Was erlaube Basis?

Was erlaube Basis? So ließen sich, frei nach Fußball-Trainerlegende Giovanni Trappatoni, die Reaktionen auf das Ergebnis des SPD-Mitgliederentscheids zusammenfassen. Zwei Nobodys als Parteivorsitzende? Ohgottogott, wie kann man bloß?

Saskia Eskens und Norbert Walter-Borjans waren kaum gewählt, da brachen im politischen und medialen Establishment alle Dämme. Entsetzen mache sich breit, wurde geschrieben. Es habe eine Schrecksekunde in der Parteizentrale gegeben.

Ein besonders arroganter Daherreder einer politischen Zeitschrift sprach den Gewählten in der Talkrunde von Anne Will die Fähigkeit ab, eine Partei zu führen. Und Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, der ansonsten vor allem durch eine Gas-Pipeline und häufige Hochzeiten auffällt, meldete sich, selbstverständlich ablehnend, aus dem Ruhestand zu Wort.

Tja, wie schön hätten die Schlagzeilen sein können: „Scholz packt an“, hätte gut ausgesehen. „Der Vizekanzler legt los“, wäre auch gegangen. Oder: „Jetzt zittert AKK“.

Aus und vorbei. Die SPD vertraut lieber einem nicht sehr charismatischen Führungsduo. Aber andererseits: Es stimmt doch auch, dass der Niedergang der Partei mit der aus seiner Sicht stets vernünftigen Politik von Olaf Scholz zu tun hat. Und gerade in diesen Zeiten waren Politiker*innen erfolgreich, denen man keine Siege zugetraut hatte.

Also: Es kam anders, als die meisten dachten. Aber schwach wie Flasche leer ist die SPD deswegen noch lange nicht.

 

 

 

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