SUV: Wie ein Haflinger mit Bierkasten

Die jungen Menschen von Fridays for Future haben Ausdauer. Mancher hätte nicht gedacht, dass diese sprunghafte Generation fähig sei, sich in ein Thema mehr als vier Wochen lang zu verbeißen. Wenn da nicht Papa, Onkel und Opa wären.

Vermutlich sind ja vor allem die Herren dem SUV verfallen. Allen Klimaschutz-Appellen  zum Trotz steigen die Zulassungszahlen der schweren Kästen weiter. Im Mai 2019 war jedes dritte neue Auto ein verkappter Geländewagen, die Zahl der SUV-Neuzulassungen erreichte annähernd 100.000. Elektroautos gibt es in Deutschland insgesamt 83.000.

Aber wozu die Aufregung, wird mancher fragen. Solche Fahrzeuge seien bequemer, man könne trotz Bandscheibenvorfall gut einsteigen, man habe einen besseren Überblick. Und so dramatisch sei der Mehrverbrauch doch auch nicht, der neueste Dieselmotor sei extrem sparsam.

Das alles ändert aber nichts daran, dass SUV ziemlich verrückte Produkte sind. Wenn man davon ausgeht, dass meistens nur eine Person im Auto sitzt, verwendet man 1,9 Tonnen Material, um 80 Kilogramm Mensch zu bewegen. Umgerechnet bedeutete das, dass in einem zweiachsigen Nahverkehrsbus maximal zehn Passagiere mitfahren dürften.

Bei einem Haflinger würde das dazu führen, dass ein solches Arbeitspferd zur Not, gerade noch, einen Kasten Bier ziehen könnten. Mit einem Trekkingrad könnte man ein Kilogramm Tomaten einkaufen, müsste es aber nach Hause schieben, weil es sonst zusammenbräche. Bei einem leichten E-Tretroller dürfte man bloß eine Samstagsausgabe einer Zeitung nach Hause schieben.

Somit sollte klar sein, dass vierrädrige Kolosse ein ausgemachter Fortbewegungs-Unsinn sind. Aber natürlich, man fährt nicht bloß rational. Zum Autoglück gehört das Gefühl.

Und die Sintflut kommt erst in der Future. Opa hat da schon woanders eingeparkt.

 

 

 

 

1 Kommentar in “SUV: Wie ein Haflinger mit Bierkasten

  1. immer wieder die bösen SUV…einfallsloses Bashing. Viele „normale“ PKWs spucken genausoviel wenn nicht gar mehr Dreck in die Luft wie mancher SUV. Masse, Gewicht etc. mal mit diversen PKWs vergleichen. Und ja, ich fahre selber einen, allerdings Benziner. Wenns an Ideen zum Blog fehlt, wird eben abgekupfert, große journalistische Leistung, Respekt!
    JH

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