicher Kategorie: Schreibt, schreibt, schreibt. Damit wir auf andere Gedanken kommen.

 

September 11th, 2012

“Bild” rettet die Seele der Bettina W.

Nein, ich habe nichts gegen Bettina Wulff. Gar nichts. Aber so allmählich weiß ich nicht mehr, was ich an ihrer Affäre nervtötender finden soll. Die Rotlicht-Gerüchte oder die machtvolle Verteidigungs-Inszenierung samt Buchverkaufs-Werbung.

Die “taz” hat es am 10. September hervorragend auf den Punkt gebracht. Auf ihrer Titelseite zeigte sie den jungen Ex-Bundespräsidenten an der Seite von Altkanzler Helmut Kohl. Die Überschrift lautete “Wulffs peinliches Vorleben enthüllt”. Im erklärenden Text hieß es: “Ein neu aufgetauchtes Bilddokument belegt, wie Bettina Wulffs Gattte als junger Mann lebte – angepasst, devot, karrieregeil und in engem Kontakt zu äußerst dubiosen Gestalten.”

Danke für diesen Wink. Er zeigt uns, dass wir schief gewickelt sind. Wir erregen uns hechelnd an einem mutmaßlichen Sex-Skandal. Und übersehen dabei nur allzu gerne die wahren Schweinereien, wie sie im Umfeld mächtiger und machtversessener Menschen immer wieder passieren. Dabei zeigen wir unsere verklemmte Doppelmoral. Denn nur mal so gefragt: Wenn die junge Bettina Wulff gegen Geld zahlungskräftige Männer durch die Nacht begleitet hätte – wäre es überhaupt der Rede wert? Man mag die Arbeit einer Bardame oder einer Escort-Lady unappetitlich finden. Aber es handelt sich um  Dienstleistungen, die normalerweise keinen Schaden anrichten.

Dagegen gibt es in zahlreichen Firmen, zum Beispiel im mittleren Management, meist männliche Huren ihrer Chefs, die als willige Vollstrecker sinnloser Anweisungen viele andere Menschen ins Unglück stürzen. Da gibt es genügend Skandale, die man anprangern könnte.

Aber wir betrachten lieber die schönen Bilder einer seelisch verletzten Frau, welche die Bild-Zeitung in diesen Tagen verbreitet. Wer anständig ist, bedauert sie. Aber wir könnten auch überlegen, wie es um den Charakter einer Person bestellt sein muss, die sich ausgerechnet von jenem Blatt hofieren lässt, das ihr vorheriges Leben zerstört hat. Wahrscheinlich weiß Bettina Wulff, dass das nutzlose Projekt einer Biographie einer 38-jährigen Frau nur durch Deutschlands beste Vermarktungsmaschine für Unsinn aller Art zum Erfolg werden kann. Wir gönnen ihr das Geld.

 

 

Juli 30th, 2012

Kein Gold? Deutsche Roboter für Olympia!

Welch Leid, welch Leid! Ein ganzes Wochenende hat unsere Nation vergeblich gehofft und gebangt. Zum Olympia-Auftakt hat es keine einzige Goldmedaille gegeben. Doch wir haben Hoffnung: Setzen wir auf deutsche Ingenieurskunst.

Es ist das Wesen des Sportfans, dass er die kleinen Männchen und Weibchen, die da über seinen Bildschirm laufen, als Maschinen betrachtet. Für die Generation Playstation etwa unterscheidet sich ein virtueller Ronaldo kaum noch vom echten. Und so erwarten wir, dass diese Sportlerinnen und Sportler  gefälligst funktionieren und gewinnen. Was aber, wenn sämtliche Schwimmer absaufen und wenn es nicht mal mehr in Randsportarten wie dem Tontaubenschießen oder dem Frauenradfahren  zu Goldmedaillen reicht?

Es muss etwas geschehen. Denn der Anblick des Medaillenpiegels bohrt tief in unsere offenen Wunden. So lernen wir aus dieser Statistik, dass der Kommunismus tatsächlich die überlegene Gesellschaftsform ist. Und wir stellen fest, dass Klasse auch aus Masse entsteht. Ein Volk, das in der Fortpflanzung versagt, gerät irgendwann zwangsläufig ins Hintertreffen.

Wenn aber nicht einmal eine Ministerin wie Kristina Schröder einen Babyboom auszulösen vermag, bleibt uns nur noch der Blick auf die Olympischen Spiele für Roboter, die es in diesen Tagen gegeben hat. Dort treten Maschinen in sämtlichen olympischen Sportarten an und schneiden meist besser ab als die tollsten Menschen.

In China wird ein Schwimm-Teenager dank eines 2wissenschaftlichen Trainings” auf Männerzeiten hingezüchtet? Lächerlich! Das wird ihnen nichts mehr helfen, wenn die deutschen Athletinnen und Athleten direkt den Labors und Hallen des weltweit einmaligsten Maschinenbaus entspringen. Von wegen “Der Sozialismus siegt!”. Gehen wir es an – mit einer kleinen Ausnahme. Beachvolleyball der Damen sollte weiterhin von echten Menschen gespielt werden.

 

Juli 2nd, 2012

Die Zwangsjacke der Eurorettung

Experten für Massenpsycholgie vermelden eine neue Angst: die Rettungsschirm-Phobie. Es ist eine dieser paradoxen menschlichen Regungen. Da ist etwas, dessen Name uns Schutz vor Sturm, Dauerregen oder Abstürzen aus großer Höhe verheißt. Aber wir glauben nicht daran. Weil uns dieser Euro insgesamt unheimlich geworden ist.

Vielleicht ist es auch ein optisches Problem. Der Blazer von Angela Merkel und das Sakko von SPD-Chef Sigmar Gabriel sitzen in diesen Krisenzeiten noch enger als sonst. Ich will nicht über die Figur von Politikern lästern. Denn ich selbst würde mein Gewicht bei diesem Lebenswandel mit Kongresstourismus, alkohollastigen Kungelrunden, unregelmäßigem Essen und latenter Schlaflosigkeit innerhalb kürzester Zeit verdoppeln. Mindestens. Aber: Es ist nicht gut für ESFS oder ESM, wenn die dazugehörigen Bilder Assoziationen an eine Zwangsjacke wecken.

Das Schlimmste daran: Der Eindruck trifft zu. Die Rettung der europäischen Krisenstaaten, die vor allem eine Rettungsaktion für Banken und Großkonzerne ist, lässt den Politikern nur sehr wenig Spielraum. Man kann es wohl nur mehr oder weniger falsch machen.

Dreht Deutschland den Geldhahn zu, gehen andere Staaten pleite und haben kein Geld mehr, um Produkte aus heimischer Wertarbeit zu kaufen. Macht man weiter mit oder legt noch ein paar Millionen Scheine drauf, wird irgendwann über den Bau von Kindergärten oder über den Betrieb von Schwimmbädern und Opernhäusern anhand der wirtschaftlichen Lage in Portugal oder Griechenland entschieden. Unser Politiker/-innen könnten sich zwar noch wählen lassen, hätten aber nichts mehr zu melden.

Es ist ein klassisches Dilemma, ähnlich wie dieses: Du sitzt nach einem Schiffbruch in einem Rettungsboot. Weil es überfüllt ist, wird es mit größter Wahrscheinlichkeit kentern. Bist du nun der moralische Held, der selbst ins kalte Wasser springt? Oder gibst du jemand anderem ganz diskret einen Schubser?

Fazit: Man fühlt sich nicht wohl, als Politiker in diesen Tagen. Als Bürger aber auch nicht.

Mai 10th, 2012

Pendelwesen retten keine Planeten

Es hilft uns alles nichts: Der Mensch ist ein Pendelwesen. Und deshalb sollten wir uns auf das Schlimmste gefasst machen. Wir werden diesen Planeten nicht retten. Eher schon er sich vor uns. Weil es so kommen muss.

Die Sache mit dem Pendeln steckt nicht nur in unseren Genen, sie wird uns auch von zirka 832 Lebensberatungs-Lexika vorgegeben. “Lassen Sie doch mal die Seele baumeln”, steht da geschrieben. Eine Verheißung ist dieses Bild keineswegs. Wer Schiffschaukeln kennt, weiß auch, dass es einem beim Baumeln ganz schön schlecht werden kann. Oder die Seele baumelt zu arg, die Verbindung zur Verankerung reißt, und sie fällt in ein Loch. Das nennt man dann Burnout, depressives Belastungssyndrom oder noch schlimmer.

Man kennt es auch im Beruf. Schicke Unternehmensberaterinnen in schwarzen Kostümchen geben unseren Chefs allerfeinste Tipps, wie diese ihre Mitarbeiter/-innen mit ein paar Freundlichkeiten und einer Prise Angst zu Höchstleistungen treiben. Da gehen dann einige Gruppen in Klausur und schreiben eine knallharte Agenda mit dem Titel “Kundenglück Zwanzichzwanzich”.

Anschließend laufen alle Beschäftigten breit lächelnd und mit feurigem Blick durch die Gegend. Allerdings nur maximal acht Wochen. Die Beraterin ist über alle Berge, der letzte Hochmotivierte ist weitere 14 Tage später wieder “eingenordet”. Alles ist wie zuvor. Die Belegschaft ist zurückgependelt.

Warum sollte das mit der Energiewende anders sein? Vielleicht hat sich ja jemand als Konsequenz aus Fukushima eine sparsame Gefriertruhe gekauft. Vielleicht lässt jemand öfter das Auto stehen, weil er aus Prinzip nie für mehr als 20 Euro tankt, und deshalb nicht mehr so weit kommt. Aber die große Masse ändert ihre Gewohnheiten nicht. Oder pendelt zurück, sobald der Schrecken überstanden ist.

Letztlich wird nichts anders. Wir sind süchtig nach Energie. Und das wissen auch unsere Kanzlerin, ihr Umweltminister sowie die vielen offenen und verdeckten Atomlobbyisten. Vielleicht ein halbes Jahr noch – und dann geht es rein in die Talkshows. Weil dem Volk erklärt werden muss, dass man trotz Kernkraft gut die Seele baumeln lassen kann. Werden wir’s glauben?

April 1st, 2012

Wer denkt an die Schlecker-Männer?

Arme Schlecker-Frauen. Mit Euch hatten die FDP-Politiker kein Mitleid. Hilfe vom Staat gibt’s nicht. Geht doch zum Arbeitsamt, wenn Ihr Kohle braucht.
Aber wieso klagen alle immer nur über das Schicksal der Schlecker-Frauen? Denkt keiner an die Schlecker-Männer? An die Bezirks-, Oberbezirks- und Hauptbezirksleiter? Jedes Ausbeutersystem funktioniert erst durch willige Vollstrecker.
Es war doch nicht Schlecker senior persönlich, der seine Frauen im Sozialraum und auf der Toilette ausspioniert und der für jede Kleinigkeit Abmahnungen oder Kündigungen geschrieben hat. Nein, das waren jene Männer, die sauber ihren Job erledigt haben.
Das Prinzip funktioniert überall: Wenn der Mächtige dem Ohnmächtigen die Chance gibt, auf andere Menschen Macht auszuüben, ist dieser gnadenloser als der wirklich Mächtige selbst. Das gibt es im Kleinen, wenn der Abteilungsleiter seinen Mitarbeitern klarmacht, warum man leider, leider nur Minilöhne zahlen kann.
Es klappt auch im Großen. Ein Diktator Assad jagt ja nicht persönlich Stromstöße durch die Körper von Gefangenen oder schneidet Gliedmaßen mit dem eigenen Küchenmesser ab. Er hat seine Helfer. Die erledigen das, weil es für das Vaterland notwendig ist.
Schauen wir also dankbar auf das Werk der Bezirks-, Oberbezirks- und Hauptbezirksleiter. Hätten wir sie ungestört machen lassen, wären Shampoo und Klopapier bei Schlecker am billigsten. Die Firma wäre niemals pleite gegangen. Die wahren Liberalen wissen: Auch der Ausbeuter ist ein Erfolgsfaktor in einer freien Marktwirtschaft. Aber wer fragt demnächst schon noch die FDP?

März 4th, 2012

Wenn Wulff die Gabriele Pauli wäre…

Christian Wulff kriegt also sein Geld. Und wir alle fragen uns, ob das irgendetwas mit Gerechtigkeit zu tun hat.  Schließlich kann kein/e Arbeitnehmer/in jemals in diese Pensionsregionen vordringen. Aber auch innerhalb der politischen Kaste gibt es Ungleichheit. Wie wäre es gewesen, wenn unser Ex-Bundespräsident Gabriele Pauli wäre?

Gabriele Pauli war jene “schöne Landrätin”, die den großen CSU-Zampano Edmund Stoiber quasi im Alleingang demontiert hat. Weitere massive politische “Vergehen” ihrerseits sind nicht überliefert. Die von ihr vorgeschlagene befristete Ehe war ja nur eine Idee. Für Bestechlichkeit ist sie nicht bekannt. Sie hat sich allerdings Latex-Handschuhe angezogen für Fotos, welche sexuell deutlich aufgeladener waren, als sämtliche “Bunte”-Bilderstrecken von Bettina Wulff.

Jedenfalls hat sie im Jahr 2008 ihr Büro im Landkreis Fürth aus freien Stücken geräumt. Im Alter von 50 Jahren. Nach 18-jähriger Amtszeit hat sie einen Anspruch auf eine monatliche Pension von 4000 Euro erworben. Also nicht einmal ein Viertel Ehrensold. Doch ihr Kreistag legte hinter verschlossenen Türen fest, dass die Auszahlung dieser Pension erst im Alter von 62 Jahren beginnen wird. Das war Auslegungssache – und wahrscheinlich auch ein Stück weit Rache.

Auf den Punkt gebracht hat die Angelegenheit der damalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) mit folgendem Satz: “Es kriegt niemand eine Rente mit 50 und wir sehen das auch für uns nicht vor.” Mit Blick auf die Wulff’sche Sofortrente drängt sich die Assoziation zu dem berühtem Satz “Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten”, irgendwie auf.

Aber egal. Auf die Frage, was geschehen würde, wenn Christian Wulff Gabriele Pauli wäre, gibt es eine klare Antwort: In Großburgwedel würde bald ein Möbelwagen vorfahren.

 

 

 

 

 

 

 

 

Januar 24th, 2012

Hilfe, mich plagt das Milliardärs-Mitleid

Liebe Leser, ich muss zugeben: Ich bin verwirrt. Einfach deshalb, weil ich Mitleid mit einer Ex-Milliardärin habe. Jawohl, Madeleine Schickedanz tut mir leid. Und ich wünsche ihr, dass ihre famosen Anlageberater ordentlich zahlen müssen.

Die Quelle-Erbin ist mir in ihrer ganzen Tragik sympathisch. Sie kann nicht mit Geld umgehen, was sie mit mir als Journalisten definitiv verbindet. Angehörige meines Berufsstandes wollen ja – zumindest wenn sie jung sind – zuallererst die Welt retten und erst anschließend über die Bezahlung reden.

Madeleine Schickedanz hat geerbt, hat sich aber mit fiesen Gestalten in Nadelstreifen eingelassen. Dabei hat sie irrsinnig viel Geld verloren. Für Superreiche ist das superschlimm. Denn wenngleich ein paar wenige Milliönchen übrigbleiben sollten, so ist doch das Renomée im Eimer. Das tut besonders weh – ein Psychiater in New York hat sich darauf spezialisiert, diese Wunden der Betuchten zu heilen. Schickedanz hatte ihr Vermögen darauf gesetzt, dass ihr Konzern gerettet werden kann. Das ehrt sie, die Geldgeier Marke Esch und Middelhoff haben jede denkbare Retourkutsche verdient.

Die gönne ich auch dem Drogerie-Patriarchen Anton Schlecker. Er konnte sein riesiges Vermögen dank Leiharbeit, Lohndumping und Schikanen gegenüber der Belegschaft scheffeln. Bei ihm sage ich: Es ist an der Zeit, dass er einen gewissen Rest-Charakter zeigt und in die Rettung der Arbeitsplätze investiert.

Sollte er es nicht tun, stelle ich folgende Frage: Warum kann man eigentlich nur die Konten von afrikanischen und arabischen Tyrannen einfrieren? Das müsste bei deutschen Wirtschafts-Diktatoren doch auch gehen.