Der Messias muss noch warten

Wer ein Star ist, braucht gute Nerven. Film-Größen oder Pop-Idole müssen es ertragen, dass sie beim Verlassen von Supermärkten von einer Fotografen-Meute geblitzdingst werden. So wie aufstrebende Politiker*innen die Kanzlerfrage. 

Es gehört zu den Verrücktheiten des heutigen Daseins, dass unablässig Fragen gestellt werden, die gar nicht zu beantworten sind. Ein echtes Opfer in diesem Sinne ist derzeit Robert Habeck. Seit seine Grünen der momentan recht erschöpften Union dicht auf den Fersen sind, muss er in jedes Mikrofon sein Statement zur so genannten Sonntagsfrage sprechen.

Denn das Volk muss wissen, was seine Partei täte, wenn sie in zwei Jahren genauso blendend dastünde wie heute? Kanzler Habeck, Kanzlerin Baerbock, Bundespräsidentin Roth? Wenngleich die brennende Aktualität fehlt, wird mit Vergnügen „Was wäre wenn?“ gespielt. Die Frage „Was ist wirklich?“ tritt in den Hintergrund. Vermutlich, weil es da eine als wenig spannend empfundene Regierung gibt, die einfach bloß weitermachen muss, damit sich nichts verändert.

Ruhe bewahren, ist da der beste Rat. Denn der Wind kann sich immer drehen. Man muss nur zurückschauen, was die Demoskopen der SPD noch  vor zehn Jahren vermeldet haben:  Dass sie Kanzlerpartei werden könnte. Gut, Olaf Scholz glaubt das immer noch. Doch das ist ein anderes Thema. Der Mann ist halt ein sagenhafter Optimist.

Letztlich sollten wir die Demoskopen machen lassen, sie aber bloß nicht zu ernst nehmen. Es gibt viel zu tun, um die Welt schon jetzt ein bisschen besser zu machen. Das Warten auf den Messias hilft in der Religion. Im richtigen Leben jedoch nicht so sehr.

 

 

 

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