Wozu ein Auto? Her mit der Fressprämie

Das Virus ist noch unter und in uns. Und wir fragen uns, woran wir merken werden, dass die Krise vorbei ist. Zumindest ein Signal ist klar: Es läuft wieder normal, wenn  Arbeitgeber wieder selbstbewusst wirken und die Beschäftigten zum Maßhalten aufrufen.

Gerade in schwierigen Zeiten erleben wir, dass die Wirtschaft nicht bloß aus dem Entwickeln und Verkaufen cleverer Produkte oder Dienstleistungen besteht. Ein integraler Bestandteil des Handelns von Managern ist das Schnorren von Steuergeldern. Und je bedeutender eine Branche angesehen wird, desto dreister treten ihre Vertreter dabei auf.

Womit wir bei den Autoherstellern sind. Zweifelsfrei handelt es sich bei ihnen um eine Schlüsselbranche für dieses Land. Für das Bruttosozialprodukt zählen ja nicht nur die Fabriken, in denen die Fahrzeuge final zusammengeschraubt werden. Von Autos leben auch Zulieferer und jene, die die Fahrzeuge verkaufen. Selbst die öffentlich-rechtliche Übertragung von Geisterspielen der Fußball-Bundesliga wäre ohne Autowerbung kaum möglich.

Also lautet die Erkenntnis: Ohne VW oder BMW geht dieses Land unter. Weshalb alles für den Umsatz getan werden muss. Zum Beispiel durch Anschaffungsprämien für Neufahrzeuge.

Welch fantastisches Instrument: Der Konsument bekommt 5000 Euro dafür geschenkt, dass er sein Auto, welches noch, sagen wir, 3500 Euro Restwert hat, zum Schrottplatz fährt. Kurz bevor die Prämie abgerufen werden kann, hat der Hersteller die Preise seiner meisterverkauften Modelle um jeweils 2000 Euro erhöht. Somit macht der Kunde gleich mal 500 Verlust,der Staat bekommt einen Teil seiner Subvention als Mehrwertsteuer zurück. Tatsächlich profitiert der Autokonzern.

Cleveres Modell. Aber warum gibt es das nicht auch woanders? Warum gibt es keine Prämie, wenn man ein altes Paar Schuhe abwrackt? Warum gibt es kein Staatsgeld, wenn man verschlissene Jeans ins Geschäft bringt?  Warum darf man nicht sein Fahrrad verschrotten?

Dafür gibt es keine schlüssige Erklärung. Alsdenn, machen wir es anders: Nehmen wir das Geld und veranstalten wir im Edel-Restaurant ein Festessen für alle unsere Freunde. Und damit es nicht zu dreist aussieht, fahren wir mit dem Auto hin. Wir sind ja nicht so.

 

 

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