Sicherheit zuerst: Wann kommt das E-Bobby-Car?

Begreifen wir doch: Wir sind gebenedeit unter den Völkern. Wo sich Menschen in anderen Regionen der Welt beim Aufstehen fragen, ob sie den neuen Tag unversehrt überstehen werden, beschäftigen wir uns mit der Frage, wie wir Menschen auf kindischen Fahrzeugen schonend in den Straßenverkehr integrieren. Und, oh Jubel: Wir haben es geschafft!

Und wir sollten froh sein, dass die Entscheidung, den Nutzern von E-Tretrollern die Radwege zuzuweisen, auf nationaler Ebene vom Bundesrat und nicht in Brüssel getroffen wurde. Sonst würden rechte Populisten mit Blick auf die Europawahl laut Gurkenkrümmung!, Traktorensitze! und Bürokratiemonster! rufen.

Nein, verehrte AfD, diese Lösung ist vaterländisch. Geregelt wird trotzdem bis ins Detail. E-Tretroller dürfen maximal 20 km/h schnell, 70 Zentimeter breit, 1,40 Zentimeter hoch und zwei Meter lang sein. Ohne Fahrer*in dürfen sie höchstens 55 Kilogramm wiegen.

Wer sie auf öffentlichen Radwegen oder Straßen fahren will, muss mindestens 14 Jahre alt sein. Das ist einerseits gut, weil eine Altersgrenze von 18 Jahren in den Sozialen Netzwerken sofort das Wort von der Mobilitäts-Pornographie provoziert hätte. Ungelöst ist allerdings folgendes Problem: Was geschieht mit Kindern, die auf analogen Tretrollern mit mehr als Tempo 20 fahren?

Es lauern auch lebenspraktische Fragen für die E-Scooter-Fahrer. Wie, zum Beispiel, ist diese Fortbewegung in den persönlichen Fitness-Tracker einzuspeisen? Zählt jede Fußbewegung wie ein normaler Schritt?

Schließlich: Die vereinigten Orthopäden geben vor, dass sie das neue Fortbewegungsmittel beunruhigt. Es drohten mehr Schädel-Hirn-Traumata und Knochenbrüche geben, mahnen sie in größtmöglicher Selbstlosigkeit.

Tja, dem Treetroller fehlt vorne, hinten und vor allem seitlich die Knautschzone. Aber dieses Problem wäre zu lösen, nämlich durch ein neuartiges E-Bobby-Car. Klingt utopisch, diese Idee. Aber jede Wette: Sollte die Herstellerfirma ein Joint-Venture mit VW, Daimler oder BMW eingehen, gibt’s mächtig Zuschüsse von Scheuers Andy. Und die Zulassung für Bundesstraßen obendrauf.

Alsdenn. Bleiben wir bewegt.