Respektrentner in der Heißzeit

Noch immer gibt es Menschen, die keinen Klimawandel erkennen können oder wollen. Aber für sie wird es immer enger. Zwar ist „Heißzeit“ als „Wort des Jahres“  durch „Respektrente“ abgelöst.  Die Gesellschaft für deutsche Sprache hätte es aber nochmal nehmen können.

Versonnen erinnern wir uns an früher. „Fröhliche Eiszeit“ lautete der Werbeslogan eines Speiseeis-Herstellers. Glückliche Menschen waren in den Spots zu sehen. Sie waren entspannt, Gegenwart und Zukunft waren ein Genuss.

Heißzeit sagt etwas anderes: Es geht uns schlecht, die Hitze stresst uns. Wir schwitzen, verlieren die Lust, irgendwas zu tun. Und wir hassen die Aussicht, dass dies nie mehr aufhört, sondern bloß noch schlimmer wird.

So sieht es aber aus. Da hat die Bundesregierung diese Woche mitgeteilt, dass der Klimawandel in Deutschland angekommen sei. Unter anderem müssten wir uns darauf einrichten, dass der Pegelstand rund  um Cuxhaven steigen wird. In gleichlautenden Schlagzeilen wurde diese Mitteilung in unseren Medien tatsächlich als Neuigkeit gefeiert.

Und nun hat das Europäische Parlament nachgelegt und für die EU den Klimanotstand ausgerufen. Was einige, insbesondere konservative Politiker, zum Hinweis veranlasste, dass dieser Begriff an den Nationalsozialismus erinnere. 1933 habe es eine Notstandsgesetzgebung von verheerender Witrkung gegeben. Diese sei ein großer Schritt in die Diktatur gewesen.

Notstand oder nicht: Gut wirkende Gesetze wären trotzdem nicht so schlecht. Denn klar ist auch, dass die wahre Liebe zur Umwelt in der Gesellschaft noch immer nicht so verbreitet ist, dass man konsequent vom Reden zum Handeln übergehen würde.  

Der Parlaments-Beschluss ist immerhin ein Signal. Aber das wievielte  nochmal? Nummer 10, Nummer 100, Nummer 1000?

Sagen wir so: Sollte die ältere Generation ganz real für Future eintreten, wäre ihr die Respektrente gewiss.

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