Ödes Leben? Begehren wir Vielfalt!

Wir kennen das. Begleitet von dramatischer Musik wird uns in Dokus die Schönheit der Tierwelt vorgeführt. Wunderbare Wesen habe die Natur diesem Planeten geschenkt. Und jedes sei ein wenig anders. Es lebe die Vielfalt!

Kleiner Haken: Diese Vielfalt schwindet von Tag zu Tag. Zwar dürfte kaum jemand nach dem Alten Testament leben. Aber den Satz „Macht euch die Erde untertan“ haben wir in unsere Gene eingespeist. Wir werden mehr und mehr, nichts hält uns auf. Was wir brauchen, nehmen wir uns.

Gemessen daran, dass wir Menschen den gesamten Planeten erst seit 50.000 Jahren besiedeln, sind wir eine extrem effiziente Spezies. Kein Vergleich zu den Stars unserer Tierfilme, wie etwa den Elefanten. Geschätzt 25 Millionen von ihnen soll es in Afrika Ende des 15. Jahrhunderts gegeben haben. Heute sollen es noch 350.000 sein. Tiger haben innerhalb eines Jahrhunderts den allergrößten Teil ihres Lebensraums verloren, die witzigen Orang-Utans gelten dort, wo sie eigentlich leben, als deutlich uninteressanter als die Profit bringenden  Palmöl-Plantagen.

Nun wird mancher sagen, so sei das eben in Gegenden, in denen den Menschen noch das rechte Umweltbewusstsein fehle. Da werde eben weggeräumt, was im Weg steht. Wir hingegen wüssten, was wir an unseren Tieren und Pflanzen haben, wenngleich es ja nicht unbedingt Wolf, Biber, Waschbär oder karpfenfressender Kormoran sein müssten.

Ach wirklich? Wäre es so, dürfte es Artenschwund bei uns nicht geben. Trotzdem findet er statt. Betroffen sind sogar liebenswerteste Fernsehstars. Wie zum Beispiel die Biene Maja. Sie verschwindet mitsamt vielen anderen Insekten zusehends aus der angeblich freien Natur. Es wird öde statt bunt.

Wer das nicht möchte, hat jedoch eine Option: Das Volksbegehren Artenvielfalt in Bayern kann ab 31. Januar 2019 unterschrieben werden. Der Gang zum Rathaus ist nicht bequem. Doch er lohnt sich. Unbedingt.