Prognosen sind schwierig…

„Prognosen sind schwierig. Vor allem, wenn sie die Zukunft.“ Dieses Wort des Dichters George Bernhard Shaw gehört zu den meistzitierten Bonmots in launigen Festreden. Der Grund dieses Erfolges ist allerdings offensichtlich: Es stimmt einfach.

Ganz aktuell geht es um die Situation in den Schulen. Die Bertelsmann-Stiftung, diese Organisation, die es auf wundersame Weise immer wieder schafft, Top-Nachrichten zu produzieren, will einen gravierenden Lehrermangel errechnet haben. Nach ihren Berechnungen werden 2025 rund 26.000 Grundschullehrer*innen fehlen.

Dies führt zu zwei Fragen: Woher weiß es diese Stiftung? Warum wissen es die Kultusminister nicht? Es sollte doch nicht so schwer sein, die Zahl der Geburten herzunehmen und ein gewisses Maß an Zuwanderung dazuzurechnen. Und schon würde man den künftigen Bedarf kennen. Die  Ministerien aber rechnen anders. Sie kamen nur auf ein Defizit von 15.300 Lehrer*innen.

Zudem ist die Wirklichkeit komplizierter als Statistitik und Mathematik.  Wie eine Reihe anderer Berufe hat die Attraktivität des Lehrerberufes nachgelassen. In anderen Job wird besser verdient, der Beamtenstatus ist nicht mehr garantiert. Und auf dem Land sind die Kinder zwar leichter zu handhaben, aber nicht jeder möchte dem sozialen Zwang folgen, seine Abende in der Kleinstadt als Schriftführer im Schützenverein zu  verbringen oder als Ortschronist für ein lächerliches Honorar Artikel für die Lokalzeitung zu schreiben.

Diejenigen, die es machen sollen, werden es nicht in ausreichender Zahl tun. Egal, ob das Bertelsmann, Kultusminister oder besorgte Eltern fordern. Das ist wohl die Wahrheit.

Und so flüchten wir uns in das Reich der einfachen Prognosen. GroKo-Politiker haben gerade kundgetan, dass sie die Meisterpflicht wieder einführen wollen. Einhalten kann das am ehesten, ganz klar, der FC Bayern München. Ein bittere Erkenntnis zwar, aber Prognosen beunruhigen ihrem Wesen nach. Anders gesagt: Zukunft ist schwierig. So oder so.

 

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