Strenge Vorgaben beflügeln den Erfindergeist

Während die junge Klima-Prophetin Greta Thunberg unermüdlich durch Europa reist, hat das Europäische Parlament tatsächlich Großes beschlossen. Der Schadstoffausstoß von Lastwagen und Reisebussen soll sinken, bis 2030 und 30 Prozent im Vergleich zu heute. Er heulen: Die Fahrzeughersteller und ihre Lobbyisten.

Greta dürfte die angestrebte Gift-Reduzierung nicht reichen. Aber wer überhaupt am Sinn dieser Vorgabe zweifelt, muss bloß an einem x-beliebigen Werktag auf die Autobahn. Eine Spur gehört den Brummis, so dass man sich manchmal fragt, was in aller Welt da Tag und Nacht von A nach B transportiert wird. In den Autos, denen entweder eine oder zwei Spuren bleiben, sitzt – jenseits des Ferienverkehrs – in der Regel ein Mensch.

Aber 30 Prozent? Ist dies nicht der Todesstoß für unsere Hersteller? Will das EU-Parlament wirklich riskieren, dass die asphaltierten Lebensadern unserer Wirtschaft in elf Jahren ganz oder teilweise zum Erliegen kommt? Können Politiker*innen derart verantwortungslos sein?

Sie sollten sich trauen, denn man kennt es doch: Als 1983 bleifreies Benzin eingeführt wurde, prophezeiten die Hersteller eine dramatische Zunahme von Motorschäden. Der kleine Mann werde bitter für eine wegen des Waldsterbens panisch gewordene Politik bezahlen.

Und als im September 1984 auch noch der Bundestags-Beschluss zur Einführung von Katalystoren für Benzinmotoren folgte, schien der Untergang des christlichen Abendlandes perfekt. Die Hersteller heulten wie die Kojoten in Wildwest-Filmen. 5000 Mark würde jedes Auto teurer werden, alle fünf Jahre brauche es eine neue Reinigungsanlage.

Und was ist passiert? Es hat funktioniert. Die Autos haben überlebt.

Daraus sollte die Politik für heutige Entscheidungen gelernt haben. Wer einer träge gewordenen Autoindustrie, die sich mit Software-Mogeleien über Wasser halten will, nachgibt, macht einen großen Fehler. Die Hersteller brauchen strenge Vorgaben, das stimuliert ihren Erfindergeist.

Jede Wette: Bleibt es beim 30-Prozent-Ziel, werden sie es erreichen. Wir danken der EU. Und fügen hinzu: Andi Scheuer, tu uns den größtmöglichen Gefallen. Halte Dich raus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Um zu überprüfen, dass Sie eine reale Person und kein Spam-Roboter sind, lösen Sie bitte vor dem EINTRAGEN die nachfolgende kleine Rechenaufgabe, das sogenannte CAPTCHA *