Wer mag Suppe ohne Salz?

Stellen wir uns eine Einladung zum Abendessen vor. Man hätte uns angekündigt, dass es ein rundum gesundes Menü gäbe. Kein Salz, kein Zucker, kein Fett – und zum Trinken nur sprudelfreies Wasser. Ganz ehrlich: Würden wir hingehen?

An dieses Szenario erinnern die Diskussionen der vergangenen Tage. Da hat sich also die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer bei einem Auftritt im Karneval über Toiletten für Intersexuelle lustig gemacht. Diese Frau aus dem Saarland also, die die gleichgeschlechtliche Ehe ablehnt. Beweist das nicht, wie homophob sie ist? Die Medien erkannten Skandal-Potenzial. So viel, dass sämtliches anderes Weltgeschehen als unwichtiger eingestuft wurde.

Geht’s noch? Wir sollten bedenken, dass der Fasching nicht zur intellektuellen Hochkultur zählt. Das Lachen auf Kosten anderer ist fester Bestandteil des Bühnen-Humors. Auch Scherze über Liebe, Sex und Alkohol sind gängiges Programm. Gemessen an vielen anderen Pointen war AKK sehr zahm. Ihr Wirt war schlecht, aber kein Skandal.

Bekannt wurde dann noch, dass Indianerkostüme aus Kinderfaschings-Partys nicht mehr gerne gesehen sind. Ihre Kritiker fürchten Diskriminierung und/oder Rassismus.

Warum eigentlich? Spielen Kinder Winnetou, weil sie ihn verachten. Oder kann es sein, dass sie einfach Spaß an dieser Verkleidung haben? Dass sie es lustig finden, den Cowboy zu foppen?

Nichts gegen politische Korrektheit. Denken schadet nie. Aber auch hier gilt. Man sollte Maß halten und gelassen bleiben. Sonst wird das Leben öde. Und das kann niemand wollen.