Ein heiteres Herz ist nie verkehrt

Warum bloß Italien? So sollte dieser Beitrag beginnen. Es sollte darum gehen, wie es möglich ist, dass ausgerechnet dieses Land so brutal vom Coronovirus heimgesucht wird. Hat es doch uns Deutschen wie kein anderes gelehrt, dass das Leben neben der Pflichterfüllung fröhliche und genussvolle Seiten bietet. Kann das Leben in dieser an Sonne, Meer, Kultur und Genuss so reichen Nation so trüb werden?

Wir hätten die Antwort suchen können. Wobei wir erkannt hätten, dass die Italiener früher deutlich fröhlicher waren. Viele Jahre der wirtschaftlichen Krise haben Spuren hinterlassen. Es muss Verzweiflung geben. Denn nur so ist es zu erklären, dass die Menschen vorübergehend einer Regierung mit einer verrückten Links-Rechts-Koaltion vertraut haben. Was soll man denken, wenn die Lega Nord in Kalabrien Wahlen gewinnt?

Doch nun heißt es allmählich: Wir sind alle Italiener. Uns verbindet nicht bloß ein Geister-Länderspiel im Nürnberger Fußballstadion. Das Virus attackiert unser öffentliches Leben massiv. Die Menschen hamstern Nudeln und Klopapier. Kindergärten, Schulen und Universitäten schließen. In den Firmen werden immer neue Krisenpläne geschmiedet.

Theater-Aufführungen werden abgesagt, Konzerte auf irgendwann verlegt. Sportler aller Disziplinen mühen sich ohne Zuschauer ab. Die Wahlkämpfer*innen im bayerischen Kommunalwahlkampf treten auf die Bremse. Insbesondere Männer lernen das Händewaschen. Und in den katholischen Kirchen werden die Weihwasser-Becken nicht mehr befüllt.

Wir fragen uns ängstlich: Wo soll das noch hinführen? Schlimm muss es ja sein, wenn selbst die Bundeskanzlerin ihr wochenlanges Schweigen bricht. Werden wir also nur noch mit hängenden Mundwinkeln durchs Leben laufen? Werden wir anderen Menschen aus dem Weg gehen, weil sie ja alle das Virus herumtragen könnten?

Die richtige Antwort ist wohl Verantwortung und Vertrauen. Wir sollten den Erreger nicht durch leichtsinniges Verhalten einladen. Wir sollten Krankheits-Symptome nicht ignorieren und im Zweifel tatsächlich daheim bleiben.

Aber wir sollten uns ein heiteres Herz bewahren. Dem Virus ist es egal, ob wir fröhlich oder trist sind. Es befällt uns – oder eben nicht. Bleiben wir also zuversichtlich. Es geht irgendwann vorbei. Und jede Wette: Ausreichend Klopapier gibt es auch noch in einem halben Jahr.

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