Regen, der Impfstoff gegen Klimaschäden

Fehlt uns was? Diese Frage bewegt uns, die wir von umtriebigen Menschen zu Wohnungs-Sitzern geworden sind, in diesen Tagen immer wieder. Und tatsächlich, da ist was. Es will nicht mehr regnen.

Nun ist der Regen ein spezielles Phänomen. Wenn er da ist, stört er die meisten. Wenn er ausbleibt, ist das für unser Gemüt nicht so verkehrt. Natürlich vor allem dann, wenn Biergärten geöffnet sind. An die Binsenweisheit „Wasser ist Leben“ denkt niemand, der ohne Schirm in einen kräftigen Regenschauer geraten ist.

Aber Trockenheit ist auch keine Lösung. In manchen Teilen des Landes sind die Ackerböden inzwischen so staubig, dass die Autofahrer in Wetterberichten vor Sandstürmen gewarnt werden. In regenarmen Ortschaften wird schon bald darüber verhandelt werden, ob die Bewässerung von Gurkenfeldern wichtiger ist als die Möglichkeit zum samstäglichen Vollbad. Dass ohne Wasser nicht viel wächst, weiß auch der unbegabteste Kleingärtner.

Dieses Problem riecht nach Klimawandel. Welcher uns zurzeit weniger aufregt als Covid-19, sich letztlich aber noch viel verheerender auswirken kann.

Beides, Virus und Erderwärmung, sind für uns schwierig. Wir Menschen sind unserem Wesen nach besorgt. Wir denken oft darüber nach, was schiefgehen könnte. Wir diskutieren auch lebhaft darüber.

Aber handeln werden wir erst, wenn eine Gefahr da ist, wenn wir nicht nur Vorausdenken, sondern uns als konkret betroffen empfinden. Das ist beim Corona-Virus inzwischen der Fall. Deshalb bleiben die meisten im Hausarrest gelassen.

Der Klimawandel erscheint immer noch weit weg. Er überfordert uns. Weil wir uns nicht vorstellen können, wie unser Handeln vor Ort die Welt retten könnte. Die Dimension der Aufgabe erscheint als zu groß.

Jedoch, wir brauchen mehr kühles, feuchtes Wetter. Denn Regen ist ein Impfstoff gegen die Folgen des Klimawandels. Sind wir also bereit,  auf Flugreisen zu verzichten, damit es nieselt oder wie aus Kübeln gießt?

Fragen wir uns selbst.