Aufgedeckt: Die Corona-Regeln der Bundesliga

Wir sollten begreifen: Geist ist geil. Während noch immer an allen Ecken und Enden Stillstand herrscht, planen Fußball-Manager die massive Rückkehr zur Normalität: Die Bundesliga soll ihre Saison zuende bringen. Vielleicht schon ab 9. Mai. In Geisterspielen. Ohne Zuschauer.

Normaldenkende verstört dieser Gedanke. Während es Kindern unter verboten ist, ihren Stamm-Bolzplatz auch nur zu betreten, sollen ihre Idole ihren personalisierten Fußball-Stiefel wieder benutzen dürfen. Und das, obwohl andere Sportarten, bei denen Körperkontakt  dazugehört, vernünftigerweise ihre Meisterschaften abgebrochen haben.

Aber bitteschön: Das hier ist nicht Handball, Ringen oder Hockey. Wir reden von d e r Sportart unseres abendländisches Kulturkreises überhaupt. Und da geht es eben nicht um ein bisschen Spannung, Geschrei, Jubel und Betrübnis. Mit dem Fußball werden Milliarden an Euros bewegt und werden gesellschaftliche Trends gesetzt. Zahllose Barbesrshops wären ohne bärtige Kicker noch mehr am Boden als nach Corona ohnehin. Bier wäre völlig out. Und Autokonzerne wüsste nicht, wohin mit dem Sponsorengeld.

Doch Körperkontakt, darf man das? Warten wir es ab. Die Fußball-Verbände waren beim Erfinden zweifelhafter Regeln in den vergangenen Jahren nicht untätig. Vielleicht kommen ja rechtzeitig zum Neustart die Corona-Spezialregeln.

Diese dürfen ruhig kompliziert sein, denn die Spielfelder der großen  Stadien sind mit allerfeinster Videotechnik ausgestattet. Vergehen können millimetergenau nachgewiesen werden.

Zwingend verboten wären Kopfball-Duelle. Stürmer dürfen von hinten gedeckt werden, sofern der verteidigende Spieler dabei die Hände auf den Rücken legt und den Oberkörper nach hinten beugt. Verteidiger dürfen von der Seite grätschen, sofern zwischen Gesicht und Gesicht mehr als 1,50 Meter Abstand sind. Vor Einwürfen sind die Hände zu desinfizieren. Abwehrmauern bei Freistößen sind untersagt. Die Abseitsregel wird solange suspendiert, bis es ein Impfstoff auf dem Markt ist.

Gegenseitiges Ankeifen wird ebenso mit Platzverweis bestraft wie jegliches Berühren fremder Trikots oder Torjubel mit mehr als drei  Spielern.  Sobald aufgrund dieser Regeln nicht mehr als sechs Spieler pro Mannschaft auf dem Platz stehen, folgt ein Elfmeterschießen, welches erst in der 90. Minute endet.

Wir sehen also ungewöhnlich torreichen Spielen entgegen, in denen zweikampfschwache Mannschaften bessere Chancen haben, sofern sie sich auf Raumdeckung verstehen.

Nürnberg gegen Fürth 19:18, München gegen Dortmund 24:24. Sind solche Ergebnisse nicht eine Verheißung? Danke Virus, Du bist nicht bloß verkehrt.