BER: Ein Airport für’s ganz große Kino

300.000 Komparsen: Filmfreunde kennen die gewaltige Begräbnisszene aus dem Film Gandhi.  Mehr Kleindarsteller hat es in keiner anderen Produktion gegeben. Derartiges geht auch bloß in einem sehr bevölkerungsreichen Land wie Indien. Aber auch in Berlin wird Großes geplant: Der neue Großflughafen unserer Hauptstadt sucht für seinen Probebetrieb 20.000 Komparsen.

Dieser Flughafen BER gilt uns ja als unendliche Geschichte. Schon in den 60-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es Pläne für einen größeren Airport an diesem Standort. 1996 wurde der Bau beschlossen, obwohl Experten den Standort für schlecht geeignet hielten. Aber die Politik wollte es so.

Im Jahr 2011 schließlich, in Berlin regierte noch der rote Partylöwe Klaus Wowereit, sollte der Betrieb aufgenommen werden. Doch die Baustelle lief nach dem Motto: „Irgendwas geht immer schief.“ So ging das, Jahr für Jahr. Ab 31. Oktober 2020 soll gestartet und gelandet werden.

Die Suche nach Statisten macht uns allerdings auch stutzig. Komparsen sind vor allem in Film oder Schauspiel im Einsatz. Sie tragen zur überzeugenden Darstellung eines fiktiven Geschehens bei. Gibt es also einen ganz anderen Plan? Soll BER gar nicht eröffnet, sondern bloß seine Geschichte verfilmt und als Science-Fiction-Produktion in die Kinos kommen?

Gemach, auch lebenspraktischere Komparsen werden gesucht. Aktuell werden zum Beispiel für Anfang Februar Männer ab 30 für einen Textilreinigungstest in Essen gesucht. Ebenso wird gerade ein Paar aus Sachsen oder Thüringen gesucht, welches Bluetooth-Unterwäsche testen möchte.

Kratzen wir also unser Restvertrauen in deutsche Ingenieurskunst zusammen. Glauben wir an BER. Sollte es aber doch anders kommen, steht Star-Regisseur Roland Emmerich sicher gerne bereit. ER ließe Godzilla von der Leine. Es würde ein Begräbnis erster Klasse.

P.S.: Anmeldungen als BER-Komparse www.ber-testen.de

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