Der Hamster: Einer von uns

Das Online-Lexikon Wikipedia beschreibt den Hamster als Angehörigen einer zu den Wühlern gehörenden Unterfamilie der Mäuseartigen. Wir verbinden dieser Tier vor allem mit zwei Eigenschaften: Der Bereitschaft, besinnungslos in einem rotierenden Rad herumzurennen und mit größtmöglicher Hingabe Vorräte aufzubauen.Woran man sieht, wir sind Verwandte.

Wenn dieser Nager in Fahrt kommt, kennt er kein Halten mehr. So wurden in Vorratskammern von Feldhamstern bis zu 90 Kilogramm Pflanzenmaterial gefunden. Eine absurd große Menge für ein 30 Zentimeter großes Tier. Zu den Vorratsspeichern der Menschen haben Forscher (Artikel 13 Grundgesetz, Unverletzlichkeit der Wohnung) keinen Zugang. Sie hätten mitunter ebenfalls gestaunt. Wegen der Unmengen an Klopapier.

 Tatsächlich haben wir in unseren Geschäften für leere Regale gesorgt. Aber der Mensch liebt auch den Wandel, Mode ändert sich. Und so meldet das  Statistische Bundesamt, dass die Toilettenpapier-Verkäufe inzwischen drastisch zurückgehen. Der Absatz in der Woche lag nach Ostern fast zwei Drittel unter dem Durchschnittswert der Monate August 2019 bis Januar 2020. Auch der Absatz von Teigwaren und Reis war stark rückläufig. Das Wort „Sättigung“ trifft hier zu.

Aber was hamstert er noch, der Hamstermensch? Seife und Desinfektionsmitteln sind weiterhin heftig nachgefragt.  Vor dem Osterfest hatten sich Verbraucher laut Statistischen Bundesamt besonders stark mit Wein, Bier und Kondomen eingedeckt. Zuletzt war Tiefkühlpizza heftig nachgefragt.

Und das vermittelt doch Hoffnung, Der Hamster ist ein Wühler, der immerzu wühlen und sammeln muss, weil es seine Natur ist. Wir indes merken, wenn genug Klopapier da ist. Wir gönnen uns Lebensfreude daheim, werden aber letztlich doch nicht übermütig. Und so ist es doch gut.