Digital macht viel. Aber nicht klüger

In der Kommunikation geht es um Freundschaft, Wohlgefühl, Überzeugung, Durchsetzung – kurz gesagt, um Erfolg. Wer mit anderen redet, hofft auf ein gute Resonanz. Er will auch beeindrucken. Und wie geht das in diesen digitalisierten Zeiten? Mit englischen Begriffen.

Meistens sind es junge bis mittelalte Männer, die sich oft und gerne in den virtuellen Datenwelten bewegen. Wenn sie sich und ihre Themen präsentieren, verstehen sie sich auf ein modernes Wording. Selbst einfache Dinge oder Tätigkeiten des Leben werden mit englischen Begriffen versehen. Wo früher ein Vorhaben genehmigt wurde, wird es heute gegreenlightet. Wir verständigen uns nicht, wir commiten uns.

Erstaunlich ist bloß, dass diese Begriffe in den meisten Fällen nichts Besonderes aussagen. Sie dienen eher dem Zweck, Gesprächspartner oder Zuhörer zu beeindrucken . Möglicherweise geht es aber auch bloß um Selbstvergewisserung dahingehend, dass die eigene Arbeit außergewöhnlich wichtig ist.

Aber stimmt das? Tatsächlich gibt es untrügliche Zeichen dafür, dass uns das Dasein 4.0 dümmer macht. Weil wir gewohnt sind, dass uns die Technik auch einfachste Verrichtungen abnimmt, werden wir träge. Wir können uns keine Telefonnummer mehr merken oder finden ohne Navi die Kirche im Dorf nicht mehr. Der aufrechte Gang geht verloren, weil wir permanent aufs Smartphone starren.

Wie anders im Vergleich der Jäger und Sammler. Wo manche Büromenschen alltäglich öde Computerjobs verrichten, brauchte er zum Überleben eine geradezu universelle Begabung. Er musste Tiere erlegen,. Feuer anmachen, Zelte aufbauen können. Und weil an jeder Ecke wilde Tiere lauerten, war sein Leben sowieso spannender.

Bei uns hingegen gegen die Virtualisierung so weit, dass reale Handarbeit aus der Mode kommt. Wer soll eigentlich in zehn bis zwanzig Jahren Brötchen backen oder unsere Hüftsteak konfektionieren?

Höret also die Prophezeiuung: Erst wenn das letzte Brotregal leer, die letzte Klospülung ungespült und der letzten Gehsteig ungepflastert bleibt, werdet ihr feststellen, dass man Daten nicht essen kann.

P.S.: Die Schlusspointe könnte besser sein. Aber ich muss jetzt noch die Mails checken.