AKK geht. Liebe war es nie

Liebe war es nie. Vielleicht wird man dereinst mit diesem Satz auf die Amtszeit der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer zurückblicken. Die ehemalige Regierungschefin des Saarlandes hat sich offiziell von der Kanzlerinkandidatur verabschiedet  und ihren Rückzug als Parteichefin angekündigt. Es verwundert nicht.

Nach der verrückten Ministerpräsidenten-Wahl in Thüringen habe das doch so kommen müssen, sagen jetzt die klugen Beobachter. Aber das ist allzu kurzfristig gedacht. Schon ihre Wahl im Dezember 2018 fühlte sich nicht wie ein Aufbruch an. Eher schon so, dass die Sehnsucht der Partei nach einem starken Mann einer amtsmüden Kanzlerin zuliebe abgeblockt wurde. AKK war die Siegerin, aber keine Glanzvolle. Mutti zwo war eigentlich nicht gewollt.

Es gibt ja diese zwei Typen von Politiker*innen: Die einen, die jede Menge dummes Zeug erzählen können, aber trotzdem treue Anhänger und große Beachtung finden. Weil sie für die Menschen irgendwie in die Zeit passen.

Und die anderen, auf deren Fehltritte alle warten. Die aber nicht mit Nachsicht rechnen können. In diesem Fällen ist die Kritik selbst bei Kleinigkeiten vernichtend. Ein paar SPD-Vorsitzende der jüngeren Vergangenheit wissen, was gemeint ist.

Aber AKK fehlt eben auch eine Grundkompetenz für erfolgreiche Frauen in Männerparteien: Die Fähigkeit, störende Konkurrenten elegant abzuservieren. Angela Merkel hatte diese zur Perfektion entwickelt. Viele Männerleichen säumten ihren Weg.

Sollte nun mit Friedrich Merz ein Opfer von damals als Zombie auferstehen, muss es nicht bloß Frau Merkel gruseln. Er ist im neoliberalen Denken verhaftet, das am Ende seiner politischen Karriere vor über zehn  aktuell war. Er hat sich auch immer wieder als Schmarrer erwiesen.

Doch er ist der Typ, dem man verzeiht. Nicht zuletzt: Mit Rückenwind vom Großkapital segelt es sich gut. Merz macht wieder Karriere. Vielleicht. Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich selbst erlöst. Sicher.

 

 

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